Partner der

Schach als Gedächtnistraining ist bis ins hohe Alter möglich

|
Vorsitzender Wolfgang Reinhardt vom Schachklub Bietigheim und seine Figuren.  Foto: 

Der Schachsport in Bietigheim hat eine lange Tradition. Bereits vor rund 90 Jahren existierte mit dem Schachklub Central ein Schachverein, der seinen Namen vom Spielort im Cafe Central herleitete. Der heutige Schachklub Bietigheim-Bissingen hat seine Wurzeln in der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Schachabteilung des TSV Bietigheim. Aus dieser entstand Mitte der Fünfziger Jahre der heutige Schachklub.  Der Verein hat 42 Mitglieder, darunter acht Jugendliche.„In der Altersgruppe 20 bis 40 Jahre haben wir leider kaum Mitglieder, dafür sind viele unserer Aktiven über 60“, berichtet der erste Vorsitzende des Schachklubs, Wolfgang Reinhardt.

„Generell ist es leider so, dass die meisten Schachvereine heute weniger Mitglieder haben als noch vor 30 oder 40 Jahren. Das liegt auch daran, dass Schachcomputer mittlerweile sehr verbreitet sind und viele Leute damit spielen. Das ist bedauerlich, weil das gemeinsame Spiel im Verein eine eigene Atmosphäre hat“, so Reinhardt. Das Schöne am Schach sei, dass man es bis ins hohe Alter spielen könne. „Das Gedächtnis wird durch Schach sehr gut trainiert“, betont er. „Schach kann man auch noch mit 80 spielen, was in anderen Sportarten so nicht möglich ist.“

Aktivitäten nicht nur am Brett

Aktuell hat der Schachklub drei aktive Mannschaften, die in der Landesliga, der B-Klasse und der C-Klasse spielen. Früher gehörte die erste Mannschaft sogar der Verbandsliga an, doch das ist lange vorbei. „Heute haben viele Verbandsligisten Profispieler unter Vertrag, die viel Geld kosten. Wir sind alles Amateurspieler“, so Reinhardt, der dem damaligen Verbandsligateam angehörte. Heute geht es darum, den Klassenerhalt in der Landesliga zu sichern. Der Klub ist jedoch nicht nur im Ligabetrieb aktiv, sondern auch im kulturellen Leben der Stadt verankert. So ist man regelmäßig am Buchfest und seit mehreren Jahren auch am Kindertag und am Sommerferienprogramm beteiligt und veranstaltet an drei Bietigheimer Schulen Schach-Arbeitsgemeinschaften. An Hiller- und Waldschule nehmen jeweils rund 20 Schüler daran teil, am Gymnasium zehn. „Wir hoffen, dass wir dadurch neue Mitglieder gewinnen können“, meint Reinhardt. „Kinder können in zwei bis drei Tagen Schach lernen. Den größten Entwicklungsschub gibt es beim Schach zwischen 15 und 20.“ Daher freut man sich beim Schachklub Bietigheim über die große Beteiligung an den AGs.

Reinhardt selbst gehört dem Verein seit seiner Jugend an. 1973 zog er mit seinen Eltern von Bad Kreuznach nach Bietigheim. Bereits in seiner alten Heimat spielte er Schach, so bot ihm der Sport die Möglichkeit, in Bietigheim schnell Anschluss zu finden. „Damals war ich einer von nur drei Jugendlichen im Schachklub. Das hat sich aber schnell geändert und es gab dann bald mehr als 20 Jugendliche“, berichtet der Vorsitzende. In der Zeit, als der Verein viele junge Mitglieder hatte und schließlich auch den Sprung in die Verbandsliga schaffte, wurden auch regelmäßig große Blitzturniere unter dem Namen Karl-Mai-Pokal ausgerichtet, bei denen auch internationale Top-Spieler teilnahmen. Dieses Kapitel ist  Geschichte, jeden ersten Freitag im Monat richtet der Schachklub aber im Dachgeschoss des Hauses der Vereine eine Stadtblitzmeisterschaft aus. Der Unterschied des Blitzschachs zum normalen Turnierschachbetrieb liegt in der Zeit, die man zur Verfügung hat. Beim Blitzschach dauert eine Partie lediglich fünf Minuten, während man beim Turnierschach bis zu 120 Minuten beziehungsweise 40 Züge Zeit hat.

An den übrigen Freitagen finden die Spiel- sprich Übungsabende zunächst der Jugendlichen, später der Erwachsenen statt. An Wochenenden, an denen der Klub Gastgeber eines Spieltages ist, findet der Spielbetrieb sonntags auch unter dem Dach des Hauses der Vereine statt.

Für Rechtsanwalt Reinhardt  ist Schach das wichtigste Hobby. „Man muss sich viel Zeit nehmen und auch an Fortbildungen teilnehmen.“ Abgesehen vom Schach fährt er auch leidenschaftlich Rad. Sportlich hofft man beim Schachklub, mit der ersten Mannschaft die Landesliga halten zu können und mit der zweiten Mannschaft die Rückkehr in die A-Klasse zu schaffen, aus der man vor nicht allzu langer Zeit abgestiegen ist. Zudem hofft man auch weiterhin auf den Erfolg einzelner Spieler bei Turnieren wie der Württembergischen Schnellschachmeisterschaft, bei der bereits mehrfach Aktive gute Platzierungen erreichten. Vielleicht trägt auch das Engagement des Vereins in den Schulen sowie bei Kindertags- und Sommerferienprogramm Früchte. Über neue, junge Mitglieder freut man sich beim Schachklub sicher.

Die sportliche Heimat des Schachklubs ist im Haus der Vereine in der Metterstraße am Bietigheimer Japangarten. „Früher waren wir in verschiedenen Cafes, später bei der Germania. Das hat uns aber 200 Mark Miete gekostet. Seit es das Haus der Vereine gibt, sind wir hier beheimatet. Hier müssen wir nur einen Anteil an den Nebenkosten an die Stadt entrichten. Je nachdem, wie viele Stunden wir die Räumlichkeiten genutzt haben“, berichtet der Schachklub-Vorsitzende Wolfgang Reinhardt. sd

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Mein Sportverein

BZ-Serie „Mein Sportverein“. Jede Woche gibt es ein Vereinsporträt über Klubs, die nicht in der Ersten Liga mitspielen, seltener im Licht der Öffentlichkeit stehen, aber um so wichtigere Beiträge für die Nachwuchsarbeit, aber auch fürs kulturelle und gesellschaftliche Leben im Ort leisten.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Nach Bamberger kandidiert auch Chef nicht mehr

Die Gemmrigheimer Bürgermeisterin tritt nach 24 Jahren nicht mehr an. Am 4. März wird in Gemmrigheim und am 15. April in Bönnigheim gewählt. weiter lesen