Verein plant neuen Transport
Weißrusslandhilfe: Lage spitzt sich dramatisch zu
Crailsheim. Die Weißrusslandhilfe Crailsheim startet im Herbst ihren nächsten Transport in die Region um Gomel. Die Menschen dort haben Hilfe nötiger denn je, denn das Land befindet sich in einer tiefen Krise.
Es gibt kein Fleisch mehr in den Supermärkten, keine Wurst, keine Milchprodukte, keine Haferflocken. In Weißrussland regiert der Mangel - zusammen mit dem eisernen Diktator Alexander Lukaschenko. Die Wirtschaft des Landes steht am Abgrund, die Inflation galoppiert, die Menschen werden unruhig. Jeden Mittwoch versammeln sich Oppositionelle in der zweitgrößten Stadt Gomel zu Kundgebungen. Der Despot fürchtet nordafrikanische Verhältnisse, reagiert mit Härte.
Manfred Ranger, der Vorsitzende der Weißrusslandhilfe Crailsheim, ist erst vor rund einer Woche aus dem Land zurückgekehrt. "Es brodelt einfach. Man hat das Gefühl, es könnte jeden Moment losgehen", sagt er. Und meint: der politische Umsturz steht vielleicht bevor.
Am Straßenrand stehen Menschen und verkaufen Möbelstücke - um sich danach ein Stück Brot leisten zu können. Die Tochter von Rangers weißrussischer Frau wurde bei einer Militärparade in der Hauptstadt Minsk niedergeknüppelt. Sie hatte es gewagt, die vorbeiziehenden Soldaten zu beklatschen, was als Provokation aufgefasst wurde.
Wie viel kann ein gebeuteltes Volk ertragen? Schon die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat sich vor allem in Weißrussland ausgewirkt, hier werden bis heute überdurchschnittlich viele behinderte Kinder geboren.
Die Weißrussen brauchen Hilfe, gestern wie heute wie sehr wahrscheinlich morgen. "Vor allem Lebensmittel wirken sofort", sagt der Kreßberger Bürgermeister und erfahrene Weißrusslandhelfer Robert Fischer. Und Manfred Ranger ergänzt: "Die Resonanz von Familien, denen wir im Frühjahr ein Lebensmittelpaket gebracht haben, war überwältigend. Sie sagten, sie hätten noch nie so etwas Wertvolles bekommen."
Info und Spendenkonto
Der Verein "Weißrusslandhilfe Crailsheim" besteht seit 2004. Er ist aus der "Russlandhilfe" von HOHENLOHER TAGBLATT und Rotem Kreuz hervorgegangen. Jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst starten Hilfstransporte in die Region um die Stadt Gomel.
Der nächste Transport findet in der Woche zwischen dem 21. und 28. Oktober statt. An Bord sein werden dann neben Kleidung und Inkontinenzartikeln auch vor allem Lebensmittelpakete - mindestens 100 sollen es laut Robert Fischer sein.
Dafür benötigt die Weißrusslandhilfe Crailsheim finanzielle Unterstützung.
Spendenkonten führen die Sparkasse Hall-Crailsheim, BLZ 622 500 30, Konto 22 28 88, und die
VR-Bank Hall-Crailsheim, BLZ 622 901 10, Konto 16 69 90 09. sebu
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Autor: SEBASTIAN UNBEHAUEN | 26.08.2011
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Das Lager der Weißrusslandhilfe in Tiefenbach ist fast voll, vor allem Kartons mit Textilien stapeln sich. Manfred Ranger (rechts) und Robert Fischer bitten nun um finanzielle Unterstützung für den Kauf von Lebensmitteln. Foto: Sebastian Unbehauen
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