Schulprojekt: 1500 Euro für zehn Prozent

Was aus einem Thema im Unterricht alles werden kann zeigen Schüler der Leonhard-Sachs-Schule in Crailsheim. Sie wollen Energie einsparen.

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Gülcan Deniz gibt Schülern der zweiten Klasse Tipps, wie man Energie einsparen kann. Teil des Projektes ist auch ein Energiespardienst: Dessen Aufgaben erklärt sie gerade.  Foto: 

Ein ehrgeiziges Ziel hat sich die Ethikklasse der Leonhard-Sachs-Schule gesetzt: Zehn Prozent weniger Energiekosten im Vergleich zum Vorjahresmonat wollen die Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn einsparen. Und das sogar unter erschwerten Bedingungen. „Das hier ist kein besonders energieeffizientes Gebäude“, so der Schulleiter Michael Ullrich. Allerdings gibt es auch einen Anreiz, den die Stadt bereitstellt. „Wenn wir die zehn Prozent schaffen bekommen wir bis zu 1500 Euro von der Stadt. Das Geld wollen wir nutzen, um die Schule zu verschönern“, sagt Rojhat Yalcin. Er war bereits im vergangenen Jahr Teil des Projektes.

Begonnen hat das Projekt im vergangenen Schuljahr mit den damaligen Schülern der Klassen neun und zehn. „Damals haben wir im Unterricht darüber diskutiert, ob wir eigentlich in einer fairen Welt leben oder nicht“, erklärt Sebastian Glemser, der Ethiklehrer. Dann habe man sich verschiedene Bereiche angeschaut. „Wir haben uns über die Produktion von Obst und Gemüse informiert und auch über die Herstellung von Kleidung“, sagtGülcan Deniz, die momentan in der zehnten Klasse ist und letztes Jahr schon dabei war. Dabei war die Herstellung nicht nur gefährlich und kaum nachhaltig: „Es gibt auch eine unfaire Verteilung.“

Keine faire Produktion

Nachdem die Schüler sich intensiver mit den Produktionsbedingungen auseinandergesetzt hatten, kam die Frage auf, was man selbst machen könnte. Daraus entstand die Idee, dass Energie einsparen ein erster Schritt sei, um auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen und selbst aktiv zu werden.

„Wir wollten am Anfang ein langfristiges Projekt über zehn Jahre, und haben dann an den Gemeinderat und die Stadtverwaltung geschrieben“, sagte Glemser. Doch die bevorzugten eine kürzere Zeitspanne. Die Briefe entwarfen die Schüler selbst.

„Wenn wir mittwochs zwei Stunden Ethikunterricht hatten, haben wir uns an den PC gesetzt und uns darüber informiert, wie wir Energie einsparen können“, erklärte Yalcin. Wichtig sei vor allem, dass man nicht mehr verbraucht als nötig.

Aus ihren Recherchen entwarfen die Schüler Tipps, welche sie auf Zettel schrieben. Damit diese Ratschläge umgesetzt werden, gingen sie durch die Klassenräume der ganzen Schule und hielten einen kurzen Vortrag, um das Projekt vorzustellen. Dann wurden Zettel und Thermometer in den Klassenzimmern aufgehängt. Zusätzlich wurde ein Energiespardienst eingeteilt. Dieser sollte vor allem die Temperatur im Blick haben.

Übergeben wurden die Thermometer von Energieberater Ralf Hübsch. Der setzte sich bei der Planung des Projekts mit Glemser zusammen. „Der Kontakt ist über die Verwaltung zustande gekommen. Wir unterstützen bereits mehrere ähnliche Aktionen“, sagte Hübsch.

Außerdem haben die Schülerinnen und Schülern Aufkleber im Schulgebäude angebracht, beispielsweise dass Fenster und Türen geschlossen gehalten werden sollten. Bereits das hilft.

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