Ohne Scheu zum Arzt
Crailsheim. Um das Thema, das landläufig "Blasenschwäche" genannt wird, und dessen Therapie geht es morgen Abend beim Klinikgespräch mit dem Frauenheilkundler und leitenden Klinikarzt Kurt Weber.
"Das Wichtigste ist, dass Frauen ohne Scheu mit ihrem Doktor reden", betont Kurt Weber und fügt hinzu: "Erster Ansprechpartner ist immer der Frauenarzt." In Rückkopplung mit dem Gynäkologen wird dann eine Therapie festgelegt. Ziel ist, "dass Frauen wieder hüpfen, niesen, lachen - also unbeschwert sein können, ohne dass sie Angst haben müssen, dass es tröpfelt."
Kurt Weber macht Mut: Keine Frau sollte von vornherein denken, bei ihr sei keine Hilfe mehr möglich, selbst wenn bereits die eine oder andere Therapie angewandt wurde. "Jeder Fall ist individuell. Nie darf man von anderen Fällen auf sich schließen." Das wird er am morgigen Mittwoch um 18.30 Uhr in der Cafeteria des Klinikums deutlich machen.
Um herauszufinden, welche Form der Inkontinenz vorliegt, bietet sich die dreiteilige urodynamische Untersuchung an. Sie ist wesentlich für die Antwort auf die Frage: Medikament oder Operation? Bei der häufigsten Form, der Stress-Inkontinenz, ist nicht die Blase schwach, sondern der Verschluss funktioniert nicht mehr richtig. Der erfahrene Frauenheilkundler betont, das der Beckenboden eine Muskelplatte mit einer kräftigen Schließfunktion sei, die trainiert sein will. "Beckenbodengymnastik und Gewichtsabnahme sind richtige Schritte."
Blieb der Erfolg dennoch aus, ist eine Operation angesagt. Das Alter der Patientin ist dabei nicht entscheidend, sondern, ob "sie die Belastung einer Operation verträgt." Am zweithäufigsten ist die Drang-Inkontinenz: Die Blasenentleerung hat sich hier "verselbstständigt."
Der Mediziner Kurt Weber hat im September 2009 die Leitung der neuen Hauptabteilung "Geburtshilfe und Gynäkologie" in Crailsheim übernommen. "Das Personal im Klinikum ist sehr engagiert, kompetent und offen", meint Kurt Weber, so dass auch neue Methoden - unter anderem im OP - sowie neue Leistungen angeboten werden können. pm
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09.02.2010
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Kurt Weber spricht über Inkontinenz. Foto: Siewert
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