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Leistungssportreform: Das Konzept der Cluster

Im Rahmen der Leistungssportreform ist das Konzept für die Sommersportarten bereits erarbeitet, die Winterdisziplinen sollen im nächsten Jahr folgen. So lautet der Plan des DOSB.

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Ob es auch in dieser Runde um die neue Reform ging? DOSB-Präsident Alfons Hörmann (Dritter von links) mit Diskuswerfer Robert Harting, Fabian Hambüchen (beide in der Sportförderung engagiert) und Bundeskanzlerin Angela Merkel.  Foto: 

Derzeit ist sie in aller Munde: die Reform der Spitzensportförderung. Zuerst beschwerte sich Hürdensprinter  Matthias Bühler am Rande der Leichtathletik-WM über die finanziellen Rahmenbedingungen, dann trat Bernd Strauß, Vorsitzender der für die Reform immens wichtigen Pot­AS-Kommission, zurück. Zuletzt drängte auch Sprinterin Gina Lückenkemper auf Veränderungen. Doch was  genau steckt hinter der so heiß diskutierten Reform?

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, bestätigt den Handlungsbedarf: Das System, das sich „über Jahre und Jahrzehnte zum heutigen entwickelt hat“, bedürfe einer Reform.  Die größte Frage hierbei sei, die Verzahnung zwischen den einzelnen Ebenen, insbesondere zwischen Nachwuchs- und Spitzensport zu verbessern.

Ein wichtiger Bestandteil der Reform ist die Einteilung der verschiedenen Sportarten in sogenannte Cluster. Je nachdem, in welchem dieser Cluster sich eine Disziplin befindet, wird sie unterschiedlich stark gefördert. Laut Hörmann soll eine „möglichst präzise und disziplinscharfe, also nicht nur auf Sportarten, sondern wirklich auf die Einzeldisziplinen projizierte Analyse des Gesamtsystems“ stattfinden. Anstatt vorwiegend vergangene Erfolge zu bewerten, soll das neue System den Fokus stärker auf die Zukunft legen.

Das Reformkonzept sieht ebenfalls vor, die Stärke der Landes- und Bundeskader teilweise zu verkleinern und auch die Zahl der Bundesstützpunkte zu reduzieren, um die verbliebenen bestmöglich fördern zu können. Dazu wurde laut Hörmann für die Sommersportarten bereits ein konkreter Vorschlag erarbeitet, die Wintersportarten sollen 2018 folgen.

Dort, wo eventuell Bundesstützpunkte wegfallen, sollen, so der DOSB-Präsident, in Zukunft regionale Fördermaßnahmen greifen. Den einzelnen Sportvereinen versichert er, dass sich nichts zum Negativen verändern werde. „Wenn es uns gelingt, die guten und starken Verbände mit verbesserter Ausstattung – sowohl finanziell, als auch personell – zu unterstützen, wird das bei guter Verbandsarbeit sicher auch in den verschiedenen Regionen ankommen.“ Ein weiterer Punkt ist die sogenannte „Duale Karriere“, also das Studium oder die Berufsausbildung zeitgleich zum Sport. Alfons Hörmann sieht den deutschen Sport auch hier gut gerüstet. So gebe es bereits vielfältige Angebote, die für gute Berufsperspektiven nach der sportlichen Karriere sorgen sollen: „Zum einen haben wir die klassischen öffentlichen Partner“, also die Bundes- und Landesbehörden. Auch mit Wirtschaftsunternehmen gebe es zahlreiche Kooperationen, unter anderem über die Deutsche Sporthilfe. Diese Angebote sollen nun noch weiter ausgebaut werden.

Ob die entsprechende Infrastruktur, beispielsweise Universitäten, vorhanden ist, habe man auch bei der Evaluierung der Bundesstützpunkte berücksichtigt: „Man kann ja schließlich keine Universitäten oder Sportstätten verlagern“, so Hörmann. Die Diskussion über die Reform dürfte trotz der Zustimmung der Spitzenverbände noch eine weile andauern.

Das Potenzial-Analysesystem, kurz PotAS, wurde vom Sportinformatiker Jürgen Perl entwickelt. Es dient dazu, die verschiedenen Sportarten jeweils einem der insgesamt drei Cluster zuzuordnen. Gespeist wird dieses Berechnungsmodell mit Punkten, die eine Kommission für jede Sportart anhand einer einheitlichen Attributenliste vergibt. hga

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