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Die aktive Karate-Mannschaft des TV Tamm beim Training. Die Kämpfer um Trainer Marco Lehmann (hinten links) treten auch bei internationalen Wettkämpfen an.  Foto: 

Wenn der große Bruce Lee früher auf der Leinwand kämpfte, war Jürgen Breitinger fasziniert. Die Leidenschaft für Karate wurde in ihm geweckt, die ihn bis heute nicht losgelassen hat. „Jogi“, wie fast alle im Turnverein Tamm den Abteilungsleiter nennen, hat die heute 189 Mitglieder zählende Karate-Abteilung zu großem Ruhm und internationalen Meisterschaftsehren geführt.

Dabei begann alles ganz klein in einer privaten Kampfsportschule in einer Werkhalle in der Asperger Straße. Ab dem Jahre 1983 hat Jürgen Breitinger dort mit anderen Karatesportlern trainiert. „Es gab damals keinen festgelegten, genau strukturierten Trainingsplan. Auch die Jugendarbeit steckte noch in den Kinderschuhen. Erst als wir 1991 in den Schoß des Turnvereins Tamm wechselten hat sich unser Einzugsgebiet und unser Trainingsangebot erheblich vergrößert. Unsere Erfolgsgeschichte ging steil nach oben“, erinnert sich der Pressesprecher der Karate-Abteilung und des TV Tamm, Peter Büsing.

An vier Tagen in der Woche sind unterschiedliche Trainingsgruppen von sechs Jahren bis ins hohe Alter über 70 Jahren in eigens für Karate eingerichteten Räumlichkeiten mit Schlagsäcken und Spiegelwänden in der Sporthalle Egelsee aktiv. „Seit 26 Jahren bin ich Abteilungsleiter für Karate im TV Tamm. Der einstige langjährige und inzwischen verstorbene Vereinsvorsitzende Walter Röhm hat die Karate-Abteilung einmal als ‚Aushängeschild‘ des TV Tamm bezeichnet. Die Gemeinde haben wir über unseren Sport international bekannt gemacht“, sagt Breitinger stolz.

1000 Sportler bei Lehrgang

Er ist der Motor dieses Erfolgs, denn seinen guten Verbindungen auch als Kampfrichterreferent im Deutschen JKA-Karate Bund (DJKB) ist es zu verdanken, dass in Tamm bereits zum dritten Mal das Großereignis „Gasshuku“ stattfindet. Bei diesem Sommerlehrgang trainieren über 1000 Sportler aus aller Welt gemeinsam miteinander. Auch der sogenannte „Chiefinstruktor“ des DJKB, Hideo Ochi Shihan, kommt in diesem Jahr schon zum 21. Mal für einen speziellen Lehrgang nach Tamm. Ochi war früher Bundestrainer im Deutschen Karate Verband (DKV), bevor er seine eigene Organisation des DJKB gründete, dem sich auch die Tammer Karatekas anschlossen. „Im Karate ist es ähnlich wie im Boxen. Es gibt mehrere Verbände. Der DKV unter dem Dach des Deutschen Sportbunds ist eher wettkampforientiert, während wir uns der ursprünglichen Idee des traditionellen Karate aus Japan verpflichtet fühlen. Im DJKB gibt es eigene   nationale und internationale Meisterschaften, aber unsere Sportler können nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen, weil wir vom Deutschen Sportbund nicht anerkannt sind“, erklärt Breitinger.

Doch dies tut dem Erfolg der Tammer Karatekas keinen Abbruch. Sie pflegen die Stilrichtung des sogenannten Shotokan Karate, bei dem versucht wird, vor allem mit Schlag- und Blocktechniken einen Angriff oder eine Verteidigung durchzuführen. Zu den sportlichen Größen der Karatekas des TV Tamm gehört beispielsweise Dr. Raphael Staubach, der bei Welt- und Europameisterschaften in den vergangenen Jahren vordere Platzierungen erringen konnte und heute den dreiköpfigen Trainerstab des TV Tamm ergänzt. „Aktuell sind Laura Kellner, Victoria Haueisen, Tim Burkhardt, Tom Priebernig und Luca Di Fazio für die JKA Weltmeisterschaft nominiert, die im August 2017 in Limerick in Irland stattfindet. Die Athleten sind zwischen 14 und 18 Jahren alt“, berichtet Pressesprecher Peter Büsing.

Rund 80 Kinder und Jugendliche trainieren in der Karate-Abteilung des TV Tamm. „Nachwuchssorgen haben wir zum Glück keine. Zwar gibt es in einigen Altersklassen immer mal wieder Abgänge, aber meist kommen die Jugendlichen später wieder zurück. Viele Kinder haben auch ihre Eltern von unserem Sport begeistert, sodass diese auch mit dem Karate-Training begonnen haben. Unsere Abteilung ist wie eine große Familie“, lobt Breitinger, dem die Förderung des Breitensports sehr wichtig ist. „Karate ist so viel mehr als nur unterschiedliche Gürtelgrade. Es kommt auf Köpfchen und geistige Fitness, auf Konzentration, Ausdauer und natürlich auch die Beweglichkeit an“, ergänzt der Abteilungsleiter.

Im Tammer Vereinsleben sind die Karatekas ebenfalls feste Größen. Sie machen beim alljährlichen Sommerferienprogramm mit, bereichern den Festumzug beim traditionellen Fleckafescht und unterhalten bei der Jahresfeier aller Vereine mit ihren Darbietungen. „Wir sind im ganzen Ort anerkannt und können inzwischen auch im Karate-Anzug auf die Straße gehen, ohne erstaunt angeschaut zu werden. Dies war in den Anfangsjahren nicht so“, sagt Abteilungsleiter Breitinger und schmunzelt.

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