"Ich hätte nichts dagegen gehabt"

Die erste Begegnung, die erste Verabredung, der erste Kuss - in einer neuen Beziehung gibt es viele erste Male, auch was das beieinander Übernachten angeht. Eine Hallerin berichtet von ihren Erfahrungen.

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Celestina Bengui ist 16 Jahre alt und seit vier Monaten liiert - mit einem vier Jahre älteren Schreiner-Auszubildenden. Die erste Begegnung der beiden liegt schon ein Jahr zurück. Die Umstände waren nicht gerade romantisch. "Ich war mit Freunden bei McDonalds und da kam er plötzlich dazu. Ich kannte ihn vorher nicht", erzählt Celestina. Aber es stellte sich heraus, dass die beiden einen gemeinsamen Kumpel hatten. Dennoch hat es eine Weile gedauert, bis es gefunkt hat. In der Zeit davor haben die Realschülerin und der Auszubildende viel Zeit miteinander verbracht, den anderen kennen- und letztendlich auch lieben gelernt. Im August kamen sie schließlich zusammen.

Irgendwann kommt in jeder Beziehung der Zeitpunkt, an dem man beieinander übernachtet. Dieser war bei Celestina und ihrem Freund früh erreicht. "Wir waren gerade drei Wochen zusammen, da haben wir abends bei mir im Zimmer zusammen ferngesehen und sind beide müde geworden. Also war irgendwie klar, dass mein Freund bei mir übernachtet", erzählt Celestina.

So einfach, wie es sich anhört, war das dann aber gar nicht. Denn der ein Jahr ältere Bruder der 16-Jährigen kam in ihr Zimmer, um ihr wie immer eine gute Nacht zu wünschen und geriet in Rage, als er sah, dass der Freund ihrer Schwester mit ihr zusammen im Bett lag. "Mein Bruder ist total ausgerastet und hat meinen Freund rausgeworfen", erinnert sich die Realschülerin.

Und was sagt Mama Liane eigentlich zu der ganzen Sache? "Ich war an dem Abend zwar nicht zu Hause, weil ich gearbeitet habe, aber ich hätte nichts dagegen gehabt", sagt die 44-Jährige. Solange man mit seinem Kind im Vorfeld offen über dieses Thema spricht und es schafft, ihm klarzumachen, dass gewisse Grenzen eingehalten werden müssen, findet die Krankenschwester es in Ordnung, ihre Tochter auch in diesem noch relativ jungen Alter bei ihrem Freund übernachten zu lassen oder ihn bei ihr.

Wäre Celestina allerdings zwölf oder dreizehn, würde die Mama anders darüber denken. Ihr sei es außerdem wichtig, dass sie den Freund ihrer Tochter gut kenne und ihm vertrauen könne. Dann fügt sie noch lächelnd hinzu: "Wenn mans ihnen verbietet, dann machen es die Kinder eben heimlich." Deshalb spreche sie lieber offen mit ihrer Tochter darüber - selbst wenn es für diese unangenehm ist.

Seit dem Vorfall mit ihrem Bruder ist es jedoch eher Celestina, die bei ihrem Freund übernachtet, als umgekehrt. "Aber nur am Wochenende", sagt sie. "Wenn Schule ist, schläft jeder bei sich." Eine vernünftige Regelung, meint ihre Mutter Liane.

Celestina ist jedenfalls froh, dass ihre Mama "kein Theater" macht, wenn sie bei ihrem Freund übernachten will. "Ich kenne es auch ganz anders", so die 16-Jährige. Sie habe Freundinnen, deren Eltern es strikt verböten, dass diese bei ihren Freunden übernachteten. "Die machen es dann halt heimlich", seufzt Celestina - und blickt dankbar zu ihrer Mama hinüber.

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