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Aufschläge in der Bundesliga

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Abteilungsleiter Mathias Pfeifer (links) und Trainer Marko Zelch (Dritter von links) mit Tennisspielern des TSV Bietigheim über Generationen hinweg.  Foto: 

Die vergangene Saison war die sportlich erfolgreichste der Vereinsgeschichte für die Tennisabteilung des TSV Bietigheim. Von acht Jugendmannschaften sind sechs in die höhere Klasse aufgestiegen, zudem spielen nun die Herren 40 in der Regionalliga – gleichbedeutend mit der Zweiten Bundesliga – und die Damen in der Oberliga. Der größte Coup gelang den Herren 30: Sie spielen fortan in der Bundeliga. Vor zwei Jahren hatten sie den Aufstieg noch knapp verpasst, jetzt hat es endlich geklappt. „Wir haben uns gute Chancen ausgerechnet“, sagt Mannschaftsführer Alexander Glock, „aber es gehört natürlich auch ein bisschen Glück dazu.“ Zudem habe sich kein Spieler verletzt.

Als Ziel für die kommende Saison geben er und der Abteilungsleiter Mathias Pfeifer naturgemäß den Klassenerhalt aus. „Der Nicht-Abstieg der Herren 30 wäre schon der Wahnsinn“, meint Pfeifer. Das zu schaffen werde nun bedeutend schwerer, prognostiziert Glock, denn die Gegner schätzt er deutlich stärker ein. Die Bietigheimer haben zuletzt Karol Beck, einen ehemaligen slowakischen Top-30-Spieler, der 2005 Platz 36 der Weltrangliste belegte, verpflichtet, der mit seinem Landsmann Igor Zelenay – einem ehemaligen Davis-Cup-Spieler – und Marcelo Charpentier die Bietigheimer verstärken soll. Charpentier schlug einst in Wimledon und bei den French Open auf.

Die Topspieler der Bietigheimer trainierten täglich, die weiteren Teammitglieder zwei Mal in der Woche, berichtet Glock. „Mehr ist nicht drin. Wir anderen müssen alle noch arbeiten gehen.“

Abteilungsleiter Pfeifer schätzt die „breite Mischung aus Hobbysportlern und professionellen Spielern“ im Verein, genauso wie die Jugendarbeit. Die jüngsten Erfolge der Nachwuchsmannschaften gehen auf das Konto von Haupttrainer Marko Zelch, der seit 2013 im Verein den Schläger schwingt. Von den 90 Jugendlichen im Verein seien 70 aktiv, berichtet der Trainer, der zusätzlich bei den Herren 30 spielt. „Alle Kinder, egal wie alt sie sind, müssen bei mir volley spielen“, sagt Zelch und meint damit auch taktische Spielzüge am Netz. Mit Unverständnis betrachtet er Spielideen, die nur von der Grundlinie ausgehen. Zelchs jüngster Schüler ist drei, die älteste Aktive 82 Jahre alt.

„Wir haben eine tolle Kameradschaft, da macht es mir Freude, viel private Zeit einzubringen“, erzählt Tennis-Chef Pfeifer. Auf das Zusammengehörigkeitsgefühl und Engagement der Mitglieder muss er sich auch verlassen können, soll das nächste Großprojekt gelingen: die Errichtung des neuen Vereinshauses.

Die alte, 1972 erbaute Hütte, ist marode. In der Vergangenheit war viel Geld – allein in den letzten sechs Jahren 20 000 Euro – in Reparaturarbeiten investiert worden. „Die Mitglieder haben es mehr als verdient, dass nach über 40 Jahren endlich ein ordentliches Vereinshaus entsteht“, sagt Pfeifer, „das aktuelle Gebäude fliegt uns fast um die Ohren.“ Die Sanitäranlagen seien in einem desolaten Zustand, die Schäden nach unzähligen Wasserschäden irreparabel. Für die Mitglieder sei das kein zumutbarer Zustand, findet Pfeifer und stellt klar: „Man fühlt sich hier nicht wohl.“ Wie so oft hakt es momentan noch an der Finanzierung. Die Sponsorensuche läuft. Entstehen soll „das neue Herzstück“ (Pfeifer) des Geländes näher an den Plätzen, so dass von der Terrasse des zukünftigen Vereinsheims Spiele verfolgt werden können. Außerdem soll es der zentrale Anlaufpunkt für die Mitglieder werden. Die Vereinsverantwortlichen sind sich einig, dass der Verein seine Mitglieder auch abseits des Sports auf dem Areal halten will. Für Kinder wird daher besonders viel geboten: Bereits jetzt gibt es einen kleinen Spielplatz und Raum zum Fußballspielen auf dem Gelände. Infolge des geplanten Vereinshauses musste der Verein den Beitrag erhöhen, die Mitgliederzahl sei aber nur geringfügig gesunken, berichtet Pfeifer. Beim Thema Instandhaltung und Platzpflege ist der TSV Bietigheim im vergangenen Jahr neue Wege gegangen und hat das in Eigenregie erledigt. Er habe sich sehr gefreut, dass Eltern freiwillig gekommen seien, um den Sand abzukratzen und die Plätz neu einzusanden. Unter der Koordination von Platzwart und technischem Leiter sei das Ganze ein Familienevent geworden und oben drein habe man auch noch Geld gespart.

Selbstverantwortung spielt auch beim Tennis eine Rolle. Zelch und Pfeifer finden, dass die komplexe Sportart einem in vielen Bereichen des Lebens behilflich sein kann. Man sei ganz auf sich alleine gestellt, meint etwa der Trainer. Pfeifer findet: „Im Sport macht man Fehler. Aber man lernt damit umzugehen. Wenn ich das auf dem Tennisplatz schaffe, gelingt mir das auch in anderen beruflichen und privaten Situationen.“

Die Herren 30 des TSV Bietigheim treten in der Bundesliga Süd mit folgenden Spielern an: Karol Beck, Marcelo Charpentier, Dirk Langer, Dennis Riegraf, Joachim Färber, Marko Zelch, Alexander Glock, Igor Zelenay, Karol Wudkowski und Philipp Roloff

Zum Saisonauftakt gastiert am 28. Mai der TC Thyrnau-Kellberg auf der Anlage im Fischerpfad, weitere Heimspiele finden am 25. Juni gegen den TC Großhesselohe und am 2. Juli gegen den  MTTC Ihpitos München statt (alle 11 Uhr). Auswärts spielt der TSV bei Safo Frankfurt (4. Juni), beim TC Dachau (9. Juli) und in Lohfelden (15. Juli). Die beiden Tabellenletzten steigen ab, der Erst- und Zweitplatzierte spielen gegen die Top-Teams aus der Nord-Staffel um die deutsche Meisterschaft. cp

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