Trotz Wolken: Genuss ungetrübt
Crailsheim. Trotz sorgenvoller Blicke gen Himmel: Das Sommerfest der Sportfliegergruppe Crailsheim gedieh am Wochenende in Weipertshofen zu einem Hochgenuss für alle, die ein Faible für Flugzeuge und Piloten haben.
Glück gehabt: Den völlig ungetrübten Blick gab es zwar nicht, weil sich immer wieder Wolken vor die Sonne schoben, doch ihr Programm konnten die Crailsheimer Hobby-Piloten voll und im Trockenen durchziehen. Und was fast noch schöner war: Es war auch nicht zu heiß, sodass das Publikum in Massen auf die Wacholderheide strömte. Mehr als 50 Rundflüge mit clubeigenen Maschinen und dem EBM-Papst-Hubschrauber konnten an den Mann gebracht werden, und auch die Damen und Herren von der Abteilung "Verpflegung" hatten alle Hände voll zu tun.
So solls ja auch sein! Reichlich Gelegenheit zur Eigenwerbung war also vorhanden. Dennoch ist der Flugtag ursprünglich ja aus anderen Motiven entstanden. Als nämlich die Weipertshofener mit ihrem Dorffest bei miserablem Wetter ein Ausweichquartier benötigten, sprangen kurzerhand die Flieger mit ihrem Hangar ein. Das war vor mittlerweile bald 40 Jahren. Daraus erwuchs mit den Jahren so etwas wie eine Werbeveranstaltung für den kleinen Stimpfacher Teilort.
"Es ist schon was Besonderes, ein Fluggelände so nah an der Wohnbebauung", betont Clubmitglied und Fluglehrer Harald Golly. Die Weipertshofener beteiligen sich am Sommerfest. Sie haben gelernt, mit den Piloten zu leben. Da wird die Straße nach Käsbach kurzerhand per Schranke gesperrt, wenn eine Maschine startet, und auch der Motorenlärm gehört irgendwie dazu.
Der Samstag gehört erfahrungsgemäß eher den Clubmitgliedern, "da fliegen wir uns warm", klärt Ausbildungsleiter Ulrich Casper auf. Abends gibt es dann im Hangar die berühmt-berüchtigten Flieger-Legenden zu hören. Da wird die geflogene Distanz immer länger, das Tempo immer höher, die Außenlandung immer spektakulärer. Kurz: Es geht zu wie bei Anglern. . .
Den Sportfliegern dient ihr Fest natürlich auch zur Festigung der Kontakte zu anderen Vereinen. "Damit man sich nicht nur bei Wettbewerben trifft", erklärt Werner Hohloch. Eigens dafür gibt es mittlerweile sogar dezentrale Vergleiche, bei denen die Flugwege per GPS aufgezeichnet und mit Wettbewerbern an anderen Orten verglichen werden. Doch die Freundschaften sind schon von Dauer. "Man kennt sich, man trifft sich, man hilft sich", beschreibt Florian Blobel das Verhältnis unter Flieger-Kameraden.
Wer auch immer meint, dieses Hobby sei extrem teuer, sieht sich getäuscht. "Das Club-Material ist nicht billig", erläutert Blobel, "aber das Fliegen an sich ist günstig und auch für weniger Betuchte finanzierbar." Faszinierend ist es allemal, was da beinahe lautlos am Himmel abläuft, wenn die Segler in die Höhe steigen. Nur beim Flugtag wird es ein wenig lauter, wenn die Kunstflieger mit ihren 300-PS-Maschinen den Himmel entern. Aber auch damit kann man wohl gut leben. . .
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Autor: MATHIAS BARTELS | 08.08.2011
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Die Fluglehrer-Crew der Crailsheimer Sportflieger (von links): Harald Golly, Werner Hohloch, Ulrich Casper, Florian Blobel, Martin Borkmann. Foto: Mathias Bartels
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