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Beim Tennisclub Freudental dreht sich (fast) alles um den kleinen gelben Filzball. Der Verein veranstaltet aber auch Skat- und Dartsturniere und diesem Jahr sogar einen Wettkampf im Bogenschießen.  Foto: 

Jeder ist herzlich willkommen und zwar jederzeit.“ Die Herren im Vorstand des TC Freudental sind sich einig. „Im sportlichen Bereich geht es ganz gut, es fehlt aber das eine oder andere Mitglied“, berichtet Sportwart Gerhard Albert. Die 145 Mitglieder seien entweder jung oder alt. Was fehle, sei die Gruppe zwischen 25 und 50 Jahren, sagt Albert und schiebt hinterher: „Die Lücke zu schließen, wird in diesem kleinen Ort sehr schwer.“

Die Verantwortlichen stecken trotz der Konkurrenz mit anderen Vereinen und dem ihrem Empfinden nach nachlassenden Stellenwert von Tennis als Sportart nicht auf und werben stets um neue Mitglieder. Der Klub unterhält Kooperationen mit dem Kindergarten und der Grundschule, richtet regelmäßig Feste aus und publiziert das Vereinsgeschehen unter anderem im klubeigenen Heft „Infoball“.

Die Hoffnungen setzt der Verein in seine Jugendarbeit. „Wir wünschen uns, dass ein paar Kinder aus dem Juniorenbereich kleben bleiben“, meint Albert. Fürs nächste Jahr sehe es ganz gut aus. Wer beim TC Freudental den Schläger schwingt, spielt hauptsächlich in Hobbygruppen. Dazu unterhält der Verein zwei Jugend- und eine altersgemischte Juniorenmannschaft.

Ziel sei, „die Substanz, die wir haben, zu erhalten“, sagt der erste Vorstand des Vereins, Volker Getrost. Dazu seien um die 150 Mitglieder mindestens nötig. Außerdem will der Klub aktive Herren- und Damenwettkampfmannschafen aufbauen.

Trainiert wird einmal in der Woche, dennoch ist jeden Tag auf der Anlage etwas los. Norbert Schulze unterrichtet alle Kinder, die bei Trainer Simon Janischewski zeitlich nicht unterkommen. Die Kosten für das Training übernimmt zu einem Drittel der Verein, zwei Drittel werden über die Mitgliedsbeiträge finanziert. Für einkommensschwache Familien hat der TC Freudental Sonderregelungen.

„Wir haben eine eigene Clubanlage, die wir auch betreuen müssen – mit allem Drum und Dran“, erzählt Getrost. Der TC Freudental unterhält sein Vereinsgelände am Ortsrand von der Gemeinde unabhängig selbst. Dazu gehörten vier Tennisplätze, eine Halle und das Vereinsheim. Sponsorengelder und das ehrenamtliche Engagement tragen den Verein, so muss beispielsweise jedes Klubmitglied zwölf Arbeitsstunden einbringen. Der jährliche Umsatz beträgt bei einem Etat von 45 000 Euro insgesamt 32 000 Euro.

Mit dem Geld wurde unter anderem vor kurzem das Vereinsheim renoviert und gestrichen. Das Gebäude, das der Verein als Baubaracke einst von einer Firma geschenkt bekommen hatte, war 1983 in Ludwigsburg ab- und in Freudental aufgebaut worden. In ein paar Jahren stehen die Renovierungen der Plätze an. Wenn Sand und Kies komplett abgetragen und erneuert werden, koste das pro Platz ungefähr 15 000 Euro, kalkuliert Norbert Schulz, als Kassierer im Klub Herr über die Finanzen. Dafür fange der Verein jetzt an, Rücklagen zu bilden. Investieren will der Tennisclub auch in weitere Freizeitangebote auf dem Gelände, wie zum Beispiel eine Torwand.

Damen-50-Ass Dobusch kommt

„Wir versuchen, attraktive Angebote zu machen, damit die Mitglieder auf die Anlage kommen“, erzählt Volker Getrost. Das wollen sie auch mit tennisfremden, eventorientierten Angeboten erreichen. 2016 veranstaltete der Klub zum Beispiel ein Skat- und ein Dartsturnier, in diesem Jahr steht Bogenschießen auf dem Programm. Zum zwölften Mal komme der Traditions-Besen, berichtet der erste Vorstand. Geselligkeit hat hier einen enormen Stellenwert. Große Veranstaltungen und Feste wie Ende der 80er-Jahre könne der Verein heute aber nicht mehr schultern. Demnächst kommt die WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin bei den Damen 50, Petra Dobusch, zu ihrem einstigen Klub nach Freudental und gibt den Mitgliedern ein Sondertraining.

Für das Vereinsleben bleiben die Sponsoren ein unverzichtbarer Baustein, wie Volker Getrost betont: „Solange das erhalten bleibt, ist der Verein finanziell gesund. Wenn solche Sponsorengelder wegfallen, wird es sehr eng.“ Damit das nicht passiert, scheuen die Vereinsverantwortlichen keine Mühen, um neue Mitglieder anzuwerben. „Die Vereine müssen in die Schulen gehen, weil die Kinder keine Zeit haben, zusätzlich ins Training zu kommen.“ Auch diese Aktionen kosten Geld, betont Getrost. An anderer Stelle verzichten sie darauf: Für Einsteiger gibt’s kostenlose Probestunden, und auch das erste Mitgliedsjahr ist gratis. Sportwart Albert lächelt: „Wir sind eben auf der Suche.“

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