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Unkraut-Jäten für den BMX-Nachwuchs beim MSC Bönnigheim

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Der BMX-Nachwuchs des MSC Bönnigheim ist heiß auf die nächste Trainingseinheit.  Foto: 

Sie sind kein Gartenbauverein und müssen trotzdem Unkraut jäten. Die Mitglieder des Motorsport-Clubs (MSC) Bönnigheim sorgen dafür, dass die auf einer Wiese errichtete Rennbahn für die BMX-Fahrer optimal präpariert ist. Die Schlagsandmischung muss gewässert, gewalzt und vor allem von Unkraut befreit werden.

25 Kinder und Jugendliche betreiben momentan beim MSC den BMX-Sport, etwa die Hälfte davon im lizenzierten Bereich. Das bedeutet: Sie sind beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) als Sportler registriert und können an landesweiten sowie internationalen Rennen teilnehmen. Die Mehrheit der Bönnigheimer Lizenzsportler startet jedoch beim Beginner-Cup, einem Wettbewerb für Nachwuchsfahrer. Die Klasseneinteilung erfolgt nach Alter und Leistung. Bönnigheims Jüngster auf dem BMX-Rad ist sieben Jahre alt.

„BMX-Fahren ist eine Ausdauersportart“, sagt MSC-Sportleiter Gerrit Schwenk. Bei den zwei wöchentlichen Übungseinheiten werde natürlich auch die Technik trainiert. Es müssen beispielsweise Hindernisse bezwungen werden, „Tables“, „Doubles“, „Triples“ und „Waschbretter“. Wer mit beiden Rädern auf dem Boden bleibt „pusht“, wer „wheelt“ fährt nur auf dem Hinterrad, und Könner überspringen die Hindernisse. Doch bereits der Start kann rennentscheidend sein, denn wer gut von der Rampe wegkommt, kann seine eigene Spur wählen und (Kurven-)Taktik umsetzen.

Die rund 400 Meter lange BMX-Strecke des MSC wurde vor fünf Jahren gebaut, nachdem der Verein 2011 mit diesem Anliegen bei der Stadt vorstellig wurde. Die Zusage für das Areal hinter dem Supermarkt am Ortsausgang Richtung Meimsheim sei zeitnah gekommen, berichtet der Vereinsvorsitzende Armin Schwegler. Das Gelände gehört der Stadt Bönnigheim, die es dem MSC zur Nutzung überlässt. Bürgermeister Kornelius Bamberger zählt zu den Vereinsmitgliedern. Das Streckenkonzept hat Sportleiter Gerrit Schwenk entworfen. 100 000 Euro hat der MSC für die Errichtung der Anlage hingelegt. Seitdem sind ständige Instandhaltungs-Arbeiten notwendig, allen voran das Unkraut-Jäten.

„Was uns Sorgen bereitet, ist der Umgang von clubfremden Personen, die sich auf der Strecke aufhalten und Partys feiern“, erzählt Armin Schwegler. Dass der Verein vor so manchem Training erstmal eine Putzaktion starten muss, um Müll und Glasscherben zerbrochener Flaschen zu entfernen, macht den Vorsitzenden traurig. Auch Motocrossräder hätten auf der BMX-Strecke nichts verloren. Dadurch leide die Fahrbahn.

In drei Wochen wird es ganz besonders ernst, dann richtet der Verein auf seiner Anlage die baden-württembergischen Meisterschaften aus. Aber auch sonst müsse der Belag sowieso vor jedem Wettkampf erneuert werden, erzählt Gerrit Schwenk. Der Sportleiter ist seit 1986 im MSC Bönnigheim aktiv und wurde mit 17 Jahren Jugendleiter einer nicht vorhandenen Mannschaft, ehe er zu Spitzenzeiten rund 40 Radler in der Gruppe betreute. Momentan hat der MSC 208 Mitglieder. Eines der bekanntesten Vereinsgesichter ist der Walheimer Maik Baier, der zu den ersten beiden Sportlern dieser Disziplin gehört, die an Olympischen Spielen teilgenommen haben.

Einbruch beim Motorsport

Der MSC organisiert kontinuierlich Oldtimer-Ausfahrten, der überwiegende Teil der Mitglieder konzentriert sich jedoch auf das BMX-Fahren. „Wir setzen sehr auf unsere Jugend“, betonen die Verantwortlichen. Armin Schwegler spricht von „einem unheimlichen Einbruch“ bei lizenzierten Motorsport-Veranstaltungen wie Rallye-Fahren, Slalom, Motocross und Trail. So gibt der Verein als Ziel eine wieder etwas breitere Streuung aus – neben einem starken BMX-Team auch im motorisierten Sektor. „Wir sind ein Motorsport-Club und unser Herz schlägt natürlich für den Motorsport“, gibt Schwenk an. Er fände es gut, wenn einige BMXler den Weg über vereinsinterne Förderprogramme zum Motorsport fänden, sieht aber auch die Problematik, dass für viele Jungs das Interesse am Sport nach der Pubertät nachlasse – und dass Motosport nur ausüben könne, wer frühzeitig damit anfange.

Zu jenen gehört Marc Schwegler, der sich im Alter von 16 Jahren mit dem Slalom an den Automobil-Sport herantastete und mit 19 seine erste Rallye fuhr. „Ein Training ist im Rallye-Sport eigentlich nicht möglich“, berichtet Marc Schwegler. Ein Kurs dürfe vor dem Rennen zweimal besichtigt werden. Inzwischen landet er bei den Veranstaltungen mit seinem Beifahrer regelmäßig unter den Top Ten.

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