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Das Hobby zum Beruf gemacht

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Trainer Thomas Riegraf läuft vorneweg und eine große Schar jugendlicher Leichtathleten der LG Neckar-Enz folgen ihm.  Foto: 

Die Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Neckar-Enz ist ein echtes Erfolgsmodell. Rund 3000 Mitglieder zählt die LG, der die Leichtathleten des TSV Bietigheim, des TSV Bönnigheim, der Sportvereinigung Besigheim und des VfL Gemmrigheim angehören. Seit mittlerweile 45 Jahren besteht die Kooperation der Vereine. 1972 entschlossen sich die Leichtathletikabteilungen aus Bietigheim, Bönnigheim und Besigheim zur Zusammenarbeit, um gemeinsam starke Mannschaften stellen zu können. Vor einigen Jahren kamen dann die Gemmrigheimer hinzu.

„Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut“, betont Thomas Riegraf. „An allen vier Standorten haben wir eine gute Infrastruktur mit Stadien und Trainern“, berichtet der stellvertretende Abteilungsleiter der Bietigheimer Leichtathleten, der auch Leiter Sport der LG ist. Besonders auf die große Zahl an jungen Athleten, die in der LG laufen, werfen oder springen, ist man stolz. Bis zum Alter von 14 Jahren trainieren Kinder und Jugendliche in ihrem Heimatverein, danach an dem Standort, an dem in der jeweiligen Sportart die besten Trainingsangebote bestehen. „Außer Hammerwurf bietet die LG alles an“, so Riegraf.

Der gelernte Maler und Lackierer hat sein Hobby Leichtathletik zum Beruf gemacht. Seit 2001 ist er bei der LG angestellt. Zunächst hatte er eine 50-Prozent-Stelle, seit diesem Jahr eine 75-Prozent-Stelle. An zwei Tagen pro Woche arbeitet er nebenher im Familienunternehmen in seinem erlernten Beruf. Als Sprinter nahm Riegraf an mehreren deutschen Meisterschaften teil und war auch als Zehnkämpfer aktiv. Noch immer läuft er mit großer Leidenschaft, hat aber sein Augenmerk mittlerweile vor allem auf die Ausbildung des Leichtathletik-Nachwuchses gelegt. So trainiert er unter anderem Felix Franz, der bei der Europameisterschaft 2014 Fünfter über 400 Meter Hürden wurde. Franz ist nun selbst Teil des Trainerteams der LG. „Er ist ein Vorbild für die Jugendlichen“, weiß  Riegraf. Doch auch zahlreiche andere Sportler haben in ihren Disziplinen schon an nationalen wie internationalen Endrunden teilgenommen.

Während die Leichtathletikabteilungen vieler Vereine in einigen Altersklassen Nachwuchssorgen haben, sind die Vereine der LG Neckar-Enz sehr gut aufgestellt. Der TSV Bietigheim stellt etwa ein Drittel der Mitglieder und auch in den anderen Vereinen sieht es in allen Altersklassen bis hin zu den Senioren sehr gut aus. „In Bönnigheim gab es sogar einmal einen Aufnahmestopp, weil die Kapazitäten für die vielen Interessierten nicht ausgereicht hätten“, so Riegraf. Insgesamt stellt die LG 40 Trainer. Sieben von ihnen, darunter Riegraf, haben eine Festanstellung. Er leitet Trainingseinheiten für Sprint und Hürdenlauf in Bietigheim und Besigheim. Zuletzt bereitete er die U 18 und die U 23 auf die baden-württembergischen Meisterschaften vor, die an diesem Wochenende stattfinden. Ziel ist, dass möglichst viele Einzelathleten und Staffeln die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften schaffen. Obwohl der Termin der baden-württembergischen Endrunde früh in der noch jungen Freiluftsaison liegt, stehen die Chancen der LG-Athleten gut. Die Nachwuchsarbeit ist Riegraf sehr wichtig. Dass der Leichtathletik medial kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt wird bedauert er sehr. „Fußball ist die dominierende Sportart, daneben finden höchsten noch Handball oder Motorsport im Fernsehen statt. Alle anderen Sportarten werden dann in einem Fünf-Minuten-Block zusammengefasst“, kritisiert er.

Leichtathletik ist die Grundlage

„Dabei ist die Leichtathletik die Grundlage für alle Sportarten, abgesehen von Schach und Formel 1“, gibt Riegraf zu bedenken. Der Wunsch nach mehr medialem Interesse an nationalen wie internationalen Leichtathletik-Veranstaltungen wird sich so rasch wohl nicht erfüllen. In Bietigheim und Umgebung kann sich die LG aber nicht über Desinteresse des Publikums beklagen. Der Bietigheimer Silvesterlauf, der vom Förderkreis der Leichtathletik-Gemeinschaft organisiert wird, ist eine feste Größe im Sportjahr der Region. Auch das alljährliche Sportfest an Himmelfahrt zieht regelmäßig viele Sportler und Zuschauer an.

Neue Laufbahn im Ellental

Üblicherweise findet die Veranstaltung immer in Besigheim statt, in diesem Jahr wurde mit dem Fest jedoch die neue Laufbahn im Bietigheimer Stadion eingeweiht. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bietigheim-Bissingen funktioniere sehr gut, betont Riegraf, die Bietigheimer Leichtathleten fühlten sich sehr gut betreut. „Wünsche gibt es aber immer. Mehr Trainingsmöglichkeiten für die Wintermonate wären sehr schön. Aber insgesamt ist die Infrastruktur an Sportstätten in Bietigheim sehr gut“, findet der Nachwuchstrainer, der insgesamt etwa 40 Sportler betreut. Ein Highlight für die Jugendlichen ist das jährliche Trainingslager in Österreich, der Aufenthalt dort mache allen große Freude. Aber auch abseits des Trainings- und Wettkampfbetriebs sind die Bietigheimer Leichtathleten sehr aktiv. So helfen sie regelmäßig beim Stand des TSV Bietigheim beim Pferdemarkt.

Bei der LG Neckar-Enz hofft man, auch in Zukunft Jugendliche begrüßen zu dürfen, die Laufen, Werfen oder Springen möchten. Ab dem Alter von fünf Jahren kann man bei den kooperierenden Vereinen beginnen. „Es ist wichtig, so früh wie möglich zu beginnen, da die Grundlagen früh gelegt werden“, meint Riegraf.

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