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Steelers: Eishockey-Profi Marcus Sommerfeld im Interview

Seit dieser Saison führt Marcus Sommerfeld die Bietigheim Steelers als Kapitän an. Im Interview äußert sich der 30-Jährige über seine Führungsrolle, die Baustellen im Team und den bisherigen Saisonverlauf in der Deutschen Eishockey-Liga 2.

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Marcus Sommerfeld, hier noch mit Playoff-Bart, will mit den Bietigheim Steelers auch 2013/2014 die Meisterschaft ins Ellental holen. Der gelernte Stürmer, der inzwischen als Verteidiger aufläuft, ist beim SCB seit dieser Saison Kapitän.  Foto: 

Beunruhigt Sie die jüngste sportliche Talfahrt mit neun Niederlagen in den vergangenen zwölf Spielen?

MARCUS SOMMERFELD: Wir hatten einen großartigen Saisonstart. Es kann nicht immer nur aufwärts gehen. Du kannst nicht über das ganze Jahr hinweg dein bestes Eishockey spielen. Außerdem gewinnt man die Meisterschaft nicht im November. Vor Weihnachten wollen wir aber nochmal kräftig Gas geben.

Was ist anders als noch zu Beginn der Hauptrunde, als es für den SCB famos lief und das Team nach zehn Spieltagen die Tabelle anführte?

SOMMERFELD: Ich würde nicht sagen, dass wir etwas anders machen oder anders spielen. Wir verlieren sehr viele enge Duelle, zum Beispiel auch in der Verlängerung und im Penaltyschießen. Auf diese Situationen müssen wir uns mental wieder besser einstellen. Zu Beginn der Saison sind unsere Tore viel einfacher gefallen. Momentan tun wir uns schwerer damit, zu scoren. Das liegt auch daran, dass die Gegner gegen uns defensiver spielen.

Auffällig ist, dass die Steelers in der Verlängerung und im Penaltyschießen immer verlieren - siebenmal ist das bisher passiert. Warum tut sich die Mannschaft gerade in den kniffligen Situationen so schwer?

SOMMERFELD: Es ist keine einfache Situation, wenn du in die Verlängerung oder ins Penaltyschießen gehen musst. Wir üben Penaltys jede Woche - und wir trainieren auch jede Woche das Spiel vier gegen vier für die Verlängerung, damit wir bereit sind, wenn die Stunde geschlagen hat. Es liegt an uns Spielern, das auch umzusetzen.

Was unterscheidet die jetzige Bietigheimer Mannschaft vom Meisterteam der Spielzeit 2012/2013?

SOMMERFELD: Jedes Jahr verändert sich etwas im Team - egal, ob du nur zwei Spieler ersetzt oder zehn Spieler wie wir in dieser Saison. Man muss die Teamchemie wieder neu finden und auch eine neue Identität. Die Mannschaft der vergangenen Saison war phantastisch. Es ist leicht, zurückzuschauen und zu sagen, was für ein großartiges Team und ein großartiges Jahr das war. Das ist Vergangenheit. Wir haben einige neue Verteidiger und eine komplett neue erste Reihe. Es dauert, bis alles zusammenpasst. Jetzt haben wir auf jeden Fall ein offensiveres Team, das seine Angriffspower auf drei Reihen verteilt. In der vergangenen Saison haben wir hauptsächlich mit zwei Reihen gespielt. Und unsere Abwehr dürfte schneller sein als letztes Jahr.

Wie hat aus Ihrer Sicht die Integration der zehn Neuzugänge geklappt?

SOMMERFELD: Zehn neue Spieler zu integrieren fällt nicht leicht. Die Spieler, die unser Trainer Kevin Gaudet auswählt, sind alle sehr gute und integere Typen. Ich weiß, dass Kevin bei den Neuverpflichtungen auf den Charakter der Spieler viel Wert legt. Das erleichtert das Zusammenwachsen der Mannschaft. Wir haben nur gute Jungs in der Kabine und keinen faulen Apfel.

War der Substanzverlust durch den Weggang der Rodman-Brüder und von Paul John Fenton doch zu groß?

SOMMERFELD: Mit Marcel Rodman haben wir einen sehr guten Kapitän verloren. Er, David Rodman und PJ Fenton waren drei herausragende Spieler. Diese Reihe hat für viele Tore gesorgt. Ich denke, dass unsere aktuelle erste Reihe das Potenzial hat, genauso gut oder sogar noch besser zu werden.

