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Das Ziel ist die Zweite Bundesliga

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Spielertrainer Markus Köhler mit Wasserbällen im Hallenbad Bissingen. Er hat den Aufschwung beim SV Bietigheim eingeleitet und möchte mit seiner Mannschaft aus der Oberliga in die Zweite Bundesliga aufsteigen.  Foto: 

Wasserball ist eine der härtesten Sportarten der Welt.“ So lautet der Infotext auf der Facebookseite der Wasserballer des Bietigheimer Schwimmvereins. „Beim Handball und Eishockey kommt die Härte mehr aus der Dynamik. Im Wasserball versuche ich als Verteidiger den Gegner bewusst körperlich anzugehen. Dadurch sind viele Nicklichkeiten im Spiel, weil man immer auf Kontakt aus ist“, erklärt Markus Köhler, der Spielertrainer der ersten Bietigheimer Mannschaft, die zu den Oberliga-Spitzenteams gehört.

Köhler hat beim SV Bietigheim das Schwimmen gelernt und gehörte lange Zeit zur Leistungsgruppe und zum Landeskader. „Zum Studiumsbeginn habe ich dann meine Schwimmkarriere beendet und mit Anfang 20 mit Wasserball begonnen“, erinnert sich Köhler. Parallel zum Studium in Esslingen spielte der heute 42-Jährige in der Zweiten Bundesliga beim SV Ludwigsburg. „Ich war dort 13 Jahre Spieler und habe auch als Jugendtrainer angefangen.“ Im Jahr 2006 begann er neben der Spielertätigkeit in Ludwigsburg als Jugendtrainer bei seinem Heimatverein in Bietigheim, ehe er 2011 als Spielertrainer zum SVB wechselte.

Köhler bringt Verstärkungen mit

Köhler brachte noch zwei erfahrene Zweitligaspieler mit, sodass direkt im ersten Jahr der Aufstieg in die Verbandsliga gelang und in der darauf folgenden Saison der Klassenerhalt geschafft wurde. 2013 holte Köhler mit György Csanyi, einem ehemaligen ungarischen Top-Spieler, einen spielenden Co-Trainer dazu. „Das hat der Mannschaft einen zusätzlichen Schub gegeben, der sich im Aufstieg in die Oberliga gezeigt hat“, sagt Köhler.

Nach zwei sechsten Plätzen, folgte 2016 das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. Nach einer tollen Aufholjagd sicherte sich das Team am Ende die Vizemeisterschaft. Weil der Meister SV Cannstatt II auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde verzichtete, wären die Bietigheimer nachgerückt, doch auch sie sagten ab. „Ich weiß, was ein Spielbetrieb in der Zweiten Bundesliga bedeutet. Ein möglicher Aufstieg wäre zu früh gekommen“, erklärt Köhler.

Auch im baden-württembergischen Pokalwettbewerb verzeichnet der SVB in den letzten Jahren einige Erfolge. Nach einer unglücklichen Final-Niederlage 2013, gelang im heimischen Badepark Ellental 2014 vor 350 Zuschauern der Sieg. 2016 sahen sogar 600 Zuschauer den Pokalerfolg gegen den PSV Stuttgart. „Das war bisher das absolute Highlight“, zeigt sich Köhler immer noch beeindruckt.

Die Erfolge beruhen dabei keinesfalls nur auf den erfahrenen ehemaligen Zweitligaspielern. „Ich bin sehr stolz, dass die Grundleistungsträger aus dem Verein kommen. Das ist sehr wichtig für eine gute Gemeinschaft. Der Kern der Spieler ist Mitte 20 und hat sich in den letzten Jahren auf ein solides Oberliganiveau gesteigert, sodass wir inzwischen Anfragen von Spielern erhalten und dadurch auch Unterstützung von außen bekommen“, sagt Köhler.

