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Wasserballer des SV Bietigheim werden Verbandsliga-Meister

Sport im Sommer ist im Wasser besonders angenehm. Im nassen Element gehen die Wasserballer des SV Bietigheim ihrem Hobby nach. Und das sehr erfolgreich: Sie sind kürzlich Meister der Verbandsliga geworden. In unserer Serie über Sommersportarten dreht sich diesmal vieles um den Wasserball.

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Die Wasserballer des SV Bietigheim (weiße Badekappe) haben im Badepark eine starke Rückrunde gespielt.  Foto: 

Wenn im Freibad Ellental um 20 Uhr die Kasse geschlossen wird und die Liegewiesen sich langsam leeren, nimmt eine gemischte Gruppe das Wasser in Beschlag. Männer zwischen 19 und 57 Jahren, die alle eins verbindet: Sie spielen Wasserball beim SV Bietigheim. Flugs werden zwei Tore aufgebaut sowie vorschriftsmäßige Badehosen und -kappen angezogen. Unter Trainer Markus Köhler steht ein genaues und zielgerichtetes Training an: "Neben Technik, Koordination und Taktik muss man natürlich au Schwimmen können", so Köhler. Was bedeutet, dass neben dem Spielerischen auch an der Fitness gearbeitet wird. Denn wer vier mal acht Minuten im Wasser schwimmen und dabei auch noch Ball und Gegner kontrollieren will, sollte zwischendurch nicht schlapp machen. Doch neben dem regelmäßigen Training müssen auch andere Hindernisse überwunden werden. Im Winter, beziehungsweise in der Zeit, in der das Freibad geschlossen hat, müssen die Wasserballer ins Bissinger Hallenbad ausweichen. Hier finden sie alles andere als ein optimales Trainingsumfeld vor. Die Spielfeldmaße von 30 mal 20 Metern werden nicht erreicht und vor allem das, teilweise nur hüfthohe, Wasser ist weit von den geforderten 1,8 Metern Tiefe entfernt.

"In der Halle stellen wir Handballtore an den Rand des Beckens und versuchen so gut es geht zu trainieren", berichtet Köhler, ehemals Zweitligaspieler in Ludwigsburg und jetzt Spielertrainer beim SVB.

Aus dieser Situation resultiert auch, dass Wasserball in Bietigheim, trotz einer Saison von November bis Juli, ein Sommersport ist. Denn um reguläre Spiele austragen zu können, muss auf die Eröffnung des Freibades gewartet werden. Da die Bietigheimer mit dieser Prämisse nicht alleine da stehen, kommen zu den Heimspielen noch einige Auswärtsspiele hinzu - geballt von Mai bis Juli. Eine sehr unglückliche Situation, findet auch Köhler: "Das sind dann drei Monate mit Spielen an fast jedem Wochenende, während in dem halben Jahr davor manchmal vier Wochen und mehr zwischen den Partien liegen." Umso bemerkenswerter ist die Meisterschaft in der Verbandsliga und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga. Verlassen kann sich die Mannschaft auch dort auf ihren spielenden Co-Trainer Csanyi György. Der ehemalige Torschützenkönig in der Bundesliga hilft mit seiner Erfahrung und seiner Übersicht der Mannschaft, sich zu verbessern und hat somit großen Anteil am aktuellen Erfolg.

Auf die neue Saison mit neuen Gegnern freut sich auch Julius Ulfers. Der Centerspieler war in der vergangen Saison der zweitbeste Torschütze seiner Mannschaft und ist zudem mit 19 Jahren das jüngste Teammitglied. Er schätzt am Wasserball besonders, dass man sich auspowern und körperbetont spielen kann, aber Verletzungen trotzdem eine Seltenheit sind. Das Teamworking, das Zusammenspiel hebt er besonders hervor: "Im Wasserball kann man alleine nix reißen, wenn einer nicht mitzieht, hat die Mannschaft keine Chance." Mit der Begeisterung für seinen Sport ist er in seiner Altersklasse in Unterzahl.

Der Nachwuchs ist das große Problem. Viele Spieler nehmen erst nach einer Schwimmkarriere den Ball in die Hand oder wechseln, nachdem das reine Schwimmen zu eintönig wurde. Hinzu kommt, dass Wasserball ein Sport ist, den man allein von den körperlichen Voraussetzungen erst in einem Alter erlernen kann, in dem die Wahl längst auf eine andere Sportart gefallen ist.

Neu beim SV Bietigheim ist die Möglichkeit, Poolball zu spielen. Kinder im Alter von zehn bis vierzehn Jahren können Wasserball mit Bodenkontakt ausüben und so die Sportart besser kennen lernen ohne zuvor ein gezieltes Schwimmtraining absolvieren zu müssen.

In der Gunst der Zuschauer arbeiten sich die Wasserballer nach oben. So erzählt ein begeisterter Besucher, der durch ein Programmheft den Weg zu den Wasserballer gefunden hat: "Es ist ein toller Sport. Viel Bewegung, viel Aktion, viele Tore und wenig Verletzungen." Auch die Stimmung in der Mannschaft kommt gut an: "Die Truppe ist recht entspannt. Die Spiele werden nie giftig oder aggressiv und gelacht wird bei aller Konzentration auch mal."

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