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Schrubben, schlagen und schlenzen auf hohem Niveau

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  • Die Hockey-Mädchen des HC Ludwigsburg haben beim Training den Ball fest im Blick.  1/2
    Die Hockey-Mädchen des HC Ludwigsburg haben beim Training den Ball fest im Blick. Foto: 
  • Der Sportliche Leiter Daniel Weißer (links) und Michael Thum, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit, sind stolz auf die deutsche Jugend-Nationalspielerin Jule Fischer. 2/2
    Der Sportliche Leiter Daniel Weißer (links) und Michael Thum, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit, sind stolz auf die deutsche Jugend-Nationalspielerin Jule Fischer. Foto: 
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Vor fünf Jahren hat der Hockey-Club Ludwigsburg (HCL) groß gefeiert. Anlass: 100 Jahre Vereinsbestehen. Und die Ludwigsburger kommen aus dem Feiern kaum mehr heraus. Titel sammeln die – momentan 18 – Mannschaften, die am Spielbetrieb teilnehmen, sowieso am laufenden Band. Seit Mai „wohnt“ der Verein in einem topmodernen neuen Clubheim. Hinzu kommt sportlicher Erfolg, der sich nicht nur an Titeln messen lässt: „In den vergangenen Jahren ging es immer bergauf. Jetzt haben wir uns in der Zweiten Bundesliga etabliert“, sagt Daniel Weißer, Trainer der ersten Herrenmannschaft. Das gilt allerdings nur für die Feldhockey-Saison. Denn in der Halle, da sind die Ludwigsburger Spitze: Sie schrubben, schlagen und schlenzen den Ball in der höchsten Spielklasse, der Ersten Bundesliga.

Stolz ist der Verein auch auf die Neu-Nationalspielerin aus der eigenen Jugend. Die 15-jährige Jule Fischer spielt beim HCL seit sie vier Jahre alt ist. In diesem Jahr wurde sie zu einem fünftägigen Lehrgang der U-16-Nationalmannschaft eingeladen und bekam im Juni prompt ihren ersten Länderspiel-Einsatz in Mannheim gegen Argentinien, einer der führenden Hockey-Nationen. „Das war für mich bisher der Höhepunkt meiner Hockey-Jahre. Darauf habe ich hingearbeitet und viel trainiert“, erzählt die Mittelfeldspielerin in der Altersklasse der weiblichen Jugend B. Sie spielt am liebsten zentral auf den Positionen Mitte-Mitte oder Mitte-Rechts. Auch taktisch hat sie Vorlieben. Ihr favorisierter Spielzug. „Ich laufe über rechts, nehme den Ball hoch und gehe mit Gas vorbei“, schildert Fischer lächelnd und fügt hinzu: „Das ist ein gutes Feeling.“

HCL lebt von Eigengewächsen

Jule Fischer ist eine von vielen jungen Vereinsmitgliedern. Vorstandsmitglied Michael Thum spricht von einem jährlichen Zuwachs zwischen fünf und zehn Prozent, weit über 50 Prozent der Mitglieder betrage der Anteil an Jugendspielern unter 18 Jahren im Verein. „Das sind natürlich keine Karteileichen, sondern die stehen jeden Tag hier und wollen Hockey spielen. Das macht unseren Verein so lebendig und lebhaft“, schwärmt Thum. Momentan zähle der HC Ludwigsburg 23 Jugendmannschaften. In der Pubertät tauschten allerdings viele Teenies den Schläger gegen andere Interessen aus, oftmals stecke auch die Schule dahinter. „Im kritischen Alter zwischen 14 und 16 Jahren verlieren wir um die 70 Prozent“, gibt Thum zu. Aber die, die bleiben, stellen später die Herren- und Damenmannschaften, denn fast alle Bundesliga-Spieler des HCL sind „Eigengewächse“.

Das Regelwerk im Hockey-Sport wird streng gehandhabt und ständig angepasst. Die letzte Änderung war ein gravierender Einschnitt in die Abläufe. Seit wenigen Wochen wird in der Liga nicht mehr zwei Mal 35 Minuten, sondern vier Mal 15 Minuten gespielt. Dafür wird bei Strafecken und Toren die Uhr für 40 Sekunden angehalten. Ob er die Änderung gut oder schlecht findet, weiß Trainer Daniel Weißer noch nicht. Bisher gab es erst wenige Partien mit der neuen Regelung.

Neu ist auch das Sportzentrum Ost, das von einem Vereinsmitglied gesponsert und im Mai dieses Jahres eröffnet wurde. Der 4800 Quadratmeter-Komplex wird aber nicht nur vom HCL genutzt. Untergebracht sind auch ein Yoga-Zentrum, ein Fitnessstudio und eine Indoor-Kletterhalle. Das alte Klubheim habe dennoch nicht vollständig ausgedient, berichtet Michael Thum, genutzt würden dort nach wie vor Umkleideräume und Duschen.

So auch Jule Fischer. Eins-zu-eins-Situationen mag sie überhaupt nicht. Das Training an sich macht der 15-Jährigen „richtig viel Spaß“, sagt sie, denn man müsse beim Hockey nicht immer an den gleichen Sachen rumüben, sondern könne in jeder Einheit etwas Neues dazulernen. Jule Fischers großer Traum: irgendwann einmal im A-Kader der Nationalmannschaft zu spielen. „Das wird schwer, aber ich hoffe es.“ Wenn es so weiter geht, sieht es nicht schlecht für sie aus. Vor wenigen Tagen sei sie bei der Landessichtung wohl als Stärkste eingestuft worden, erzählt sie. Möglicherweise ist sie im Herbst bei einem einwöchigen Nationalmannschaftslehrgang dabei. Jule Fischer liebt es, im Mannschaftsverbund auf dem Platz zu stehen: „Wir gewinnen immer zusammen und wir verlieren immer zusammen – das ist mir das Wichtigste.“

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