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VfB: Mit aller Macht gegen eine gefährliche Angewohnheit

Bloß nicht wieder mit einem Fehlstart in der Fußball-Bundesliga beginnen: Das Stuttgarter Team von Trainer Wolf braucht gegen Mainz das erste Erfolgserlebnis. Von Wolfgang Scheerer

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Nach einem Kurzeinsatz beim 0:2 in Berlin heute aller Voraussicht nach in der VfB-Startelf: Holger Badstuber und Dennis Aogo (li.).  Foto: 

Wie es innen drin aussieht? Beiden Trainer dürfte es heute ähnlich gehen. Freude und Anspannung vor dieser Premiere sind groß. Der Druck ist noch größer. VfB-Chefcoach Hannes Wolf hat das erste Bundesliga-Heimspiel vor der Brust, Kollege Sandro Schwarz von Mainz 05 das erste Auswärtsspiel.

Beide haben mit ihren Mannschaften am ersten Spieltag verloren, der VfB und Mainz stehen in der Tabelle also noch ohne Punkte da. Damit ist klar: Eine zweite Niederlage würde schon so etwas wie eine erste kleine Krise bedeuten. Für die Stuttgarter wäre in der Partie heute, 15.30 Uhr, bereits ein Zähler zu wenig. Das könnte schnell wieder das alte Fehlstart-Trauma heraufbeschwören. Die letzten Beispiele vor dem Abstieg: Drei Spieltage, null Punkte zu Beginn der Saison 2013/14, vier Spieltage, ein Punkt 2014/15, fünf Spieltage, null Punkte 2015/16. Am Ende der Spielzeit stand der direkte Abstieg in die zweite Liga.

Apropos: Der VfB ist im eigenen Stadion seit dem 12. Dezember 2016 in der Zweitligapartie gegen Hannover 96 (1:2) ungeschlagen. Ausgerechnet der Mitaufsteiger aus Niedersachsen hat Mainz zum Auftakt kalt erwischt: Der Ex-Stuttgarter Martin Harnik erzielte den 1:0-Endstand. Simon Terodde, mit 25 Treffern Torschützenkönig der zweiten Liga, ging beim 0:2 des VfB in Berlin dagegen leer aus. Den Unterschied machten zwei Unachtsamkeiten in der VfB-Defensive und zugleich die Effizienz von Hertha BSC. Dass übers nackte Ergebnis hinaus kein Klassenunterschied zu erkennen war, muss Wolfs Mannschaft für heute Mut machen. Immerhin wäre ein „Dreier“ am zweiten Spieltag eine klare Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Problem: Bis Wolf auf eine eingespielte Stammelf bauen kann, wird es dauern.
Findungsphase:
Die neu verpflichteten, ehemaligen Nationalverteidiger Holger Badstuber und Dennis Aogo sind in Berlin für die letzten 28 beziehungsweise 25 Minuten eingewechselt worden. Sie sollen die anfällige Defensive stabilisieren. Gegen Mainz kehrt nach seiner Gehirnerschütterung Innenverteidiger Timo Baumgartl wieder zurück. Der für die „Sechser“-Position verpflichtete Argentinier Santiago Ascacibar, 20, hat zwar kurz mittrainiert, musste dann aber schon wieder in den Flieger Richtung Südamerika, um letzte notwendige Formalitäten für einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland zu klären. Insgesamt sind viele unerfahrene junge Profis im Kader, Ascacibar ist einer von ihnen. Das Entwicklungspotenzial ist groß, die Zeit knapp.
Transferphase:
Die Wechselbörse ist ein Unruhefaktor bis zum Torschluss am 31. August. Kurz vor dem Mainz-Spiel ist der erhoffte Transfer von Außenbahnspieler Erik Durm (Borussia Dortmund) geplatzt. Das quantitativ überbesetzte Mittelfeld im aktuell 29-köpfigen Kader soll noch verschlankt werden. Spieler wie Anto Grgic, Julian Green oder den Ex-Augsburger Tobias Werner will der VfB, wenn möglich, abgegeben. Geholt wurden vor Ascacibar bisher Offensiv-Allrounder Chadrac Akolo (SC Sion/8 Millionen), Torhüter Rob-Robert Zieler (Leicester City/4 Millionen), der sturmstarke Anastasios Donis (Juventus Turin/3 Millionen), Orel Mangala (RSC Anderlecht/1,8 Millionen) fürs defensive Mittelfeld sowie die ablösefreien Verteidiger Badstuber (FC Bayern) und Aogo (Schalke 04).

Torhoffnung: Der VfB hat sich in Berlin Chancen erspielt, für einen Treffer hat’s knapp nicht gereicht. Takuma Asano hämmerte den Ball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten (74.), der eingewechselte Donis traf aus ähnlicher Position das Außennetz (81.). Zuvor hatten  Terodde (53.) und Flügelflitzer Josip Brekalo (57.) gute Chancen. Schießt Simon Terodde heute sein erstes Bundesliga-Tor?

„Wir werden auf keinen Fall ein passives Spiel oder ein destruktives Spiel machen. Wir wollen nach vorne gehen und mit Herz und Feuer spielen“, kündigte VfB-Trainer Wolf an. Die Fans wären dankbar. Das Stadion dürfte mit 60 000 Zuschauern ausverkauft sein. Erstmals haben sie das renovierte Dach über sich, das ohne den zuständigen Architekten vollendet werden musste. Der hatte sich verletzt, nicht auf der Baustelle, sondern beim Fußball.

Ablösesumme drei Millionen Euro: Der Wechsel des zentralen Mittelfeldspielers Alexandru Maxim vom VfB zu Mainz 05, also ungestreift von der zweiten in die erste Liga, war durchaus eine Überraschung. Hatte der Rumäne doch unter VfB-Trainer Wolf erst in der Schlussphase vor dem Wiederaufstieg eine Rolle gespielt. Lange hatte der Coach den 27-Jährigen, der für seine wechselhaften Leistungen bekannt ist, vorher auf der Bank schmoren lassen. Jetzt kehrt Maxim für einen Tag zurück auf den Wasen. Ob er wie beim 0:1 gegen Hannover von Beginn an spielt? Bei seinem Debüt in Mainz war Alexandru Maxim nach 66 Minuten ausgewechselt worden.

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