INS VISIER GENOMMEN: Hinterher wars wieder niemand
Eines ist klar: Hinterher will es wieder niemand gewesen sein. Alle stehlen sich aus der Verantwortung, der Verbraucher geht zum Tagesgeschäft über und wartet sehnsüchtig, so meint man, auf den nächsten "Skandal".
Dabei ist die "Sensation" doch so überraschend nicht. Und auch nicht neu. Seit Jahren entpuppt sich das unappetitliche Thema "Antibiotika und Bakterienkeime im Hähnchenfleisch" als Dauerläufer im Mediendschungel. Bis zum nächsten Horrorszenario, das dann womöglich Rinder, Schweine, Eier, Nudeln oder was auch immer aufspießt. Dabei geht es doch um unser aller ureigenstes Interesse: die tägliche Mahlzeit.
Wie wir Deutschen mit unseren Lebensmitteln umgehen, wie wir die Maxime "Hauptsache billig" als Leitlinie ausgeben, das sollte uns eher zu denken geben als die Aufregung um - zugegeben - bedenkliche Hühnerfleisch-Fakten.
Qualität hat ihren Preis. Alle anderen Europäer geben zum Teil ein Vielfaches für ihre Lebensmittel aus. Es muss nicht alles Bio sein, aber ein paar regelmäßige Fragen an die Lebensmittelhändler unseres Vertrauens nach Herkunft und Zustand der Produkte könnten helfen, Gutes und Bewährtes noch zu verbessern.
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Autor: SWP | 14.01.2012
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Mathias Bartels zum Thema VERSEUCHTES HÜHNERFLEISCH m.bartels@swp.de
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Kommentare (1)
Größer - schneller - billiger:
Unter diesem Motto der Agrarindustrie leiden heute rund 150 Mill. Nutztiere in deutschen Ställen. Ob Schwein, Rind, oder Legehenne, ob Pute, Kaninchen oder Ente - sie werden verstümmelt, in enge Ställe oder Käfige gepfercht und mit Medikamenten vollgepumpt. Auf der Strecke bleiben nicht nur das Wohl der Tiere und ihre artgemäße Haltung, sondern auch Qualität, Geschmack und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte.Mediziner warnen seit Jahren die Verbraucher vor Medikamentenanreicherungen in Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Es gilt als gesichert, daß Antibiotikaanreicherungen im Fleisch, speziell im Schweinefleisch, die Hauptursache für die hochbrisante Antibiotikaresistenz beim Menschen sind. Immer mehr Menschen sprechen selbst auf hohe Antibiotikadosen nicht mehr an.