Überm Durchschnitt

Crailsheim.  Mit der Leistung der Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus ist Dr. Peter Haun, Chef der Gesundheitsholding, mehr als zufrieden. Auch sonst konnte er den Stadträten viel Erfreuliches berichten.

"Die volle Leistungsfähigkeit des Krankenhauses ist gesichert." Mit diesen Worten reagierte Dr. Peter Haun, Sprecher der Geschäftsführung der Gesundheitsholding, in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag auf den kritischen Fragenkatalog der SPD-Fraktion. Die Qualität der ärztlichen Leistung sei sogar weit über dem Durchschnitt einer Klinik dieser Größe, hob er hervor und versicherte, dass das Haus eine wichtige Rolle im Konzept der Gesundheitsholding von Evangelischem Diakoniewerk und Landkreis spiele.

Was das positive Gesamtbild etwas trübt, sind die roten Zahlen, die in Crailsheim geschrieben werden. Laut Haun fehlen rund 360 Fälle im Jahr, also etwa einer pro Tag. Die vom Sozialministerium für eine volle finanzielle Förderung geforderte Belegungsquote liegt bei 80 Prozent. In diesem Monat kommt das Krankenhaus über diesen Wert, im März des Vorjahres lag es noch drunter.

Der Geschäftsführer der Gesundheitsholding ermunterte die Stadträte, (noch) mehr Werbung für das Krankenhaus zu machen und kündigte an, auch in einen intensiven Dialog mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in der Stadt zu treten. Es müsse sich auch in Crailsheim die Erkenntnis durchsetzen, dass der Gegner nicht in Schwäbisch Hall (Diak) sitzt, sondern in Bad Mergentheim, Ansbach, Aalen, Rothenburg, Dinkelsbühl und Ellwangen.

Klar Stellung ("Ich rede ungern um den heißen Brei herum") nahm Haun zur Kritik von Stadträten, dass Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten nicht in Crailsheim behandelt werden können. Das Herzkatheterlabor befindet sich im Diak in Hall, und deshalb müssten alle Akutfälle mit dem Rettungswagen dorthin gebracht werden, um möglichst schnell das verstopfte Herzkranzgefäß aufdehnen zu können. Dass auch der zweite Katheter im Diak angesiedelt wird, sei kein Affront gegen Crailsheim. Solche Einrichtungen seien generell nicht für Kliniken der Grund- und Regelversorgung vorgesehen.

Auch akute Schlaganfälle müssen, so Haun, im Diak behandelt werden, weil nur dort die entsprechende Abteilung vorhanden ist. Die Patienten kämen dann nach Abschluss der Intensivbehandlung - in aller Regel also nach drei Tagen - zurück nach Crailsheim.

Wie schon den Kreisräten am Dienstag stellte Werner Horlacher, Architekt der Kreisverwaltung, am Donnerstag auch den Crailsheimer Stadträten seine Um- und Neubaupläne vor. Der Vorteil der vom Kreistag favorisierten Variante III sei der, dass während der Bauzeit der Betrieb des Krankenhauses so gut wie nicht beeinträchtigt werde.


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Autor: ANDREAS HARTHAN | 20.03.2010

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