Erfolgsgeschichte eines einstmals kleinen Projekts

Seit zehn Jahren wird das Projekt "H-Mun" am Gymnasium bei St. Michael veranstaltet. Für ein Schulprojekt eine ungewöhnlich lange Zeit. Was macht "H-Mun" jedes Jahr aufs Neue interessant? Was treibt fast 200 Schüler dazu, sich in den letzten Schulwochen im Dresscode in stickige Säle zu setzen? ",H-Mun ist jedes Jahr anders. Es ist dasselbe Setting, aber die Themen wechseln. Und was noch wichtiger ist: Die Teilnehmer sind jedes Jahr neu", sagt Christoph Heinrichsdorff.

Er gehört zu den "Geburtshelfern" des Projekts: Mit Martin Ebner und einigen Gleichgesinnten hat er es 2001 an die Schule gebracht. "Wir haben mit 40 Teilnehmern und zwei Ausschüssen angefangen: dem Menschenrechtsrat und dem Wirtschafts- und Sozialrat." Nachdem er und einige seiner Freunde 1997 und 1998 bei einem "Mode United Nations" in Bonn teilgenommen hatten, wussten sie: Das muss es auch in Hall geben. "Wir hätten nicht gedacht, dass sich das so entwickelt", freut sich der ehemalige Schüler. "Über die Jahre habe ich nichts mehr von ,H-Mun mitbekommen. Jetzt bin ich umso mehr überrascht und vor allem erfreut hier zu sein." Heinrichsdorff durfte auf der Rednerliste beim zehnten "H-Mun" nicht fehlen. Er verglich das Projekt mit einem Kind, das "seinen Onkel in Bonn mittlerweile überholt hat". Auch für die Schulleitung hatte er Lob übrig: "Wir wurden immer unterstützt. Und gerade am Anfang ist das wichtig." Schulleiter Thomas Preisendanz stimmt zu: "Ich wäre damals ja bescheuert gewesen, zu diesem Projekt nicht Ja" zu sagen." Er verspricht: "So lange ich hier bin: ,H-Mun wird jedes Jahr stattfinden."

Den diesjährigen "Geburtstag" zeichnen einige hochkarätige Gäste aus: Gesine Schwan verkündete am Montag, man müsse sich "um das Futter aller kümmern"; am Donnerstag diskutierte der ehemalige Generaluntersekretär der UN - über ihm stand ab 1997 nur Kofi Annan - Karl Theodor Paschke mit den Delegierten. Solche prominenten Gäste gab es noch nie bei "H-Mun".

Auch Heinrichsdorff ist froh über das Fortleben des Planspiels. "Man sammelt Erfahrungen beim Diskutieren, man lernt mit Konflikten umzugehen, man wächst an sich selber - und es macht Spaß." Offensichtlich hat ihm diese Erfahrung genutzt: Er betreibt nun Project Controlling beim Versicherungskonzern Zürich. Jahn Nitschke


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


29.07.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr