"Schweigen heißt Zustimmung"

"Wir dürfen nicht schweigen. Schweigen heißt Zustimmung." Pfarrer Uwe Langsam hat bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag ein Plädoyer für das Reden gehalten - reden über Krieg, Unrecht und Verbrechen.

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Schweigen bedeute, denjenigen zuzustimmen, die damals auch zugestimmt hätten, und denjenigen das letzte Wort zu überlassen, die mit ihren Brandreden andere zum Mord angestiftet hätten, sagte Langsam, Pfarrer an der evangelischen Johanneskirche, am Samstag auf dem Ehrenfriedhof. "Wir müssen reden, nicht besser wissend, sondern fragend, nicht anklagend, als ob wir besser wären." Reden heiße, wenigstens in der Erinnerung denjenigen ein Leben zurückzugeben, deren Leben an der Front oder in der Gaskammer abgebrochen worden sei. Reden heiße aber auch, der Generation von heute eine Zukunft zu geben, die anders gestaltet werden könne.

Zu Beginn der von der Stadtkapelle unter der Leitung von Franz Matysiak musikalisch gestalteten Gedenkstunde hatte Oberbürgermeister Rudolf Michl auf den Beginn des Ersten Weltkriegs und die Bilder von begeisterten Soldaten verwiesen. Am Ende dieses Krieges seien die Grundlagen für den Zweiten Weltkrieg gelegt worden, in dem noch furchtbarere Verbrechen geschehen seien. Nach 1945 habe es Kriege und Auseinandersetzungen in anderer Gestalt gegeben, und in der Gegenwart drohten schon die nächsten Auseinandersetzungen, mahnte Michl. "Gedenken wir derer, die gestorben sind - vielleicht in einem Augenblick großer Verblendung."

"Kreuz, du bleibst noch lang das Licht der Erde." Mit diesem Zitat von Stefan Georg, das auf dem Schreibtisch von Hans Scholl gefunden wurde, leitete Thomas Hertlein, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde, das Friedensgebet ein, in dem er "die vielen Toten der beiden großen Kriege" und " alle Opfer von Terror und Gewalt bis in unsere Zeit" beklagte. "Unsägliches Leid ist über diese Menschen und ihre Angehörigen gekommen. Ihr Sterben und Leiden darf nicht vergessen und umsonst gewesen sein", sagte Hertlein.

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