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Körperkontakt ist erlaubt

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Beim Rollerderby von Barockcíty ist der Körpereinsatz hoch. Der Jammer (mit Stern auf dem Helm) muss gestoppt werden.  Foto: 

Einen wahren Boom erlebt der Rollerderby Sport in den letzten Jahren. Der Vollkontaktsport auf Rollschuhen, der hauptsächlich von Frauen betrieben wird, begeistert immer mehr Menschen. Bereits Mitte der 1930er-Jahren entstand das Rollerderby in den USA und erlebte seitdem mehrere Niedergänge und Wiederbelebungen. Seit gut zehn Jahren bestehen auch in Deutschland Vereine. Einer der ersten Clubs war der Barockcity Rollerderby aus Ludwigsburg, der 2007 gegründet wurde. Seit dem 1. Januar 2017 sind die Ludwigsburgerinnen kein eigenständiger Verein mehr, sondern haben sich der Sportvereinigung 07 Ludwigsburg angeschlossen.

„Wir waren der zweite deutsche Verein, den es überhaupt gab“, berichtet Tanja Sonnenwald, die Abteilungsleiterin der Ludwigsburger. Vorher gab es nur einen Klub in Stuttgart. Mittlerweile gibt es 35 Vereine, die an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnehmen. „Rollerderby ist ein Sport, der sich immer wieder neu erfindet. In der jetzigen Form wird er erst seit 2001 betrieben“, so Sonnenwald.

Blaue Flecken und kleinere Verletzungen sind an der Tagesordnung. Körperkontakt ist ausdrücklich erlaubt, zumindest von der Schulter bis zur Hüfte. Der mitunter harte Körpereinsatz ist auch der Grund dafür, dass man erst ab dem Alter von 18 Jahren bei Spielen eingesetzt werden darf.

Etwas mehr als 40 Mitglieder haben die Ludwigsburger. Drei Viertel von ihnen sind aktive Sportler. „Über neue Mitglieder freuen wir uns immer“, betont Sonnenwald. „Es wäre schön, wenn wir neue Spielerinnen für uns gewinnen könnten, da wir manchmal nur zu neunt oder zu zehnt in ein Spiel gehen. Aber auch, wer als Schiedsrichter tätig sein möchte, ist bei uns immer willkommen“, so die Abteilungsleiterin. „Als kleiner Verein, der eine Randsportart betreibt, ist es schwer, zu überleben. Seit wir eine Abteilung von 07 sind, ist vieles für uns leichter. Wir haben mehr Trainingsmöglichkeiten und müssen auch weniger Nutzungsgebühren für die Hallen zahlen“, berichtet sie. „Auch für den Hauptverein ist es ein Gewinn, dass wir nun dazugehören, da sich 07 in der Breite besser aufstellen will und jede weitere Sportart das Vereinsleben bereichert“, meint Sonnenwald. Der Kontakt zu den anderen Abteilungen sei freundschaftlich. Vier- bis fünfmal pro Woche trainieren die Ludwigsburgerinnen, dazu kommen die Spiele in der Zweiten Bundesliga und die Teilnahme an Turnieren.

Bei internationalen Turnieren

Regelmäßig nehmen die Sportlerinnen aus der Barockstadt an dem Turnier in Mailand teil, bei dem sie bereits mehrfach vierte und fünfte Plätze belegt haben. Die Teilnahme an internationalen Turnieren ist reizvoll, aber nicht billig. Die Reisekosten müssen selbst finanziert werden. Daher freut man sich über die Entstehung vieler neuer Vereine in Deutschland. Seit zwei Jahren gibt es die Bundesliga-Struktur mit drei Ligen. Die Ludwigsburger sind in der Zweiten Bundesliga beheimatet. Im April gewann man bei den Demolition Derby Dolls mit 248:90, im Mai verlor man aber zu Hause 122:238 gegen die Delta Quads Mannheim.

Zu diesem Sport gehört auch, dass sich die Spielerinnen Pseudonyme wie „Bloody Bunny“, „Miss Handlung“ oder „Pixie Painful“ zulegen. Trotz dieser zum Teil martialischen Namen und trotz der Härte des Sports kommen die Spielerinnen gegnerischer Teams sehr gut miteinander zurecht. „Während der Spiele geht es hart zur Sache, aber danach fallen wir uns in die Arme und feiern oft noch lange zusammen. Wir sind eine große Familie“, so Sonnenwald. Jeder und jede würden respektiert. „Rassismus gibt es bei uns genauso wenig wie jede andere Form von Diskriminierung. Jeder ist bei uns willkommen, so wie er ist“, betont sie. Bei den Ludwigsburgern gibt es eine interessante Mischung verschiedenster Persönlichkeiten, die über den Sport zusammenfinden. Die Spiele, die in Oßweil oder in Neckarweihingen ausgetragen werden, stoßen auf reges Publikumsinteresse. Bis zu 300 Zuschauer haben die Heimspiele schon verfolgt.

Info Im Rahmen der Stadtgeschichte geben die Barockcity Rollerderby-Girls am 14. Juni von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr im Ludwigsburg Museum in der Eberhardstraße 1 Einblicke in ihre Sportart.

Fünf Spielerinnen eines Teams treten auf einer ovalen Bahn gegeneinander an. Vier von ihnen sind Blocker, die fünfte versucht als Jammerin, möglichst viele gegnerische Spielerinnen zu überrunden. Für jede Überrundung gibt es einen Punkt. Zweimal 30 Minuten dauert eine Begegnung, insgesamt dürfen bis zu 14 Spielerinnen pro Team eingesetzt werden. Die Ausrüstung besteht neben Rollschuhen aus Knieschoner, Helm, Ellenbogenschoner und Mundschutz. sd

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