„Wir brauchen Gegenwind“

Der Stuttgarter Oberbürgermeister und ehemalige Grünen-Bundesvorsitzende Fritz Kuhn macht den Parteigenossen Mut für den Wahlkampf.

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Auf dem Tempelhof wurde am Samstag gleich doppelt gefeiert: das Sommerfest des Grünen-Kreisverbandes und den 53. Geburtstag des Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Harald Ebner aus Kirchberg (Zweiter von rechts). Glückwünsche erhielt er von Ex-Minister Alexander Bonde (rechts), von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sowie von der Crailsheimer Grünen-Stadträtin Charlotte Rehbach und Agnes Schuster von der Lebensgemeinschaft Tempelhof.  Foto: 

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, müssten die Grünen, so die aktuellen Umfragen, froh sein, wenn sie auf ihr (schlechtes) Ergebnis von 2013 kommen würden: 8,4 Prozent. Doch die Grünen wollen mehr, sie wollen bei der Regierungsbildung im Herbst mitreden, wie der Hohenloher Bundestagsabgeordnete Harald Ebner und der grüne Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Fritz Kuhn, am Samstag auf dem Sommerfest des Grünen-­Kreisverbandes auf dem Tempelhof (Gemeinde Kreßberg) hervorhoben.

Auch wenn die Umfragewerte derzeit alles andere als gut sind, ist dem wahlkampferfahrenen Fritz Kuhn „nicht bange“. Kuhn war Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag in Stuttgart und im Bundestag in Berlin, er war Bundesvorsitzender der Partei und ist seit 2013 Oberbürgermeister in Stuttgart. „Wir brauchen Gegenwind“, betonte der gebürtige Mergentheimer, dann nämlich seien die Grünen im Wahlkampf am besten. Allerdings werde der in diesem Jahr „ungemütlich“. Deshalb riet er seinen Parteifreunden, noch ein paar Tage den Sommer zu genießen – „aber dann müsst ihr euch richtig reinhängen“.

Sein politischer Ziehsohn Harald Ebner („Kuhn war mein Lehrmeister“) ging mit gutem Beispiel voran, und feierte am Samstag gleich doppelt, um ab heute mehr Zeit für den Wahlkampf zu haben. Er wurde am Samstag 53 Jahre alt, was für ihn als Kreisvorsitzenden kein Hinderungsgrund war, das Sommerfest der Kreis-Grünen auf seinen Geburtstag zu legen. Zum Feiern und Gratulieren war auch Alexander Bonde gekommen, bis Mai 2016 Minister für den Ländlichen Raum in Baden-Württemberg. Als Bonde ins Landeskabinett einzog, rückte Ebner für ihn in den Bundestag nach.

Warum das Sommerfest auf dem Tempelhof? Weil es ein „ganz besonderer Ort“ ist, wie Ebner betonte, an dem er im vergangenen Jahr im Rahmen seiner Radtour durch den Wahlkreis übernachtet hatte. Auch Kuhn zeigte sich bei einem Rundgang mit Agnes Schuster beeindruckt von dem, was die Lebensgemeinschaft in den vergangenen fünf Jahren aus dem ehemaligen Geisterdorf gemacht hat.

Dort macht man sich – ganz im Sinne der Grünen – viele Gedanken über umweltverträglichere und sozialere Lebens- und Wohnformen. Klimaschutz wird auf dem Tempelhof im Kleinen tagtäglich gelebt. Für Ebner ist der Klimaschutz „die zentrale Herausforderung“ für die Politik. Wenn sich hier nichts zum Besseren wende, „werden wir alle die schlimmen Auswirkungen der Klimaveränderungen hautnah zu spüren bekommen“. Für Ebner geht’s beim Klimaschutz „um nichts weniger als die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen“.

Oliver Krischer, der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, kommt heute um 19.30 Uhr zu einem Vortrag ins Landhotel in Kirchberg/Jagst. Im Mittelpunkt des Abends stehen die Themen Klimaschutz und Energiewende.

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