Gerade in der Verteidigung und im Spielaufbau kommt es ungewöhnlich oft zu haarsträubenden Fehlern, die zu Gegentoren führen. Sind das Konzentrationsschwächen?

SOMMERFELD: Das sind individuelle Fehler, die weniger dem Team anzulasten sind. Das ist dann oft ein mentaler Aussetzer innerhalb einer Minute oder einer kurzen Phase im Spiel. Im Eishockey geht alles sehr schnell. Fehler sind ein Teil des Spiels. Wenn es keine Fehler geben würde, würden auch keine Tore fallen. Aber wir machen sicher zu viele solcher individuellen Fehler. Wir arbeiten in der Defensive hart daran, um diese auszumerzen.

Jochen Vollmer gab in einigen Spielen eine unglückliche Figur ab. Hat er noch das Vertrauen des Teams?

SOMMERFELD: Die Runde ist noch lang. Joey hat zu Saisonbeginn überragend gehalten. Ich finde, er ist noch immer ein sehr starker Goalie und macht immer noch sehr gute Spiele für uns. Wenn wir in der Defensive patzen, ist Joey auf sich allein gestellt. Er ist natürlich von uns allen am leichtesten zu tadeln, weil er der letzte Mann unserer Verteidigung ist. Wenn er einen Fehler macht, sieht es jeder. Joey wird definitiv zurückkommen.

Beim ersten Sturm, speziell bei David Wrigley und Matt McKnight, klemmte es zuletzt ebenfalls. Haben Sie eine Erklärung, warum es bei beiden derzeit nicht läuft?

SOMMERFELD: Von einem Klub zum nächsten zu wechseln, ist nicht leicht. Ich habe das sieben- oder achtmal in meiner Karriere gemacht. Es dauert manchmal seine Zeit, bis du deine Rolle gefunden hast. Matt wird mit jedem Training besser. Und was David Wrigley angeht: Er hatte einen tollen Start. Zurzeit schießt er zwar nicht mehr so viele Tore, aber er arbeitet sehr gut nach hinten. Seine Spezialität ist das Powerplay, wo er eine absolute Waffe ist. Nur: Zurzeit haben wir nicht mehr so viele Überzahlsituationen wie noch zu Saisonbeginn.

Der Verein hat trotz Meisterschaft und trotz eines freien Platzes in der DEL den Aufstieg nicht realisieren können. Ist die Motivation der Spieler dadurch gesunken?

SOMMERFELD: Das hat nichts mit unserer Motivation in dieser Saison zu tun. Wir sind total motiviert. Natürlich war es für den Klub und die Fans enttäuschend - und natürlich auch für uns Spieler, denn wir haben hart gearbeitet, um die Meisterschaft zu gewinnen. Wir trauern der Vergangenheit aber nicht hinterher.

Was haben Sie sich mit dem SCB in dieser Saison vorgenommen?

SOMMERFELD: Unser Ziel ist wieder die Meisterschaft. Wir wollen Schritt für Schritt unsere Spiele gewinnen und wieder den Heimvorteil in den Playoffs holen. Ob als Erster oder Vierter, ist dabei egal. Am liebsten wäre es uns natürlich, in der Tabelle immer Erster zu sein.

Sie sind seit dieser Saison Kapitän. Was hat sich für Sie durch dieses Amt verändert?

SOMMERFELD: Um ehrlich zu sein: nicht viel. Ich bereite mich genauso auf die Spiele vor wie früher und benehme mich in der Kabine auch so wie immer. Es ist ein Buchstabe auf deinem Trikot. Ob man das "C" für den Kapitän bekommt, hängt in erster Linie davon ab, wie man sich in der Vergangenheit verhalten hat. Es ist eine schöne Anerkennung und eine Ehre, das Team anzuführen. Das macht mich stolz.

Sie können Stürmer und Verteidiger spielen. Was gefällt Ihnen mehr?

SOMMERFELD: Ich mag beide Positionen und könnte mich nicht für eine entscheiden. Beide haben Vor- und Nachteile. Ich liebe es, Tore zu schießen. Ich liebe es aber auch, zu verteidigen und den Puck weg von unserem Tor zu halten. Außerdem kann man auch als Abwehrspieler scoren. Ich spiele dort, wo Kevin mich gebrauchen kann.

Zur Person vom 27. November 2013

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