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Seit 1920 wird in Marbach gerudert, was das Zeug hält

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Synchrones Paddeln: Beim Rudern ist Teamwork angesagt. Seit mehr als 30 Jahren kooperiert der Marbacher Ruderverein mit dem Friedrich-Schiller-Gymnasium – und zieht so seinen Nachwuchs an Land.  Foto: 

Rudern hat eine lange Tradition in Marbach: Seit fast einem Jahrhundert besteht der Marbacher Ruderverein, der 1920 gegründet wurde. In wenigen Jahren kann der MRV also sein großes Vereinsjubiläum feiern. Doch bereits im Jahr 2017 gab es ein „rundes“ zu feiern, denn im September fand die 50. Marbacher Ruderregatta auf dem Neckar statt. Am Abend des ersten Veranstaltungstages gab es ein Feuerwerk. „Wir genießen in Süddeutschland den Ruf, eine der schönsten Regatten auszurichten. Das spiegelt sich in den hohen Anmeldezahlen von 600, 700 Meldungen wider“, berichtet Rolf Jürgen Fritz nicht ohne Stolz.

Der Vorsitzende des Rudervereins kann sich bei Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung auf eine große Zahl an engagierten Mitgliedern verlassen. „Das steckt immer sehr viel Arbeit dahinter, aber wir sind mit unseren Mitgliedern gesegnet“, findet Fritz.

Etwa 300 Mitglieder hat der MRV, davon ist ein guter Teil auch regelmäßig im Trainings- und Wettkampfbetrieb aktiv. „Für einen Binnensportverein ist das viel. Marbach hat aber ein tolles Ambiente, gerade, was die Sportmöglichkeiten auf dem Neckar betrifft“, so Fritz. Doch nicht nur zum Rudern finden Menschen den Weg ans Neckarufer. Der Biergarten, der vom Pächter der Vereinsgaststätte betrieben wird, hat im Sommer regen Zulauf. Neben den gut 100 aktiven Erwachsenen nehmen etwa 35 Jugendliche regelmäßig an Regatten teil, 20 weitere trainieren ebenfalls im Jugendbereich.

Seit über 30 Jahren besteht zudem eine Kooperation mit dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach. Dort gibt es sogar vier Lehrerstunden eigens für diese Zusammenarbeit. Die Ruder-AG ist fester Bestandteil des gymnasialen Lebens in Marbach. „Das Interesse am Rudern ist stetig gewachsen. In den letzten Jahren gab es regelmäßig Wartelisten. Mehr als 60 Teilnehmer können organisatorisch nicht gestemmt werden“, erklärt Heike Breitenbücher, die Cheftrainerin im MRV ist. „Schul- und Vereinstraining wird bei uns offen gehandhabt. Wir erhoffen uns natürlich, dass Schüler den Weg in den Verein finden“, sagt Breitenbücher. Das sei auch häufig der Fall. Ein Problem entstehe dann, wenn die Talente nach Karlsruhe, Tübingen oder Heidelberg zum Studieren wegziehen und sich dann den dortigen Teams anschließen. Viele kommen aber im Erwachsenenalter zum MRV zurück, worüber man sich dort natürlich sehr freut.

Nicht nur der Verein profitiert durch die Zusammenarbeit mit der Schule, umgekehrt verhält es sich genauso. Vor einigen Jahren gewann der FSG-Achter beim Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia Silber. Bei den Marbacher Ruderern wird darauf geachtet, dass die Nachwuchssportler gute Leistungen in der Schule erbringen. „Rudern ist ein sehr trainingsintensiver Sport. Ab dem Alter von zwölf Jahren wird drei- bis viermal pro Woche trainiert. Vor Wettkämpfen kann es noch häufiger sein. Das ist notwendig, weil es beim Rudern auf Ausdauer und Kraft ankommt“, betont Breitenbücher. Wer Probleme in der Schule hätte, bekäme eine Pause beim Rudern verordnet. „Die meisten Ruderer sind aber sehr gute Schüler. Denn wer das zeitaufwändige Hobby Rudern organisiert bekommt, schafft das in der Regel auch mit dem Lernen gut“, sagt sie.

Rudern ist ein Teamsport

Den Marbacher Ruderern ist neben den Erfolgen bei Regatten auch der Breitensport wichtig. „Manche Vereine setzen nur auf den Leistungssport. Wir freuen uns zwar auch über Erfolge, geben aber auch Breitensportlern Gelegenheit, in unserem Verein aktiv zu sein“, betont Rolf Jürgen Fritz. „Rudern ist im Wesentlichen Teamsport.

Von der Vorbereitung über die sportliche Betätigung bis zum Aufräumen der Boote wird alles gemeinsam gemacht. Das trägt zur Teambildung bei“, sagt er. Bei Regatten sind immer mehrere Boote am Start. Diejenigen, die gerade nicht auf dem Wasser sind, feuern die übrigen Starter ihres Vereins lautstark an.

Jetzt im Oktober ist die Wettkampfsaison zu Ende, die Vorbereitung auf das Jahr 2018 hat schon begonnen. Beim MRV wird es im kommenden Jahr ein neues Angebot geben. Dann wird der Verein in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen Rudern als Gesundheitssport anbieten.

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