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Steelers im Pech: Jetzt fällt auch noch Sommerfeld aus

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Steelers-Torjäger Marcus Sommerfeld konnte in den vergangenen Playoff-Duellen nur mit Spritzen spielen. Wegen seiner wieder aufgebrochenen Rippenverletzung fällt der 33-jährige Deutsch-Kanadier nun aus.  Foto: 

Eigentlich spricht derzeit wenig für ein Comeback der Bietigheim Steelers im Playoff-Finale der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2). Der Hauptrundensieger aus dem Ellental hat die ersten drei Duelle der Best-of-seven-Serie gegen die Löwen Frankfurt jeweils verloren – mit 5:7, 0:4 und 2:4. Sollten die Hessen an diesem Freitag (19.30 Uhr) ihr Heimspiel gewinnen, sind sie Meister. Und vieles deutet darauf hin, dass es so kommen wird.

Der Titelrivale aus Frankfurt ist zum richtigen Zeitpunkt der Saison in Bestform, seit nun schon 18 Begegnungen ungeschlagen und hat den kompletten Kader zur Verfügung. Die Steelers dagegen sind aus dem Tritt geraten. Im Abschluss fehlten der Mannschaft bisher das nötige Glück und die Präzision, was freilich auch mit den Glanzleistungen von Löwen-Goalie Brett Jaeger zu tun hatte. Noch schwerer wiegt das Verletzungspech, das den Klub auch in den Playoffs weiter verfolgt: Nach Frédérik Cabana (Kreuzbandriss) und David Wrigley (Leiste) hat es nun mit Marcus Sommerfeld einen weiteren Topstürmer erwischt. Bei dem 33-jährigen Deutsch-Kanadier macht sich die alte Rippenblessur wieder bemerkbar. Zuletzt konnte Sommerfeld nur mit Spritzen spielen.

So stellen sich die Reihen inzwischen von allein auf: Den ersten Sturm bilden die Kontingentspieler Matt McKnight, Justin Kelly und Shawn Weller. Für die zweite Reihe ist das Trio Marcel Rodman, Robin Just und Sebastian Alt vorgesehen. Und René Schoofs geht mit den Jungspunden Max Lukes und Benjamin Zientek auf Torejagd.

Obwohl er allen Grund dazu hätte, will Trainer Kevin Gaudet nicht über die Ausfälle jammern – und auch nicht über die Schiedsrichter („Das bringt nichts“), von denen er sich ungerecht behandelt fühlt, was die Verteilung von Strafzeiten anbelangt. Vielmehr versucht der Kanadier trotz der schwierigen Situation positiv zu denken und Optimismus zu verbreiten. Schließlich gibt es in der Eishockey-Geschichte viele Beispiele dafür, dass ein Team einen 0:3-Rückstand noch wettgemacht und eine Serie gedreht hat. Die Steelers waren in der Zweitliga-Spielzeit 2005/2006 selbst das Opfer eines solchen Comebacks: Der SCB lag im Viertelfinale gegen die Schwenninger Wild Wings bereits mit 3:0 vorne, um sich in den folgenden vier Partien noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Auch Gaudet hat das negative Szenario schon einmal selbst erlebt: Im österreichischen Halbfinale 2009/2010 musste er als Coach der Vienna Capitals mitansehen, wie seine damalige Mannschaft gegen Linz eine 3:0-Führung noch verdaddelte. Mut sollte den Schwaben auch das Geschehen in den laufenden NHL-Playoffs machen: Nach drei Niederlagen in Folge holten die Minnesota Wild am Mittwoch mit dem 2:0 bei den St. Louis Blues den ersten Sieg. „So wollen wir das auch machen“, sagt Gaudet und verspricht: „Wir werden alles geben und alles versuchen, um am Sonntag in unserer Arena noch ein fünftes Spiel zu haben.“

Insgeheim spekuliert der Trainer sicher auch darauf, dass die Löwen sich bereits als Sieger fühlen und den angezählten Gegner aus Bietigheim unterschätzen. „Es ist eine große Kunst, die Emotionen vor dem vierten Spiel zu kontrollieren“, weiß Löwen-Verteidiger Joel Keussen und prophezeit wieder einen „harten Kampf“. Er und seine Frankfurter Mitstreiter brennen darauf, nach den 60 Minuten vor heimischer Kulisse den DEL-2-Pokal in die Höhe zu recken. Keussen: „Wir wollen das Spiel gewinnen und werden alles in die Waagschale werfen.“

Spiel 4
Freitag, 21. April, 19.30 Uhr:
Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers
Spiel 5 (falls nötig)
Sonntag, 23. April, 17 Uhr:
Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt
Spiel 6 (falls nötig)
Dienstag, 25. April, 19.30 Uhr:
Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers
Spiel 7 (falls nötig)
Freitag, 28. April, 20 Uhr:
Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt

Ein akustischer Höhepunkt wartet auf die Zuschauer bereits vor dem vierten Finalduell zwischen den Löwen Frankfurt und den Bietigheim Steelers: Die Opern- und Musicalsängerin Anna Maria Kaufmann intoniert zur Einstimmung auf die Partie die Nationalhymne. Für die Hessen könnte dies ein gutes Omen sein: Die Sopranistin sang bereits 2004 im Playoff-Finale der DEL das Deutschland-Lied – und Frankfurt holte danach seine erste und bisher einzige Meisterschaft in der Eliteklasse, damals noch unter dem Namen „Lions“. ae

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