Auch die Feuerwehr spart

Crailsheim.  Sorgsam mit Geld umgehen will auch die Feuerwehr in Crailsheim. Auf diese Feststellung legte Stadtbrandmeister Tilman Wagner bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr größten Wert.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatten Stadträte nach der Effizienz des bei der Feuerwehr in der Umsetzung befindlichen Wechselladerkonzepts gefragt. Die Crailsheimer Feuerwehrführung hat nachgerechnet und kommt, so Stadtbrandmeister Tilman Wagner, zu einem "durchaus erstaunlichen Ergebnis": Eingespart wird nicht nur der prognostizierte Betrag von einer Million Euro, sondern die Summe von 1,6 Millionen Euro - berechnet auf einen Zeitraum von 30 Jahren. "Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann", findet der oberste Feuerwehrmann in der Stadt. Das meint auch Oberbürgermeister Rudolf Michl. Er stellte sich "uneingeschränkt" hinter das Wechselladerkonzept und versicherte der Wehr: "Die Stadt steht hinter Ihnen".

Was genau steckt hinter dem Konzept? Bis vor kurzem gab es für jedes Einsatzszenario ein gesondertes Fahrzeug mit Eigenantrieb. Daher war es erforderlich, viele Gerätewagen und Sonderfahrzeuge vorzuhalten. Wechselladerfahrzeuge ermöglichen es nun, unterschiedliche Komponenten in Form von so genannten Abrollbehältern zur Einsatzstelle zu bringen. Diese Behälter werden an der Einsatzstelle abgesetzt und die Trägerfahrzeuge können für weitere Transportzwecke eingesetzt werden.

Da im vergangenen Jahr viele neue Stadträte gewählt worden sind, muss das eigentlich von Gemeinderat und Verwaltung bereits abgesegnete Wechselladerkonzept wohl noch einmal intensiv vermittelt werden, hat die Wehr erkannt und lädt deshalb im Sommer zu einer Informationsveranstaltung ein. An diesem Tag sollen die neuen Fahrzeuge, die Abrollbehälter und die erweiterten einsatztaktischen Möglichkeiten praxisnah vorgestellt werden.

Die vor drei Jahren begonnene tiefgreifende Umstrukturierung der Wehr betrifft nicht nur Fahrzeuge und Ausstattung, sondern auch Alarmierungs- und Ausrückeordnung - und die Ausbildung. Hier wurde nach Überzeugung von Ausbildungsleiter Martin Herterich in Crailshein ein "Erfolgsmodell" entwickelt, das bereits in anderen Wehren im Land Nachahmer gefunden hat.

In Crailsheim werden die Außenabteilungen inzwischen intensiv ins Einsatzgeschehen eingebunden. Die östlichen Abteilungen Goldbach, Westgartshausen und Jagstheim bilden den 2. Löschzug, die westlichen Abteilungen Onolzheim, Roßfeld, Tiefenbach und Triensbach kommen zum Zug, wenn Wechselladerfahrzeuge eingesetzt werden. Alles in allem betrachtet Herterich den Ausbildungsstand der Crailsheimer Wehr als "gut". Ihr Können "wird allseits anerkannt und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus gefragt", freut er sich.

Über die Leistungsfähigkeit der Wehr freute sich auch Erster Landesbeamter Michael Knaus. Jedes ehrenamtliche Engagement sei wichtig, das in der Feuerwehr jedoch überlebenswichtig. Jeder Cent, der in sie investiert wird, sei bestens angelegt, denn die Wehr diene dem Wohle aller Bürgerinnen und Bürger. Für Knaus ist die Crailsheimer Wehr eine "klasse Truppe".

In der haben Walter Beiser, Willi Fohrer, Manfred Hutzenlaub, Manfred Rieger und Manfred Stegmaier 40 Jahre lang Dienst geleistet. Dafür wurden sie mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt. Das silberne Ehrenkreuz erhielten Andrea Boger und Dieter Höflinger. Stadtbrandmeister Wagner würdigte sie als "stille Arbeiter", die kein Aufheben um ihrer Person machen, deren Einsatz für die Wehr aber so wichtig sei.

Freuen konnte sich Wagner auch über einen neuen Vorsitzenden der Altersabteilung (Konrad Linke) - und über sage und schreibe 17 junge Menschen, die er mit Handschlag in die Wehr aufnahm - darunter auch einer seiner Söhne.


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Autor: ANDREAS HARTHAN | 16.03.2010

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