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Interview mit Marcus Böhme

Am 24. Mai tritt das deutsche Volleyball-Nationalteam in der Ludwigsburger MHP Arena gegen Frankreich zu einem Testspiel an. Beim Gastgeber hat es einen Umbruch gegeben. Einer der wenigen alten Haudegen ist Mittelblocker Marcus Böhme, der zuletzt in Italien seine Brötchen verdiente.

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Gut gebrüllt, Löwe: Marcus Böhme soll die junge deutsche Volleyball-Nationalmannschaft mit seiner internationalen Erfahrung unterstützen.  Foto: 

Das Temperament - das ist für Marcus Böhme der große Unterschied zwischen Volleyball in Italien und Volleyball in Deutschland. "Das heißblütige italienische Temperament merkt man vor allem bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Ich habe mich da immer dezent zurückgehalten. Aber es hat Spaß gemacht, vor den eingefleischten Fans zu spielen", sagt der 27-jährige Mittelblocker, der in der abgelaufenen Saison beim VC Altotevere San Giustino in der ersten Profi-Liga Italiens ans Netz gegangen ist, nach vielen Jahren in der Bundesliga bei den Topklubs SCC Berlin und VfB Friedrichshafen.

Die Auslandserfahrung hat Böhme geprägt und soll nun auch der deutschen Nationalmannschaft zugutekommen. Denn der gebürtige Berliner ist einer der wenigen, der noch aus der alten Garde übrig geblieben ist, die zuletzt bei den Olympischen Spielen 2012 in London Platz fünf belegt hat. Wenn das DVV-Ensemble am Freitag, 24. Mai (19.30 Uhr), in der Ludwigsburger MHP Arena auf Frankreich trifft, wird es gegenüber dem Olympia-Team und erst recht gegenüber der Truppe, die vor exakt drei Jahren an gleicher Stelle den Weltmeister Brasilien sensationell mit 3:2 besiegt hat, nicht mehr wiederzuerkennen sein. Die beiden geplanten Tests gegen Frankreich dienen insbesondere als letzte Standortbestimmung vor dem Auftakt in die World League. In dem jährlich stattfindenden Premium-Wettbewerb des Weltverbands trifft das neu formierte Nationalteam ab Ende Juni auf Italien, Serbien, Kuba, Russland und den Iran. Böhme soll gemeinsam mit den anderen erfahrenen Legionären wie Lukas Kampa (Kharkiv/Ukraine) und Denis Kaliberda (Valentia/Italien) unter all den Jungspunden in der DVV-Auswahl eine Führungsrolle bekleiden. "Wir müssen uns erst einmal finden und herausfinden, zu was die Mannschaft in der Lage ist", stellt Böhme fest. "Die Weltliga ist eine kleine Mutprobe, gerade für die jungen Spieler." Als Fernziel nennt der 2,11 Meter große Topspieler die erneute Olympia-Qualifikation für die Sommerspiele 2016 in Rio.

Den Trainerwechsel - der Argentinier Raúl Lozano musste nach dem schwachen deutschen Abschneiden bei der Volleyball-EM 2011 (15. Platz) vorzeitig gehen und wurde Anfang 2012 durch den Belgier Vital Heynen ersetzt - bewertet Böhme im Nachhinein als positiv, allein schon wegen der Sprache. "Es hilft ungemein, wenn man die gleiche Sprache spricht", sagt der 27-Jährige. Unter Lozano war dies nicht der Fall gewesen und die Verständigungsschwierigkeiten im Team darum offenbar besonders groß. "50 Prozent der Mannschaft haben nicht verstanden, was er sagen wollte. Wir brauchten immer den Co-Trainer oder einen anderen Spieler als Dolmetscher. Der Informationsfluss war nicht eins zu eins gegeben", verdeutlicht Böhme das Dilemma.

Noch in den Sternen steht derweil seine eigene Zukunft. Sein italienischer Verein hat via Pressemitteilung erklärt, in der neuen Saison nicht mehr in der Seria A anzutreten. "Ich bin offen für Angebote und warte ab, was reinkommt. Der Mittelblock ist aber leider nicht die erste Position, die vergeben wird, um eine Mannschaft zu formen", sagt Böhme. Er kann sich neben einem weiteren Engagement im Ausland - wie zum Beispiel in Polen oder in Russland - auch eine Rückkehr in die Heimat vorstellen: "Im Sommer werde ich meine Optionen abwägen und mich entscheiden."

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