Aktuell sind in der Wasserball­abteilung des SV Bietigheim gut 40 Spielerinnen und Spieler in drei Mannschaften aktiv. Dazu kommen rund 25 Kinder und Jugendliche in zwei Jugendmannschaften auf Bezirksebene. „Wir versuchen über die Spielform Poolball mit abgespeckten Wasserballregeln einen Ansatz zu finden, um auch kleinere Kinder zu gewinnen. Hier soll in erster Linie der Spaß am Spiel vermittelt werden“, so Köhler.

Wasserfläche ist zu klein

Die meisten Kinder und Jugendliche kommen über persönliche Kontakte, wie Geschwister, Freunde oder Klassenkameraden zum Wasserball. Aktive Werbung würde laut Köhler auch nicht viel Sinn machen. „Aktuell fehlt uns im Hallenbad Bissingen die Wasserfläche für noch mehr Kinder. Wir sind aber guter Hoffnung, dass es irgendwann ein großes, neues Bad in Bietigheim gibt.“

Die kleine Wasserfläche in Bissingen stellt auch für die Oberliga-Mannschaft ein Problem dar. „Für Wasserball benötigt man das gesamte Becken. Dadurch ist zum einen die Einbindung junger Spieler in die Aktivenmannschaft schwierig“, erklärt Köhler. Wegen der kleinen Fläche startet die Oberligasaison für die Bietigheimer stets mit acht Auswärtsspielen, ehe ab Mai die acht Heimspiele dann im Freibad im Ellental stattfinden. „Dort haben wir ungleich bessere Bedingungen, können auch dreimal pro Woche trainieren und durch frühere Trainingszeiten auch jüngere Spieler integrieren.“

Dass die Integration des eigenen Nachwuchses aber doch gelingt, zeigen Beispiele wie Torjäger Julius Ulfers und Torwart Dennis Wildner. Ulfers hat als Torschützenkönig sogar die Aufmerksamkeit zweier Erstligisten auf sich gezogen. „Er hatte Anfragen aus Esslingen und Cannstatt. Julius ist aber so sehr im Verein verwurzelt und auch als Schwimmtrainer aktiv, dass er sich für einen Verbleib entschieden hat“, freut sich sein Trainer. Mit einem Zweitspielrecht erhält Ulfers aber Einsätze bei Ludwigsburg in der Zweiten Liga.

„Aus Gesprächen am Ende der vergangenen Saison hat sich ergeben, dass wir in diesem Jahr wieder richtig angreifen. Das ausgerufene Ziel ist es, Meister zu werden und in die Zweite Liga aufzusteigen“, sagt Köhler. Dazu hat die Mannschaft vor der Saison vier Neuzugänge erhalten. „Das sind super Verstärkungen. Dadurch sind wir breiter aufgestellt und können mit einer anderen Intensität in die Spiele gehen“, so Köhler.

Nicht alle Talente kann der SV Bietigheim im Verein halten. Mit Annalena Gagsch spielt die aktuell beste Bietigheimer Spielerin in der Bundesliga bei SV Nikar Heidelberg. Die 16-Jährige trainiert teilweise noch in Bietigheim und gehört zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft. Die größte Wasserball-Karriere hat aber Florian Naroska hingelegt. Angefangen beim SV Bietigheim, wechselte er zum SV Ludwigsburg, wo er gemeinsam mit Köhler spielte und 2003 und 2004 Torschützenkönig der Zweiten  Bundesliga wurde. Nach seinem Wechsel zum Bundesligisten SV Cannstatt 2004 wurde er mit dem Verein 2006 deutscher Meister. Im darauf folgenden Jahr erreichte er mit dem SSV Esslingen den dritten Platz, ehe 2009 bis 2012 mit den Wasserfreunden Spandau weitere Meistertitel folgten. Parallel spielte Naroska ab 2004 in der Nationalmannschaft, nahm an den Olympischen Spielen in Peking 2008 sowie an mehreren Weltmeisterschaften teil. Inzwischen ist der 34-Jährige im australischen Perth aktiv. „Ich hoffe auf eine Rückkehr nach Bietigheim zum Abschluss seiner Karriere“, sagt der SVB-Spielertrainer Markus Köhler. dah

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