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Breite Basis statt Abhängigkeit

Profisport ist teuer. Ist er erfolgreich und genießt hohe Medienpräsenz, steigert das das Interesse der Zuschauer und von potenziellen Sponsoren.

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Die Bietigheim Steelers werden von derzeit 107 Sponsoren unterstützt.  Foto: 

Profisport ist teuer. Ist er erfolgreich und genießt hohe Medienpräsenz, steigert das das Interesse der Zuschauer und von potenziellen Sponsoren.

Die Kommerzialisierung im Sport ist eng mit dem Interesse der Medien verbunden. Von Sphären wie die Fußball-Bundesliga können die Profivereine aus der Region wie die Bietigheim Steelers, die  SG Sonnenhof Großaspach, die MHP-Riesen Ludwigsburg oder die SG BBM Bietigheim dabei nur träumen. Mit dem neuen Fernsehvertrag ab der Saison 2017/2018 steigert die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Einnahmen um 85 Prozent. 4,64 Milliarden bis zur Spielzeit 2020/2021 umfasst das Paket.

Von den Fernsehgeldern profitieren Fußball-Drittligisten wie die SG Sonnenhof Großaspach mit ihrem Saisonetat von 2,85 Millionen Euro.  Auf etwa 750 000 Euro pro Spielzeit beziffert Pressesprecher Philipp Mergenthaler die Zuwendungen aus dem Fernsehtopf. Durch die ständige TV-Präsenz in der ARD oder deren Dritte Programme sind die Großaspacher Fußballer auch für Firmen als Werbeträger interessant. 120 Firmen und Geschäftsleute umfasst die Sponsoren-Pyramide der SG Sonnenhof. Hauptsponsor ist die Firma Sanwald die zum Dinkelacker-Konzern gehört und deren Namenszug auf den Trikots der Aspacher Kicker angebracht ist. Unter dem Hauptsponsor folgen 13 Exklusiv- und 20 Premiumsponsoren sowie 39 Team-Werbepartner. In der Mechatronik-Arena, die 10 000 Zuschauern Platz bietet, bestehen für die SG als einen von vier Mietern beste Möglichkeiten, die Sponsoren und deren Gäste angemessen zu bewirten und ihnen komfortable Tribünenplätze anzubieten.

In der Komfortzone befanden sich über nahezu 15 Jahre die Bietigheim Steelers mit ihrem Hauptsponsor Porsche – bis der 2009 ausstieg. Einen Hauptsponsor haben die Steelers auch derzeit nicht, dafür aber rund eine Million Euro Verbindlichkeiten, die das Tagesgeschäft aber nur marginal berühren.  Trotz zweier weiterer Meisterschaften in der Zweiten Liga und der nachfolgenden DEL 2 sowie einer modernen Arena ist es nicht gelungen, den fehlenden sportlichen Aufstieg in die DEL durch einen Lizenzerwerb zu ersetzen. „Wir wollen alle in die DEL. Wir müssen den richtigen Moment abpassen und es muss wirtschaftlich darstellbar sein“, sagt Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. Schon im zweiten Jahr habe man kein privates Geld mehr gebraucht, um den Etat auszugleichen, erzählt Schoch. „Wir haben unsere Kostensituation komplett im Griff. Der Schuldenabbau läuft parallel langsam“, berichtet der Steelers-Geschäftsführer, der den Saisonetat auf rund drei Millionen Euro beziffert. Ein Drittel steuern die 107 Sponsoren in fünf Kategorien bei, zwei Drittel bringen Zuschauereinnahmen und Mechandising.

„Bei uns ist alles legales Geld. Wir haben eine Mannschaft, die vom Budget her in der Liga die höchsten Kosten aufweist. Wir bieten den Spielern ein ordentliches Umfeld, aber die Nebenkosten sind an unserem Standort extrem hoch“, berichtet Schoch. Natürlich hätte auch er gerne einen Hauptsponsor für die Steelers.  Sein Credo lautet aber auch: „Wir stellen alles auf eine breite Basis. 100 Sponsoren mit 1000 Euro sind auch 10 0000 Euro.  Jeder Einzelhändler und Handwerker ist uns recht, denn das sind Multiplikatoren. Wenn ein Hauptsponsor keinen Bock mehr auf Eishockey hat, ist es vorbei. Siehe das Beispiel Hamburg.“ Bekanntlich haben sich die Freezers kurzerhand mangels weiterer finanzieller Unterstützung aus der DEL zurückgezogen.

Auf rund eine Million beläuft sich das Budget bei den Bundesliga-Handballerinnen der SG BBM Bietigheim, die ebenso wie die Steelers derzeit mit sportlichen Erfolgen zurückzahlen. Neben Sponsoren wie die Firma Olymp oder die Bietigheimer Wohnbau sowie anderen Unterstützern, deren Zuwendungen innerhalb der SG BBM zwischen dem Frauen- und dem Herrenbereich nach einem Schlüssel aufgeteilt werden,  kann sich der aktuelle Bundesliga-Tabellenführer auf Mäzen und Handball-Freund Eberhard Bezner verlassen, der maßgeblich den Etat gewährt.

Ihren Hauptsponsor tragen die Bundesliga-Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg im Namen. Sie  spielen in einer Arena, deren Namensrechte ebenfalls das Porsche-Tochterunternehmen erworben hat.  Alexander Reil, der Präsident der Riesen, hebt gerne die Emotionalität in der Partnerschaft zwischen Klub und Hauptsponsor sowie ein gegenseitiges Fordern hervor.  Erst kürzlich wurde das Engagement vorzeitig verlängert. „Viele unserer Bewerber kennen uns im Zusammenhang mit Basketball und der Arena. Genau wie bei den Riesen steht bei uns der Teamgedanke ganz oben. Viele unserer Mitarbeiter interessieren sich für die Riesen und gehen zu den Spielen“, berichtet MHP-Marketingleiter Ingo Gutensohn.

Auf knapp vier Millionen Euro beläuft sich der Jahresetat der Riesen. In der Vorsaison hatten die Ludwigsburger im Schnitt 4086 Zuschauer pro Bundesliga-Heimspiel und damit eine Auslastung von 91 Prozent. 78 Firmen und Geschäfte unterstützen die Riesen in den diversen Sponsorenbereichen von Premium bis Hospitality.

Im Schatten der Vereine mit professionellem Sportangebot tun sich die Klubs aus den unteren Ligen oft schwer, Sponsoren dafür zu finden, um den Sportinteressierten ein attraktives Angebot zu bieten und die Sehnsucht nach Erfolgen zu stillen. Noch gibt es aber genügend Möglichkeiten, fernab der um sich greifenden Kommerzialisierung den Sport in seiner natürlichen Form auf einem Dorfsportplatz bei Roter Wurst und Bier sowie Diskussionen um die Bundesliga zu erleben.

So spielten sie:

Oberliga: Mannschaft 1 : Mannschaft2

3:1

Torschützen: Spieler 1 (30.), Spieler 2 (40.), Spieler 3 (60.), Spieler 4 (70.).

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