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Favoritensterben beim Ganerben-Cup

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Der ungesetzte Mainzer Steffen Hillemeier entschied das Herrenturnier für sich.  Foto: 

Mit zwei Überraschungen endete das Tennisturnier des TC Rot-Weiß Bönnigheim um den 2. Ganerben-Cup. Bei den Damen hätte man vielleicht die an Nummer drei gesetzte Baden-Badenerin Angelika Roesch noch auf der Rechnung haben müssen, bei den Herren rechnete aber niemand mit dem ungesetzten Mainzer Steffen Hillemeier, Nummer 698 der deutschen Rangliste, als Sieger.

Es war irgendwie verhext im Herrenfeld. Daniel Müller (TC Weinheim), Nummer eins der Setzliste, und Noel Maximilian Hartzheim (TC Rotenbühl Saarbrücken), die Nummer drei, mussten im Viertelfinale verletzt aufgeben. Sie setzten im oberen Paarkreuz aber nur das Favoritensterben fort, das bereits in der Auftaktrunde des 32er-Feldes eingesetzt hatte. Für Gil Uwe Grund (TSG Backnang) und Torben Steinorth (TC Blau-Weiß Schwetzingen) war schon die erste Hürde zu hoch. Grund stand der spätere Sieger Hillemeier im Weg.

Im unteren Paarkreuz lief es etwas normaler. Nur die Nummer vier Sven König (Tübingen) scheiterte früh. Sein Bezwinger Christian Braus (TC Durlach) schaffte es bis ins Halbfinale, wo er gegen die Nummer zwei Robert Strombach (LTTC Rot-Weiß Berlin) immer wieder mit seiner Rückhand haderte und nach 1:6 im ersten Satz viel zu spät ins Spiel fand. Der zweite Satz ging in die Verlängerung, der Berliner, der direkt von einem Turnier aus Belgien kam und mit einer Wildcard ausgestattet wurde, gewann aber mit 7:5. Aufgrund der bisherigen Turniereindrücke war er damit auch der Favorit fürs Finale. Doch Hillemeier, fast 600 Plätze hinter Strombach in der Rangliste platziert, biss sich durch, gewann den ersten Satz im Tiebreak und den zweiten mit 6:3. Die Überraschung war perfekt.

Aus lokaler Sicht schnitt Julian Schöller (TC Oberstenfeld) am besten ab. Für die an sieben gesetzte Nummer 243 der DTB-Rangliste war im Viertelfinale gegen Braus Schluss. Ari Schwidder (TC Oberstenfeld), Philipp Roloff (TSV Bietigheim) und Michele Lavorato (TV Vaihingen) scheiterten in Runde eins.

Mack scheitert im Viertelfinale

Bei den Frauen war das Favoritensterben nicht so ausgeprägt. Ein bemerkenswertes Duell gab es bereits in der zweiten Runde. Die an vier gesetzte Nummer 133 der deutschen Rangliste, Jacobea Junger (TC Doggenburg), musste gegen die erst in Leistungsklasse neun eingestufte Mia Mack ran. Die 13-jährige Löchgauerin, die als große Hoffnung im deutschen Frauentennis gilt und für den TC Hechingen antritt, hatte zum Auftakt Allison Lochbühler (Mannheimer TSG) mit 6:1 und 6:0 vom Platz gefegt. Mit Junger hatte Mack schon mehr Probleme, setzte sich aber mit 7:5, 2:6 und 10:5 im Match-Tiebreak gegen die elf Jahre ältere Stuttgarterin durch. Dann musste das Talent allerdings im Viertelfinale gegen Dana Heimen (TC Ludwigshafen) die Segel streichen. Die an acht gesetzte Nummer 284 der Rangliste gewann 6:2 und 7:6. Die Siegerin unterlag dafür im Halbfinale der Turnierfavoritin Ellen Linsenbolz (SSC Karlsruhe). Im unteren Paarkreuz schied die Nummer zwei Celine Fritsch (TV Fürth) überraschend im Viertelfinale gegen die ungesetzte Lauffenerin Rosalie Willig aus. Die Nummer 387 der Rangliste setzte sich gegen die Nummer 90 mit 6:3, 3:6 und 10:5 durch. Doch bis ins Finale schaffte es die Lokalmatadorin nicht: Im Halbfinale musste sie gegen Angelika Roesch im ersten Satz verletzt aufgeben.

Diese war neben Mack eine der Attraktionen des Turniers. Mit Jahrgang 1977 war Roesch die zweitälteste Spielerin im Feld und brachte mit vier WM- und zwei EM-Titeln aus der Altersklasse Ü 35 viel Erfahrung mit nach Bönnigheim. Dass sie sich jedoch gegen die 17 Plätze besser postierte und zwölf Jahre jüngere Linsenbolz durchsetzen würde, kam überraschend. Am Ende wurde es ein harter Kampf auf Biegen und Brechen. Linsenbolz gewann den ersten Satz 6:2, Roesch den zweiten mit 6:3. Im Match-Tiebreak triumphierte Roesch mit 10:7. Für Stéphanie Lieb, Lena Friedrich (TC Lauffen), Michaela Waker (TC Oberstenfeld) und Yvette Schmucker (TC Ludwigsburg) galt dagegen das olympische Motto „Dabei sein ist alles“.

„Jeder Spieler und jede Spielerin, mit denen ich gesprochen habe, hat die familiäre Atmosphäre des Turniers gelobt. Alle möchten gerne im nächsten Jahr wiederkommen, wenn keine Verletzung dazwischenkommt“, sagte Turnier-Pressereferentin Ursula Lilienfein.

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