Mal auf Schokolade, PC-Spiele oder Zigaretten verzichten

Ab Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit

Crailsheim.  Bis Ostern sind Bonbons, Computer und Handy tabu? Ein ungewöhnlicher Gedanke, der ab heute in die Tat umgesetzt werden kann. Der Fastenbeginn ist ein guter Grund, auf lästige Gewohnheiten zu verzichten.

Kein ständiges SMS-schreiben, kein Posten von nervigen Facebook-Nachrichten und kein schlechtes Gewissen, weil die Tafel Schokolade innerhalb von Minuten im Magen verschwunden ist - wer sich im Verzicht auf ein oder mehrere Dinge üben möchte, sollte gleich jetzt damit anfangen, denn heute ist Fastenbeginn. Sieben Wochen, beziehungsweise 40 Tage (wer die Wochenenden auslässt) wird bis Ostern auf Genussmittel und Co. verzichtet.

"Man muss sich mental darauf einstellen", betont der Crailsheimer Bürgermeister Herbert Holl, "sonst hält man die Fastenzeit nicht durch. Egal ob auf Zigaretten, Süßigkeiten oder etwas anderes verzichtet werden soll." Nachdem Holl bereits einmal eine Woche komplett auf feste Nahrung verzichtet hatte, hält er sich in diesem Jahr vom Alkohol fern. "Diese Fülle von Essen, Getränken und Genussmitteln muss man immer mal wieder hinterfragen. Wir leben heute im Überfluss, jedes Lebensmittel steht fast immer zur Verfügung. Deshalb will ich in den nächsten Wochen bewusst auf etwas verzichten", begründet Herbert Holl seinen Entschluss. Schwer fallen werde ihm das aber nicht. Er trinke generell sehr wenig, und wenn es abends einmal eine gesellige Runde gebe, würde er eben statt zum Bier zum leckeren Fruchtsaft greifen. Während seines einwöchigen Verzichts auf Essen habe er plötzlich mehr Zeit als vorher gehabt und den Tag viel bewusster erlebt. "Meine Sinnesorgane waren sehr geschärft. Wenn ich Hunger bekommen habe, bin ich zum Beispiel einfach raus an die frische Luft und eine Runde spazieren gegangen." Außerdem habe er ganz normal weitergearbeitet, denn auch das lenke vom Hunger ab.

Wie Herbert Holl entschließen sich jetzt viele Menschen zum Fasten. Heute, am Aschermittwoch, geht es los. Sieben Wochen wird dann auf etwas verzichtet. Das können Genussmittel wie Süßes oder Alkohol sein, aber auch Fernsehen, PC-Spiele, Internet oder der ständige Umgang mit dem Handy sind gute Gründe, das Fasten anzufangen. Besonders Mutige ziehen bei ihrem PC einfach den Stecker und nutzen die Zeit für Sinnvolleres.

Auch Johannes Köder, Leiter des Crailsheimer Baubetriebshofs, schwört auf die Fastenzeit. "Seit mehr als 25 Jahren faste ich immer von Aschermittwoch bis Ostern", erklärt er. Er verzichtet auf den geliebten Glimmstängel und gibt sich kämpferisch: "Klar halte ich das durch. " Sogar einen Kollegen hat er animiert, sieben Wochen auf Zigaretten zu verzichten.

Was die ganze Fasterei bringen soll? Weniger Kilos auf der Waage, mehr Geld im Portemonnaie, Köstliches wieder bewusst genießen und mehr Zeit, um sie mit Freunden und der Familie zu verbringen. Johannes Köder betont: "Es tut dem Körper und dem Geist gut, eine Zeit lang auf etwas zu verzichten." Ganz mit dem Rauchen aufhören, will er dann aber doch nicht.


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Autor: DANIELA KNIPPER | 22.02.2012

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