Klärschlammverwertungsanlage

KSV: Auf der Suche nach neuem Geld

Crailsheim.  Rettet ein neuer Gesellschafter die schwer angeschlagene Klärschlammverwertungsanlage (KSV) in Waldeck? Die bisherigen Gesellschafter haben den Weg frei gemacht für neuen Sachverstand - und neues Geld.

Kaum eine Gemeinderatssitzung in den vergangenen Wochen im HT-Land, auf deren Tagesordnung nicht der Punkt "Änderung des KSV-Gesellschaftervertrages" gestanden ist. Die Kommunalparlamente haben allesamt zugestimmt, sodass sich das klamme Unternehmen, das bislang ausschließlich von Kommunen und den Crailsheimer Stadtwerken beherrscht wird, in eines mit gemischter Gesellschafterstruktur umwandeln kann.

Schon seit Längerem laufen Verhandlungen mit großen Energieversorgern, darunter ganz offensichtlich auch EnBW, drittgrößtes Energieunternehmen in Deutschland. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings nicht. Wunschszenario zumindest eines Teils der KSV-Gesellschafter ist, dass von den bisherigen Eigentümern nur die Crailsheimer Stadtwerke und die Stadt Dinkelsbühl verbleiben.

Die von den Kommunalparlamenten abgesegneten Änderungen des KSV-Vertrages ermöglichen es Gesellschaftern nun, ihre Anteile zu verkaufen - sowohl an Mitgesellschafter als auch an gesellschaftsfremde Dritte. Geschieht dies, entfällt auch die Klärschlamm-Andienungspflicht. Die war bislang bis Ende 2017 festgelegt und gehörte zu den umstrittensten Punkten des Gesellschaftsvertrages von 2005. Die KSV-Gesellschafter zahlen derzeit 75 Euro pro Tonne Klärschlamm - ein Preis, der deutlich über dem liegt, den andere Kommunen, die nicht der KSV angehören, bezahlen.

Heute treffen sich die KSV-Gesellschafter erneut zu einer Versammlung in Crailsheim. Es geht vor allem um die künftige Geschäftsführung der KSV. Die liegt seit Oktober 2010 in den Händen von Uwe Kälberer. Den erfahrenen Ingenieur hatte man als Sanierer geholt. Eigentlich wollte er morgen seine Arbeit beenden, aber nun sieht es so aus, als werde er noch eine Weile bleiben.

Unterstützt wird er künftig von einem zweiten Geschäftsführer, der sich um kaufmännische Belange kümmert. Über diesen zweiten Geschäftsführer entscheiden heute die KSV-Gesellschafter.

Unterdessen sind zumindest Teile der Klärschlammverwertungsanlage wieder in Betrieb. Die Turbine läuft wieder und so kann auch wieder Strom produziert werden. Aus Gemeinderatsunterlagen geht hervor, dass die Anlage in diesem Jahr mehr als 100 Tage stillgestanden ist. Auch für 2011 wird mit einem Abmangel gerechnet. Neues Geld wird also dringend gebraucht.


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Autor: ANDREAS HARTHAN | 22.12.2011

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