"Singliner" kutschiert zum zweiten Mal begeisterte Sänger durch Crailsheim

Jede Menge Gassenhauer auf Crailsheimer Straßen: 80 sangesfreudige Bürger sind am Sonntag wieder in den "Singliner" gestiegen.

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  • Griechische Verhältnisse auf dem Crailsheimer Rathaus? Nein, „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens auf der Rathaustreppe. 1/2
    Griechische Verhältnisse auf dem Crailsheimer Rathaus? Nein, „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens auf der Rathaustreppe. Foto: 
  • Beats im Bus: Die Gruppe „Echt Handgmacht“ sorgte für die musikalische Begleitung der singenden Fahrgäste. 2/2
    Beats im Bus: Die Gruppe „Echt Handgmacht“ sorgte für die musikalische Begleitung der singenden Fahrgäste. Foto: 
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Schon die ersten Töne der Band „Echt Handgmacht“ brachten den kompletten Gelenkbus – mehr als 80 Leute auf allen verfügbaren Sitz- und Stehplätzen – zum Mitklatschen und -schnipsen. Dabei war der „Singliner“ noch nicht mal losgefahren. „Hoch auf dem gelben Wagen“, intonierte die Band danach, „sitz’ ich beim Schwager vorn.“ Der Schwager, sprich Kutscher, war Jochen Röhler, Juniorchef der Firma Röhler Touristik aus Schwäbisch Hall, und seine große Stunde auf dieser Fahrt sollte noch kommen.

Alle wollen mitfahren

„Sag ich: Ade, nun ihr Lieben, die ihr nicht mitfahren wollt“, sangen alle aus voller Kehle, da hatte der Bus Ingersheim noch nicht mal verlassen. „Ich würd‘ ja so gerne noch bleiben.“ Doch das war gelogen. Denn keiner wollte bleiben. Jeder wollte mitfahren. Die Strecke war den Mitfahrern freilich egal. Hauptsache, „der Wagen, der rollt“. Und die Musik, die spielt.

Denn darum ging es auch bei der zweiten Fahrt des „Singliners“: um das gemeinschaftliche Singen, das ein großes Anliegen der Initiatoren Helga Hartleitner, Jens Zielosko und Herbert Holl (der diesmal nicht mit an Bord war) ist. Sie sind auch dabei, wenn die Ingersheimer „Kanne“ zum monatlichen Kneipensingen ruft. Das hat jetzt Sommerpause, und um die zu verkürzen, startete der „Singliner“ mit „Aber der Wagen, der rollt“. Für Schmierstoff für die Stimmbänder war gesorgt: Alexander Fach von der Engel-Brauerei verteilte Bier- und Wasserflaschen.

Griechischen Wein an der Rathaustreppe

Entsprechend fröhlich war die Stimmung schon am Kreuzberg – der Bus orientierte sich grob an den Linien 53 und 54: „Rote Lippen soll man küssen“, hieß es beim Berliner Platz. Auf dem Rathausplatz wurde halt gemacht. „Griechischer Wein“ gab’s an der Rathaustreppe, und vor dem Restaurant „La Piazza“ folgte der passende Titel „Zwei kleine Italiener“ – selbst Conny Froeboess hätte es nicht gefühlvoller singen können. So trat sogar Christel Weeber vom Hotel „Post Faber“ gegenüber vor die Tür und sang leise mit.

Mit „Marina, Marina“ ging es dann über die Jagst und in den Sauerbrunnen. „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ wurde angestimmt, als der Bus in der Haller Straße an der Engel-Brauerei vorbeifuhr. Die Gäste vor dem Wirtshaus prosteten der fröhlichen Busgesellschaft kräftig zu. Überhaupt passten die Lieder heuer gut zur Strecke, denn als das alte Eberl-Areal passiert wurde, hieß es auf dem Liedblatt: „Dieses Haus ist alt und hässlich. Dieses Haus ist kahl und leer. Denn seit mehr als fünfzig Jahren, da bewohnt es keiner mehr.“

Über den Wolken auf den Roten Buck

Doch weiter, immer weiter! Mit „Über den Wolken“ ging’s hinauf auf den Roten Buck. Dort oben schlug dann die Stunde des Busfahrers. Denn eine der Straßen im Wohngebiet war überraschend gesperrt und Jochen Röhler musste seinen langen Gelenkbus ein ganzes Stück zurücksetzen, an parkenden Autos haarscharf vorbei. Die Passagiere wären mucksmäuschenstill gewesen, wenn es nicht auf dem Liedblatt geheißen hätte: „Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, bleiben darunter verborgen . . .“. Als Röhler den Bus routiniert wieder auf einer passierbaren Straße hatte, gab’s dann doch begeisterten Beifall.

Weiter ging’s mit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und der Grölfaktor stieg. Nach „Country Roads“ in Altenmünster und den Capri-Fischern auf der Jagstbrücke war Ingersheim wieder erreicht und die fidele Busladung ging fröhlich zum „Aussingen“ in die „Kanne“. Denn die Lieder auf dem Liedblatt waren zwar alle gesungen. Doch aufhören wollte noch keiner.

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