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Eine verschworene Gemeinschaft

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  • Die Fußballer des TSV Ottmarsheim gehen in der Fußball-Kreisliga B 9 auf Torejagd. 1/2
    Die Fußballer des TSV Ottmarsheim gehen in der Fußball-Kreisliga B 9 auf Torejagd. Foto: 
  • Zum 100-Jahre-Jubiläum des TSV war das Traditionsteam des VfB Stuttgart 2011 in Ottmarsheim zu Gast. Der frühere Profi Silvio Meißner (links) bekommt es hier mit Achim Stähle zu tun.  2/2
    Zum 100-Jahre-Jubiläum des TSV war das Traditionsteam des VfB Stuttgart 2011 in Ottmarsheim zu Gast. Der frühere Profi Silvio Meißner (links) bekommt es hier mit Achim Stähle zu tun. Foto: 
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Rund ein Viertel der Ottmarsheimer zählt zu den Mitgliedern des örtlichen TSV. Sie turnen, kämpfen Karate und spielen Volleyball. Die meisten der 550 Vereinsmitglieder aber treten gegen den Ball. „Wir sind eine B-Klassen-Mannschaft“, meint Fußball-Abteilungsleiter Benjamin Oettinger.

Zwar hat das Team auch schon in der Kreisliga A gekickt, doch hat für den Verein weniger die eigene Spielklasse Priorität als Spaß und Kameradschaft. Natürlich steige der Spaßpegel, wenn der Erfolg da ist, einen Erfolgsdruck verspürten die Spieler nicht. Finanziell passe alles im Großen und Ganzen, berichtet Oettinger, auch wenn sich beispielsweise der Traum vom Kunstrasenplatz wohl nicht verwirklichen lassen werde.

Die Stärke der Aktivenmannschaft des TSV Ottmarsheim liegt darin, Tore nach Standardsituationen zu erzielen – und in ihrer Mentalität. Mehrfach konnten die Ottmarsheimer Spiele nach einem Rückstand drehen. „Die Mannschaft ist ein geiler Sauhaufen“, schwärmt Trainer Jens Edler. Sowas Ähnliches muss sich rumgesprochen haben, denn in den letzten Jahren hat der Verein großen Zulauf bekommen. Zwar investiere der Klub nicht in Reklame und werbe auch keine Spieler von anderen Vereinen ab, wie Benjamin Oettinger erzählt, doch immer mehr Spieler brächten Bekannte mit. Manche darunter entdeckten Fußball als Sport für sich, andere stiegen nach jahrelanger Kick-Abstinenz wieder in den Spielbetrieb ein. Und sogar Fußballer, die höherklassig gespielt hätten, schließen sich dem TSV Ottmarsheim an. Oettinger glaubt, dass es am Image von Spaß und Geselligkeit liege, das der Verein gern für sich beansprucht.

Aus Jux entsteht ein Frauenteam

Trotzdem kennt der Klub Nachwuchssorgen sehr gut und unterhält seit einigen Jahren im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft mit dem SV Walheim und dem SKV Erligheim. Mehr aus Jux bildete sich eine Frauenmannschaft, die mittlerweile dauerhaft am Spielbetrieb teilnimmt. In den vergangenen beiden Saisons ist das Bezirksliga-Team jeweils in der Relegation knapp am Aufstieg gescheitert. Hin und wieder kommt es vor, dass die Ottmarsheimer Jungs und Mädels gemeinsam trainieren. Dann gilt: Männer dürfen nur drei Ballkontakte haben, die Frauen sollen die Tore schießen. „Die Männer sind gezwungen, nicht den Macho raushängen zu lassen, sondern den Ball abzuspielen. Die Frauen müssen sich dann in Szene setzen und Tore schießen“, erklärt Jens Edler und grinst.

Der zweifache Familienvater trainiert die Männer seit anderthalb Jahren auf dem Chefposten und koordiniert zu Teilen auch die Übungseinheiten der Jugend und Frauenmannschaft. Auf seine Initiative hin unterhält der Verein eine Fußball-Liaison zum FC Durlangen bei Schwäbisch Gmünd, Freundschaftsspiele und Trainingslager inklusive.

Auch qualitativ sei die 27 Mann starke Truppe inzwischen breit aufgestellt, findet deren Trainer. Edler reizt die Aufgabe, aus den Spielern das Bestmögliche herausholen zu wollen. „Die Jungs haben viel Potenzial, und man kann aus ihnen noch viel rauskitzeln.“ Für die kommende Saison ist das Ziel, so lange wie möglich in der Tabelle oben dranzubleiben. „Um den Aufstieg mitzuspielen, ist ein Wunsch, aber kein Muss“, stellt Edler klar. Letzte Saison wäre den Ottmarsheimern die Überraschung beinahe gelungen, als die Aufstiegs-Relegation bis wenige Spieltage vor Saison­ende möglich schien – „aber dann haben wir ein paar Spiele versaubeutelt.“

Letztlich habe es an der Konstanz gehapert. Edler hat in der abgelaufenen Spielrunde zudem mangelnde Chancenverwertung und Defizite im Umschaltspiel ausgemacht. Das soll in der neuen Saison natürlich besser laufen. Dafür trainieren die Freizeitkicker in der Vorbereitung viermal pro Woche, während der Saison laufen sie zwei- bis dreimal auf dem Trainingsplatz auf. Wenn der Coach nach eineinhalb Stunden Training feststellt, „da ist noch Saft drin und die Jungs haben Spaß, dann werden es auch schnell mal zwei Stunden.“

Kameradschaft ist Trumpf

Ist das Training vorbei, gehen die Sportler aber selten auf direktem Weg nach Hause. Oftmals säßen sie noch lange zusammen im Vereinsheim, erzählt Abteilungsleiter Oettinger. Die Vereins-Gemeinschaft reiche weit ins Private hinein. Edler präzisiert: „Es ist eine riesige Kameradschaft in diesem kleinen Ortsverein. Das ist sehr familiär, man rückt zusammen. Und das ist es, was uns in den letzten Jahren stark gemacht hat: Dass wir als Einheit auf dem Platz standen und jeder für jeden Gas gegeben hat. Wenn wir das sonntags umsetzen, sind wir ekelhaft zu spielen.“

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