Christen sollen sich einmischen

Crailsheim. 

Wozu wird Kirche gebraucht? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Themenabends mit Dekan Dr. Winfried Dalferth, der im Rahmen der Reihe "Kirche. . . weil" im Martinshaus in Roßfeld stattfand.

Kirche mischt sich ein, so lautete die These, die an diesem Abend erläutert wurde: "Sich einmischen ist Grundlebensweise des Christentums". Diese wurden dazu aufgefordert, sich als Christen in ihrem Bereich auch einzumischen. Dalferth beschrieb, wie Einmischung nötig ist, aber auch Gefahr bedeuten kann. Weltweit seien 90 Prozent aller verfolgten Menschen Christen. Der Dekan nannte den Mord an koptischen Christen in Ägypten. Ebenso wurden Brandanschläge auf Kirchen in Malaysia und der Völkermord an den armenischen Christen in der Türkei erwähnt.

An Persönlichkeiten, die sich in der deutschen Geschichte eingemischt haben, nannte Dalferth Dietrich Bonhoeffer im Widerstand des Dritten Reichs und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, den Begründer der Genossenschaftsbewegung. "Unser Vorbild Jesus hat sich in der Gesellschaft eingemischt." Davon ausgehend wurden einige Richtlinien erarbeitet, wie sich Christen einmischen sollen: Wesen der Kirche sei es, Gesellschaft mitzugestalten, aber nicht durch die Macht, sondern durch das Wort. Es gehöre für einen Christen dazu, Vorbild zu sein. Der Referent wies darauf hin, dass ein großes Problem in der Gesellschaft die zunehmende Altersarmut sein wird. Dalferth betonte aber auch, dass niemand sich unter Leistungsdruck fühlen muss: "Jesus hat nicht flächendeckend alle geheilt, sondern am Weg, wenn er vorbeiging." "Wenn die Kirche Missstände in der Gesellschaft nicht anprangert, wer soll es dann tun?" pm


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20.03.2010

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