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Wie Talente in verschiedenen Sportarten gefördert werden

Nicht immer fair: Junge Spitzensportler erfahren bei der Nachwuchsförderung je nach Sportart unterschiedliche Unterstützung.

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  • Biathletin Mareike Braun gehört im Alter von 17 Jahren bereits zur nationalen Spitze. Der Ulmer Bleron  Visoka spielt bei Mainz 05 in der U-19-Bundesliga.  1/3
    Biathletin Mareike Braun gehört im Alter von 17 Jahren bereits zur nationalen Spitze. Der Ulmer Bleron Visoka spielt bei Mainz 05 in der U-19-Bundesliga. Foto: 
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Platz eins und zwei im DSV-Jugendcup, insgesamt drei Medaillen bei den deutschen Jugendmeisterschaften: Die Erfolgsbilanz der Biathletinnen Mareike und Sabrina Braun kann sich sehen lassen. Doch die Resultate kommen nicht von ungefähr. Optimale Trainingsbedingungen finden die Zwillinge aus Amstetten  am Ski-Internat Furtwangen vor. Seit Sommer 2016 besuchen sie die Robert-Gerwig-Schule im Schwarzwald. Die Koordination zwischen Unterricht und Training findet Mareike optimal. Sie und ihre Zwillingsschwester wird nicht nur für Wettkämpfe, sondern auch für Trainingseinheiten freigestellt. Falls es wegen des dichten Programms schulisch mal nicht so laufen sollte, gibt es für die Sportler Nachhilfe.

Förderung nach Leistung

Das klingt erst einmal alles toll. Für die Eltern ist der Sport allerdings finanziell eine Belastung: Das Internatszimmer plus Verpflegung für die Zwillinge – immerhin 1200 Euro im Monat  – muss selbst bezahlt werden. Zuschüsse gibt es zwar von verschiedenen Stiftungen. Ob und wie man gefördert wird, hängt aber von den sportlichen Leistungen ab: „Das kommt auf den Kader an, in dem man ist“, erklärt Mareike. Momentan sind die 17-Jährigen im DC-Kader, dem höchsten Landeskader, der gleichzeitig die höchste Stufe im Jugendbereich bildet. Von diesem Kaderstatus hängt die Förderung durch den Deutschen Skiverband ab. „Die Landeskader kriegen in Baden-Württemberg die Stöcke gestellt. Ab dem C-Kader bekommt man die komplette Ausrüstung“, weiß Mareike.

Eine Stelle in den Fördergruppen von Bundes- und Landesbehörden ist für die jungen Sportler essentiell. Wenn man seinen Kaderstatus verliert und weitermachen will, wird es eng: „Dann musst du schauen, dass du es finanziell selber hinkriegst“, meint Mareike.

Doch es kann auch anders laufen. Der Fußballer Bleron Visoka, im Sommer vom SSV Ulm 1846 Fußball zur U 19 des 1. FSV Mainz 05 gewechselt, muss sich über Fragen wie seinen „Kaderstatus“ keine Gedanken machen. Auch die Voraussetzungen im Fußball-Internat stimmen. „Eigentlich ist alles top“, findet er kein Haar in der Suppe. Das Internat der Mainzer Nachwuchsschmiede befindet sich in der Innenstadt außerhalb des Trainingsgeländes. „Damit wir nicht immer nur an Fußball denken“, erklärt Visoka schmunzelnd. Auch medizinisch sind die jungen Kicker bestens versorgt: „Beim Training steht immer ein Physio bereit und wir können auch jederzeit zum Arzt gehen.“ Sprechstunden gibt es direkt im Leistungszentrum. Finanziell bewegt sich der Fußball naturgemäß in anderen Sphären als andere Sportarten: „Das Internat bezahlt der Verein für alle Spieler“, sagt der ehemalige Spatzenkicker. Auch bei den 05ern ist für Nachhilfe gesorgt. Das Nachwuchskonzept des FSV sieht zudem eine sozialpädagogische und sportpsychologische Betreuung der jungen Spieler vor.

Es gibt auch noch ein anderes Modell: Die Eisschnelläuferin Anna Ostlender trainiert seit diesem Sommer in Inzell, zuvor war sie fast fünf Jahre in Erfurt. Zeitgleich mit dem Schulwechsel stieg sie vom Inline-Speedskating auf Eisschnellauf um. Der Grund dafür sei vor allem die bessere Förderung gewesen: „Ich wollte auf eine Schule, an der man sich auf eine Sportart konzentrieren kann und das gibt es beim Inline nicht.“ Für den erneuten Umzug habe sich die 15-Jährige wegen der kürzeren Fahrt nach Ulm entschieden. Früher war der Wechsel auf die Wunschschule allerdings nicht möglich: „Ich musste erst im Kader sein, um auf die Schule zu kommen.“ Altersbedingt konnte sie jedoch erst im vergangenen Jahr in den DC-Kader aufgenommen werden.

Schule in Teilzeit

Da ihre Schule im eine Stunde entfernten Berchtesgaden liegt, sind die Nachwuchs-Eisläufer sozusagen nur „Teilzeitschüler“: „Wir sind dann zum Beispiel Montag, Dienstag und Mittwoch in der Schule“, erklärt Anna. Dann geht es für den Rest der Woche nach Innzell. Doch der Unterricht darf auch an den Trainingstagen nicht zu kurz kommen: „Wir haben einen Privatlehrer für ein bis zwei Stunden Unterricht  jeden Tag.“ Außerdem werde der verpasste Stoff nach der Saison nachgeholt. Da müssen dann meist die Oster­ferien dran glauben.

Für alle Sportarten ist das Kadersystem einheitlich festgelegt: Der D- und DC-Kader sind Landeskader und werden von den Bundesländern gefördert. Trotzdem kann es im DC-Kader bereits bundesweite Fördermaßnahmen geben, wie beispielsweise gemeinsame Lehrgangsgruppen. Der C-Kader ist der sogenannte „Bundesnachwuchskader“, hier ist also die Spitze der Junioren einer Sportart versammelt. Der B-Kader umfasst die erweiterte nationale Spitze, in den A-Kader kommen nur Athleten, die zur Weltspitze gehören. Der Kaderstatus eines Athleten ist ausschlaggebend für die meisten Fördermaßnahmen.

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