NPD stellt "Kampftruppe Hall" auf

Die rechtsextreme NPD hat der ebenfalls rechten Partei DVU im November die Entsendung einer "Kampftruppe Hall" angeboten. Dies geht aus internen E-Mails hervor, die dem "Spiegel" zugespielt wurden.

JOCHEN HÖNESS | 1 Meinung

Die "Kampftruppe Hall" hätte das Ansinnen der NPD unterstützen sollen, bei einem Fusionsparteitag am 12. Dezember im thüringischen Kirchheim mit der ebenfalls rechtsextremen DVU zu verschmelzen. Hintergrund: In den Reihen der DVU gab es offenbar massive Vorbehalte gegen die Parteienfusion. Diese und viele andere Fakten aus dem Innenleben der NPD sind der Öffentlichkeit bekannt geworden, nachdem rund 60000 interne E-Mails verschiedenen Medien, darunter dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", zugespielt worden waren.

In einer dieser Mails bietet ein (vom "Spiegel" anonymisierter) Absender DVU-Chef Matthias Faust an, eine "Kampftruppe Hall" zu dem Parteitag zu entsenden, um das Fusions-Ansinnen der NPD und der DVU-Vorderen zu unterstützen. Die Beschreibung dieser Truppe liest sich wie ein Wehrmachts-Protokoll von vorderster Front: "1. Kampftruppe Schwäbisch Hall: 9 Mann - Kosten 437 Euro"; 2. Kampfgruppe Schwäbisch Hall klein: 4 Mann, Kosten 200 Euro". Denkbar wäre, dass die E-Mail aus Crailsheim abgeschickt wurde. Dort sitzt die Geschäftsstelle des NPD-Landesverbands. Faust zeigte sich von diesem Angebot begeistert, wie aus seiner Antwort-Mail hervorgeht: "Ich bin (. . .) sehr dankbar, wenn es auch bei Eurer Unterstützung bleibt. Die von Dir beschriebenen Kosten würden wir natürlich übernehmen."

Im Nachhinein bestreitet Faust gegenüber dem "Spiegel" die Existenz der "Kampftruppe": Es könne sich "nur um einen Scherz gehandelt" haben.

So oder so: Die Fusion wurde letztendlich vollzogen. Die Partei trägt nun den offiziellen Namen "NPD - Die Volksunion".

Die E-Mails im Original-Wortlaut: www.hohenloher-tagblatt.de

1 Kommentar

23.02.2011 09:02 Uhr

Die Fusion wurde nicht vollzogen

In Ihrem Artikel ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Die sogenannte "Fusion" zwischen der NPD und der DVU wurde nicht vollzogen. Das Landgericht München I hat diese per Einstweiliger Verfügung auf Antrag von vier DVU-Landesverbänden ausgesetzt und Matthias Faust, DVU-Chef, untersagt, den Verschmelzungsvertrag zu unterzeichnen.

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