Gartensaison beginnt

Crailsheim.  Nach dem langen Winter ist jetzt wieder die Zeit für leuchtende Farben gekommen: Die Blumenhändler auf dem Crailsheimer Wochenmarkt bringen mit Primeln und Narzissen den Frühling in die Stadt.

"Ich nehme 20 von den Gelben und 20 von den Violetten - und dann geben Sie mir noch ein paar Weiße dazu." Resul Yildiz packt die bestellten Stiefmütterchen zusammen. Seit acht Uhr stellt der Blumenhändler aus Heilbronn Frühlingsblüher in großen und kleinen Mengen für seine Kunden zusammen und beantwortet besorgte Fragen, ob wohl noch einmal Frost kommen werde und die Blumen überhaupt schon ins Freiland gesetzt werden dürften. "Ich kann es natürlich nicht versprechen", meint Yildiz, "aber die Stiefmütterchen und die Bellis sind recht robust, die müssten den zaghaften Frühlingsbeginn schon aushalten." Wer auf Nummer sicher gehen will, könne die Pflanzen zunächst nachts noch mit einem Gartenvlies abdecken. Das leuchtet der Kundin ein: "Ich warte einfach noch eine Woche, bevor ich die Blumen in den Garten setze, dann wird es schon gehen."

An allen Ecken und Enden blüht es in der Langen Straße: Der Frühling ist in der Stadt. Sogar aus einem Fahrradkorb leuchten die bunten Blütenblätter. "Wir sitzen schon lange in den Startlöchern", sagt Blumenhändlerin Bärbel Walter aus Neustädtlein, die erstmals nach der Winterpause wieder zum Wochenmarkt gekommen ist.

Nicht alle Kunden sind an der ersten Blütenpracht interessiert. Roland Binder aus Jagstheim deckt sich lieber großzügig mit Steckzwiebeln ein. "Ich freue mich, dass die Gartensaison wieder losgeht", meint der Hobbygärtner, "das ist eigentlich jedes Jahr so. Aber diesmal ist die Freude besonders groß, weil der Winter so lang war." 80 Salatköpfe hat Roland Binder im letzten Jahr in seinem Garten angepflanzt. Das will er heuer auch wieder tun, doch heute lässt er die Setzlinge noch einmal stehen. "Da ich kein Frühbeet habe, warte ich zunächst noch die Eisheiligen im Mai ab - erst danach wird wieder eifrig Salat gesetzt", so Binder.

So lange möchte Martha Mack nicht warten. Sie hat bereits den ersten Kopfsalat gekauft, den sie daheim ins Frühbeet setzen will. "Ich habe in meiner Wohnung bereits Tomatenpflanzen vorgezogen. Jetzt bin ich froh, dass es auch draußen losgeht", erklärt die Rentnerin. Wenn alles klappt, wird in sechs Wochen der erste Salat geerntet.

"Die Kunden sind ganz gierig auf die Gartensaison", stellt Anita Beiser aus Tiefenbach fest, "alle sind froh, dass die Winterzeit um ist." Und in der Tat laufen die meisten Wochenmarktbesucher mit einem Lächeln auf dem Gesicht herum. Die Händlerin weiß, warum: "Der Frühling tut uns allen gut."


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Autor: CHRISTINE HOFMANN | 20.03.2010

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