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Die Freiberg Taipans sind einer von nur acht Bundesligisten

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Sport in Freiberg – da denkt man zunächst an Fußball-Oberligisten SGV Freiberg. Dass es jedoch auch einen Bundesligisten in der Stadt gibt, der aktuell zwei Spieler für eine Weltmeisterschaft abgestellt hat, wird dagegen manchen überraschen. Die Freiberg Taipans sind einer von derzeit acht Vereinen in Deutschland, in denen Australian Football gespielt wird.

Im Jahr 2010 entstand der Verein auf Initiative eines Australiers, der der Liebe wegen nach Deutschland kam und seinen Lieblingssport auch in der neuen Heimat betreiben wollte. Seit drei Jahren gibt es auch die Bundesliga, an der alle acht Teams teilnehmen. „Die Saison dauert üblicherweise von Juni bis August. In diesem Jahr gibt es aber eine Play-off-Runde im September“, berichtet Paul Titze. Der Schatzwart der Taipans ist selbst seit vielen Jahren für den Verein aktiv. „Dass die Play-offs erst im September stattfinden, liegt an der WM, die derzeit in Australien stattfindet. Mit Jan Ostrawsky und Simon Asmuß gehören zwei unserer Stammspieler der Nationalmannschaft an“, berichtet Titze nicht ohne Stolz.

Wer bei Australian Football an eine Variante des American Football denkt, irrt. „Die einzigen Gemeinsamkeiten bestehen in der Form des Balles und darin, dass es ein Kontaktsport ist. Ansonsten unterscheiden sich beide Spiele deutlich voneinander“, sagt Titze.

Für die Freiberg Taipans gab es in der Bundesliga bislang Platzierungen zwischen Platz fünf und acht. „Wir sind ehrgeizig genug, um uns jedes Jahr verbessern zu wollen. Der Spaß am Spiel ist uns aber genauso wichtig“, betont Titze. Zu den Spitzenteams aus Hamburg, München und Berlin wird man so schnell nicht aufschließen können. Ein Grund dafür mag sein, dass die meisten anderen Mannschaften Australier in ihren Reihen haben. Die Freiberg Taipans dagegen sind eines der wenigen Teams, für die kein „Aussie“ spielt.

Genügend Spieler haben die Freiberger dennoch immer zur Verfügung gehabt. In Spitzenzeiten waren es bis zu 20, aktuell sind es etwa 15. Je Team 9 Spieler stehen bei einem Spiel von 4 mal 20 Minuten auf dem Feld. „Wir freuen uns immer über Interessierte, die Australian Football bei uns spielen möchten. Bei uns muss niemand ewig die Bank drücken, ehe er zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Für jeden finden wir die richtige Position“, verspricht Titze. Schon ab etwa 16 Jahren kann man am Spielbetrieb teilnehmen, manche sind dann noch bis in die hohen Dreißiger aktiv. Viele Sportler, die später zum Australian Football finden, haben zuvor Fuß- oder Handball gespielt.

Hoffen auf einen Boom

Bei den Freibergern hofft man darauf, dass es auch in Deutschland einen Boom des Australian Footballs geben wird. In Europa sind bislang Wales und Irland Hochburgen des Sports, aber auch in anderen Ländern gab es in den letzten Jahren einen Aufschwung, beispielsweise in Dänemark. Wie in allen Sportarten, die in der breiten Öffentlichkeit wenig bis keine Aufmerksamkeit genießen, müssen die Sportler viele Kosten selbst tragen, von den Trikots bis zu den Reisekosten. „Ein klein wenig kann der Verein beisteuern, aber Reisen nach Berlin oder Hamburg voll zu finanzieren, ist nicht möglich“, meint Paul Titze. 

Der Spaß am Football ist es den Freibergern jedoch auch wert, zumal sie untereinander auch privat befreundet sind. „Wir treffen uns nicht nur zum Training und zum Spiel, wir unternehmen auch sonst öfter etwas gemeinsam“, berichtet Titze. Für den IT-Berater wird es in Zukunft umständlicher, zu Training und Spiel zu kommen, da er demnächst eine neue Arbeitsstelle in Bielefeld antreten wird. Trotzdem wird er den Taipans treu bleiben und zu Training und Spielen pendeln.

Derzeit verfolgen die Freiberger gespannt den Verlauf der WM. Die ersten beiden Spiele gegen Pakistan und Indien konnte die deutsche Nationalmannschaft mit den beiden Freiberger Akteuren gewinnen. Und nach dem Ende der WM steht für die Taipans dann ja noch die Play-off-Runde in der Bundesliga an.

Das Spielfeld beim Australian Football ist oval. Zudem darf der Ball nicht wie beim American Football geworfen, sondern nur gefaustet werden. Punkte werden erzielt, indem man den Ball zwischen die gegnerischen Torstangen befördert. Auf jeder Seite des Spielfeldes stehen vier Torstangen. Ein Treffer durch die inneren Torstangen gibt sechs Punkte. Einen Punkt gibt es für einen Treffer durch die äußeren Torstangen. sd

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