Partner der

Steelers mit purer Spielfreude

|

Noch ein Sieg gegen die Bayreuth Tigers trennt die Bietigheim Steelers in der DEL 2 vom erneuten Einzug ins Halbfinale. Den beiden eher engen Auseinandersetzungen bislang, die mit 5:2 und 3:2 für die Steelers endeten, folgte am Sonntag in Spiel drei eine einseitige Angelegenheit. Die Bietigheimer zerlegten das Kollektiv der Tigers in seine Einzelteile und feierten gegen die hoffnungslos überforderten Gäste einen 9:0-Sieg. Drei Tore steuerte Matt McKnight bei, je zweimal trafen Justin Kelly und Benjamin Zientek. Den Rest besorgten Maximilian Lukes und Robin Just. Auf das von den Fans geforderte zehnte Tor verzichteten die Steelers und ersparten dem Aufsteiger eine zweistellige Niederlage. Am Dienstag steht Spiel vier der Viertelfinal-Serie um 20 Uhr in Bayreuth auf dem Programm. Fraglich ist, ob die Tigers ihre nach 58 Saisonspielen aufgebrauchten Kraftreserven einigermaßen auffüllen können, um den in Topform spielenden Bietigheimern nochmals Paroli zu bieten.

Die Bayreuth Tigers müssen sich nach dem Debakel in der EgeTrans-Arena in etwa vorgekommen sein, als seien sie ohne Schaum und mit einem rostigen Messer rasiert worden. Ihre Fans nahmen ihnen die Prügel, die ihnen das Team von Trainer Kevin Gaudet verpasst hatte, nicht übel. „Zweite Liga – Bayreuth ist dabei“, feierten die rund 100 mitgereisten Anhänger die Mannschaft für den Klassenerhalt. Die Playoffs sind die Belohnung für eine starke Saison. Die Steelers werden wohl noch ein paar Wochen dranhängen und ihre Fans weiterhin mit ihrer puren Spielfreude begeistern. In dieser Form führt der Weg in die Finalspiele.

Die Bayreuther hatten zu Beginn zwei gute Chancen durch Nathan Robertson und Michal Bartosch und zwangen Steelers-Torwart Sinisa Martinovic zum Eingreifen. Dessen Mitspieler  meldeten sich bei EHC-Schlussmann Tomas Vosvrda mit einem verdeckten Schuss von Justin Kelly an. Den parierte der Tscheche noch, beim 1:0 in der fünften Minute flutschte ihm der Puck nach einem Schuss von McKnight durch die „Hosenträger“. Der Querpass auf den Torschützen kam von Shawn Weller. Die Steelers entwickelten danach Spielfreude und übten enormen Druck auf die Defensive der Gäste aus.

Die Folge war das 2:0 nach neun Minuten. Diesmal war Topscorer McKnight der Vorbereiter für den Torschützen Kelly. Mit zwei Glanztaten gegen Schüsse von René Schoofs und Weller bewahrte Tigers-Torwart Vosvrda sein Team noch vor einem höheren Rückstand. In der im ersten Drittel körperbetont geführten Partie gab sich Schiedsrichter Michael Klein großzügig, dabei hätte schon der eine oder andere Bayreuther eine Pause auf der Strafbank verdient gehabt.

Vosvrda geht nach 0:5 vom Eis

Im zweiten Drittel steigerten die Steelers ihre Freude am Umgang mit der schwarzen Scheibe in einen Spielrausch. Die Bayreuther liefen nur hinterher und versuchten irgendwie, die Aktionen des Hauptrundenmeisters zu stören oder zu unterbinden. Was selten gelang. Als die Gastgeber gerade ein erfolgloses Überzahlspiel beendet hatten, gelang ihnen das 3:0. Freigespielt von Marcel Rodman zirkelte Zientek den Puck ins Toreck der Gäste (23.). Unmittelbar nach einer tollen Parade von Schlussmann Martinovic bei einem Schuss von Andreas Geigenmüller lief der Konter, eingeleitet von Adam Borzecki und über Kelly bis zu McKnight, der erneut ins Netz traf (25.).

Nach genau der Hälfte der Spielzeit hatte Bayreuths Torhüter Vosvrda genug und machte Platz für Johannes Wiedemann. Denn beim Treffer Nummer fünf der Steelers durch Zientek hatte Vosvrda ganz alt ausgesehen, weil der Puck an ihm vorbei ins Netz gehoppelt war. Irgendeine kleine Unebenheit hatte dem Schlussmann da wohl einen Streich gespielt. Wiedemann stand gleich im Mittelpunkt und wehrte ein paar Schüsse ab. Das 6:0 durch Kelly konnte aber auch er nicht verhindern (39.).

Zu Beginn des letzten Drittels ließen die Bietigheimer die Tigers wieder etwas aktiver am Spiel teilnehmen. Mit zwei Glanztaten bei Schüssen von Ivan Kolozvary verdiente sich Torwart Martinovic seinen Shutout. Zuvor hatte Robin Just bereits auf 7:0 erhöht (43.). Die Treffer acht und neun fielen dann nur ein paar Sekunden hintereinander. Wobei das 8:0 ein Traumtor mit einer Vorgeschichte war. Zientek erzielte nicht nur zwei Tore, sondern saß auch zweimal auf der Strafbank. Als er diese verlassen hatte, prallte er mit Referee Klein zusammen, der sich aber rasch wieder aufrappeln konnte. Rodman bediente währenddessen den durchgestarteten Zientek, der mit viel Übersicht vor dem EHC-Tor für Lukes auflegte. Der Rest war Formsache (47.), und die Fans forderten „Nur noch zwei“. Kurz darauf änderten sie ihren Text und sangen: „Einer geht noch.“ Da stand es dann 9:0 (48.). Weller und Kelly hatten die Bayreuther Defensive klassisch ausgespielt, McKnight stand völlig frei neben dem Torpfosten und schob den Puck über die Linie.

Trotz des Debakels wurden die Tigers ihrem Ruf gerecht, niemals aufzugeben. Das taten sie auch am Sonntag nicht. Mehr war für sie aber nicht drin. Das werden sie am Dienstag zumindest nochmals versuchen.

DEL 2
Bietigheim – Bayreuth

9:0


Drittel:
2:0, 4:0, 3:0.
Tore: 1:0 McKnight (5.), 2:0 Kelly (9.), 3:0 Zientek (23.), 4:0 McKnight (25.), 5:0 Zientek (30.), 6:0 Kelly (39.), 7:0 Just (42.), 8:0 Lukes (47.), 9:0
McKnight (48.); Strafminuten: 4 (2 Strafen) – 4 (2 Strafen); Schiedsrichter: Michael Klein (Stuttgart); Zuschauer: 3007.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo