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Bereit für ein epochales Rennen: Frodeno gegen Kienle & Co.

Acht Stunden, vielleicht sogar weniger, vielleicht ein bisschen mehr. Immer am Limit und darüber: Ironman-WM auf Hawaii. Jan Frodeno will den Hattrick. Die Konkurrenz kommt vor allem auch aus Deutschland. Ein Kanadier, extrem wie das Rennen, könnte auch gefährlich werden.

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Will zum dritten Mal der schnellste Ironman auf Hawaii sein: Jan Frodeno.  Foto: 

Jan Frodeno ist bereit für ein epochales Rennen. Selbst eine Entscheidung auf den letzten Metern nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen könnte ihn nicht überraschen. „Teil eines Zielsprints auf dem Ali'i Drive zu sein, wäre absolut legendär“, sagt der Weltmeister von 2015 und 2016 im Interview. 2017 will Frodeno den Hattrick perfekt machen, womöglich sogar in unter acht Stunden, was noch keinen auf Hawaii bisher gelang.

„Ich glaube, er wird so stark sein wie noch nie. Wer mit etwas anderem rechnet, wird auf dem falschen Fuß erwischt“, sagt sein erster Widersacher Sebastian Kienle, WM-Zweiter vor einem Jahr und Weltmeister 2014. „Bei Jan ist es so, dass alles andere als ein Sieg schlecht ist. Er hat ein paar Rennen mehr und auch einmal mehr auf Hawaii gewonnen als ich. Da wird ihm ein zweiter Platz nicht mehr so viel weiterhelfen“, meint der 33-Jährige aus Mühlacker.

Nur, dass auch für Kienle eigentlich einzig der Sieg zählt. „Ich will eher einen möglichen ersten Platz als einen sicheren dritten. Genauso werde ich mein Rennen ausrichten.“

Da gibt es aber auch einen Patrick Lange, den WM-Dritten von 2016 mit der Marathon-Rekordzeit von 2:39,45 Stunden. Und dessen Vorbereitungs-Trainingspartner Patrik Nilsson aus Schweden. Für Frodeno sind das die beiden „Laufraketen“. Und Lange kündigte schon an: „Beim Laufen will ich den Turbo zünden.“

Deutsche unter sich? Keineswegs. Frodeno und alle anderen rechnen auch mit Lionel Sanders. Kanadier und so extrem wie ein brutal schwerer Ironman mit Schwimmen im Pazifik, Radfahren und Laufen entlang von Lavafeldern mit dem gefürchteten Mumuku (heftige böige Winde) bei glühender Hitze in Romantik-Paradies Hawaii. Drogen, Alkohol, kurz vorm Suizidversuch. Der 29-Jährige hat all das hinter sich gelassen, nun zählt er auch dank eigenwilliger Indoor-Trainingsmethoden zu einem der großen Herausforderer Frodenos.

„Jeder von meinen Konkurrenten sagt, dass ich die Zielscheibe auf dem Rücken habe“, betont Frodeno. Er selbst verzichtet darauf: „Es war aber bei mir immer so, dass der Schuss nach hinten losging, wenn ich mich auf einen versteift habe.“

Zum ersten Mal seit einem Jahr treffen Frodeno und Kumpel Kienle wieder aufeinander. Der Titelverteidiger modifizierte seine Jahresplanung. Oft hatte er sein absolutes Leistungshoch eher in den europäischen Sommermonaten, 2016 stellte er im Juli beispielsweise den Langstrecken-Weltrekord auf. „Ich bin auf jeden Fall vorher noch nie mental so frisch hier angekommen, dass ich richtig was machen und trainieren wollte. Da war früher immer so eine Müdigkeit.“ Die ist weg. „Jetzt muss ich noch die letzten Stunden abwarten, ehe ich Gas geben kann“, sagt er vor dem Start an diesem Samstag um 6.35 Uhr Ortszeit (18.35 Uhr MESZ) am Dig Me Beach von Kailua Kona.

Gewinnen wird keiner den Ironman auf Hawaii auf den ersten 3,8 Kilometern, vorentscheiden kann sich ein Rennen aber schon dort. Denn danach werden die starken Radfahrer, aber eher schwächeren Schwimmer wie Kienle oder Sanders, versuchen, davonzufahren oder das Tempo so hoch zu halten, dass der Konkurrenz beim Laufen die Kraft ausgeht. Vor einem Jahr fuhr keiner schneller als Boris Stein, am Ende landete der 32-Jährige auf Platz sieben.

Für Lange wird es darum gehen, auf dem Rad dran zu bleiben, um beim Marathon seine Stärke auszuspielen. „Wenn ich in der Situation meiner Konkurrenten wäre, würde ich meine Taktik so auszuwählen, diesem Laufduell aus dem Weg zu gehen“, erklärt Lange. „Eine ganz wichtige Eigenschaft ist es, hier flexibel reagieren zu können“, sagt Frodeno.

Denn jeder, der acht oder mehr Stunden an seine Leistungsgrenzen und darüber hinausgeht, weiß, dass es ein Auf und Ab ist. „Man kann sich an einem Punkt so elend fühlen, dass man gerade aufgeben will. Zehn Minuten später denkt man, wie geil, da geht noch was“, sagt Lange. Und dazu dieser Mythos, dieses Rennen auf Hawaii. „Das letzte bisschen Selbstvertrauen schenkt dir die Insel nie“, sagt sogar ein Frodeno.

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