Geschichte lebt neu auf
Niederstetten umfasst sechs museale Einrichtungen und ist damit neben Rothenburg und Hall eines der bedeutendsten Mitglieder des Arbeitskreises Museen und Schlösser in Hohenlohe-Franken.
Niederstetten - Da der Ort zudem im Herzen des Wirkungskreises der Arbeitsgemeinschaft liegt, war es nicht verwunderlich, dass fast 40 Vertreter musealer, kirchlicher und staatlicher Institutionen zur Herbsttagung angereist waren. Walter Krüger, stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Heimatvereins Niederstetten, führte kenntnisreich und humorvoll in die Niederstettener Geschichte ein. Er sparte nicht mit der Schilderung von historischen Details, von denen es in der langen Ortsgeschichte eine ganze Anzahl gibt. So erfuhren die erstaunten Mitglieder, dass 1848 in Niederstetten während der Zeit des Vormärz ein veritabler Aufstand stattfand, dem das hohenlohische Rentamt zum Opfer fiel. Der Hintergrund war allerdings kein unmittelbar politischer, vielmehr hatte eine Doppelbesteuerung von König und dem Haus Hohenlohe zu dem Aufstand geführt. Walter Krüger machte mit seinen vielen Anekdoten Geschichte lebendig.
Es schloss sich eine Besichtigung des KULT an, das als multifunktionaler öffentlicher Raum dient: Bücherei, Museum, Veranstaltungsraum, Musikschule und vieles mehr. Die Mitglieder des Arbeitskreises waren natürlich besonders interessiert an der musealen Gestaltung, die sich vor allem der Geschichte von Albert Sammt, einem Luftfahrtpionier, widmet. Bei der Stadtführung begeisterte Walter Krüger wiederum mit seinem Detailwissen und seiner lebendigen Erzählweise. So erfuhren die Tagungsteilnehmer, dass das Rathaus 1945 durch eine Fliegerbombe, die auf die Stadt niederging, zerstört wurde - just in dem Moment, als der Bürgermeister bemerkt hatte, dass er seinen Rathausschlüssel zu Hause vergessen hatte und umgekehrt war. So entging das Stadtoberhaupt dem sicheren Tod.
Bei der Sitzung des Arbeitskreises begrüßte Vorsitzender Friedrich König aus Kirchberg Prof. Dr. Markus Walz von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur aus Leipzig, der zum Thema "Gegenwartssammeln - Dilemma oder Chance?" referierte. Vielen der Anwesenden dürfte bei seinen kompetenten und sachlich analytisch dargebrachten Argumenten bewusst geworden sein, wie schwierig diese Thematik ist. Welche Objekte soll ein Museum für die Zukunft ankaufen? Wie begrenze ich meine Sammlung und bleibe trotzdem repräsentativ? Welche Sammlungskonzepte führen die Museen aktuell durch? Diese Fragen wurden kontrovers behandelt und die Teilnehmer erhielten durch den angeregten Diskurs viele neue Eindrücke und Impulse.
Als neue Mitglieder wurden unter anderem die Löchnersche Schmiede in Langenburg und das "Museum Führungskultur" der Firma Würth Industrie Service auf dem Drillberg in Bad Mergentheim aufgenommen. hmö
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Autor: SWP | 19.10.2011
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Walter Krüger (Mitte) führte die Mitglieder des Arbeitskreises Museen und Schlösser unterhaltsam und kompetent durch Niederstetten. Privatfoto
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