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Playmobil baut Logistikzentrum im Landkreis Ansbach

Nach einer Bauzeit von knapp neun Monaten hat Playmobil in Herrieden ein neues Logistikzentrum errichtet. Rund 50 Millionen Euro hat Deutschlands größter Spielwarenhersteller in den Neubau investiert.

LISA-MARIA MÜLLER | 0 Meinungen

Sie ist nur 7,5 Zentimeter groß, 40 Jahre alt und ein echter Klassiker: die Playmobil-Figur. In die Rolle eines Feuerwehrmannes schlüpfen, als Polizist Verbrechen bekämpfen oder als Pirat in See stechen – Die kleinen Männchen aus Plastik sind seit eh und je Stammgast in deutschen Kinderzimmern. Produzent des Playmobil-Spielzeugs ist das Unternehmen „geobra Brandstetter“ mit Hauptsitz im mittelfränkischen Zirndorf.

Logistisch günstige Lage

Die Firma hat 2012 eine Rekordmenge von 61,3 Millionen Playmobil-Packungen weltweit versandt – das sind im Durchschnitt 250.000 pro Tag. „Wenn man bedenkt, dass im Weihnachtsgeschäft, also den letzten drei Monaten des Jahres die Spielwarenbranche 60 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet, dann braucht es Platz um die Ware für die Saison vorzuhalten und in relativ kurzer Zeit per LKW zu verladen. An unserem größten Produktionsstandort in Dietenhofen sind wir damit an unsere Grenzen gestoßen. Da sich dort keine sinnvolle Erweiterungsmöglichkeit ergeben hat, mussten wir uns nach Alternativen umschauen“, erklärt Judith Weingart, Leiterin der Playmobil Pressestelle. Eine Alternative wurde schnell gefunden: in dem kleinen Städchen Herrieden im Landkreis Ansbach. Ausschlaggebend für die Standortwahl war die logistisch sehr günstige Lage direkt an der Autobahn. Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig begrüßt die Investition, die für den Landkreis zu den größten der letzten Jahrzehnte gehört: „Die Errichtung des Logistikzentrums ist für uns sehr wichtig und belegt die Bedeutung einer hervorragenden Verkehrserschließung für unternehmerische Entscheidungen und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kommunen. Wir schätzen die Ortsverbundenheit und Standorttreue der Firma „geobra Brandstetter“ außerordentlich und werden sie in ihren Vorhaben auch weiterhin unterstützen.“

Als „internationale Visitenkarte“ bezeichnet Herriedens erster Bürgermeister Alfons Brandl die Neuansiedlung. Er sieht darin die Chance, die Bekanntheit der Region noch weiter zu stärken: „Das Bauvorhaben Playmobil hat für Herrieden eine sehr große Bedeutung, weil wir eine Unternehmerpersönlichkeit hin zu gewonnen haben, dem Standorttreue und die Bekenntnis zum fränkischen Fleiß der Menschen spürbar wichtig ist. Der eigentliche Bodenschatz unserer Stadt, Fleiß, Kreativität und handwerkliches Geschick zeichnet die Menschen aus.“

80.000 Paletten in einem Lager

Auf dem Gelände von 18 Hektar Größe im neuen Industriegebiet „Am Hopfengarten“ ist in einem ersten Bauabschnitt ein 55.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum entstanden – so groß wie 25 Fußballfelder. Die Bauarbeiten befinden sich in den letzten Zügen. In der neuen Halle soll in Zukunft das Spielzeug gelagert, kommissioniert und versandt werden. Insgesamt 80.000 Paletten finden in dem Lager ihren Platz. Doch das ist immer noch nicht genug. „Auch der zweite Bauabschnitt mit weiteren drei Modulen für 55.000 Palettenplätze befindet sich bereits im Bau. Damit erhöht sich die Investitionssumme für dieses Projekt um weitere 20 Millionen Euro“, ergänzt Weingart.

Rund 300 Mitarbeiter sollen in dem Logistikzentrum beschäftigt werden. Mindestens ein Drittel dieser Arbeitsplätze wird dabei neu geschaffen. „Das Engagement der Firma Playmobil im Landkreis Ansbach ermöglicht vielen Menschen Wohnortnah ihren Lebensunterhalt zu verdienen“, so Ludwig.

Das Unternehmen „geobra Brandstetter“ erwartet für 2013 einen Rekord für den weltweiten Playmobil-Umsatz. „wir werden mit dem Gruppenumsatz, erstmals die 600 Millionen-Euro-Grenze überspringen“, freut sich Weingart.

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