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Vettel entschärft das WM-Duell mit Hamilton per SMS

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Kevin Magnussen (l) wurde bei der Pressekonferenz vorsichtshalber zwischen den beiden WM-Konkurrenten platziert. Foto: Herbert Neubauer

Mit einer SMS hat sich Sebastian Vettel nach seinem Rammstoß von Aserbaidschan persönlich bei Lewis Hamilton entschuldigt und vorerst das WM-Duell wieder entgiftet.

„Sebastian und ich haben miteinander gesprochen“, berichtete der Mercedes-Pilot Hamilton vor dem Grand Prix von Österreich. „Ich habe ihm gesagt, dass ich noch immer den größten Respekt vor ihm als Rennfahrer habe und werde weiter hart gegen ihn fahren. Ich akzeptiere seine Entschuldigung“, berichtete Hamilton. Er und der Ferrari-Star hatten zuvor auf der offiziellen Pressekonferenz des Motorsport-Weltverbandes FIA Stellung genommen zu Vettels Wutrempler von Baku vor knapp zwei Wochen.

Der Eklat zwischen dem viermaligen Weltmeister aus Deutschland und dem dreimaligen Weltmeister aus Großbritannien ist zumindest nach außen hin abgehakt. „Ich denke wirklich nicht, dass da irgendwelche Spannungen zwischen uns sind“, versicherte Hamilton, der vom Motorsport-Weltverband auf dem Podium wohl sicherheitshalber nicht direkt neben Vettel platziert worden war. Haas-Pilot Kevin Magnussen nahm zwischen den beiden Hitzköpfen Platz.

Vettel war nach einer nachträglichen Vorladung vor den Weltverband ohne eine Strafe davongekommen. Im vollen Konferenzraum räumte der WM-Spitzenreiter seine Fehler ein. „Ob ich stolz auf den Moment bin? Nein. Kann ich ihn zurücknehmen? Nein. Bedauere ich das? Ja.“ Hamilton war in der Aussprache vor allem eines wichtig: „Ich habe ihn gebeten, öffentlich zu sagen, dass ich nicht absichtlich gebremst habe. Das hat er getan, das hat mich sehr gefreut.“

Vettel rechnet nicht damit, dass böses Blut zurückbleibt. „Es liegt an Lewis, ob er mir das verzeiht. Der Respekt, den wir auf und neben der Rennstrecke füreinander haben, hilft uns dabei“, sagte Vettel, dem aufgrund seines prallen Sündenregisters bei einem erneuten schwerwiegenden Vergehen eine Rennsperre bevorsteht.

Dem Stresstest auf dem Asphalt müssen sich der Ferrari-Star und der Mercedes-Mann auf dem 4,326 Kilometer langen Kurs in Spielberg unterziehen. Der Kraftkurs Red-Bull-Ring ist Silberpfeil-Hochburg. Seit der Rückkehr der Formel 1 nach elf Jahren Abwesenheit stand stets ein Mercedes-Pilot auf dem Podest ganz oben: 2014 und 2015 siegte der mittlerweile abgetretene Weltmeister Nico Rosberg, in der vergangenen Saison gelang das Hamilton.

14 Punkte Rückstand hat der Brite, der sich auch die vergangenen beiden Poles in Österreich holte, auf den WM-Führenden Vettel. Österreich lag Vettel bislang gar nicht. Noch nie konnte der Hesse in der Steiermark gewinnen. 2014 nach einem Motorendefekt und 2016 nach einem geplatzten Hinterreifen schaffte er es gar nicht erst ins Ziel, 2015 verpasste er als Vierter das Podium.

Unmittelbar nach dem Crash am Kaspischen Meer hatte Hamilton noch in drastischen Worten Vettel die Vorbildfunktion abgesprochen. Von seinem Tadel wollte der 32-Jährige nun nicht abrücken. „Ich denke nicht, dass ich etwas gesagt habe, das ich zurücknehmen wollte“, stellte Hamilton klar. Vettel war die Beteuerung wichtig, dass er keine Gefahr auf der Rennstrecke habe heraufbeschwören wollen. „Ich hatte nie die Absicht, ihn zu verletzen. Es ist ja nicht so, dass ich ihn geschlagen habe“, betonte Vettel.

Mit dem Gnadenakt des Weltverbandes, Vettel keine Zusatzstrafe zu verpassen, kann Hamilton naturgemäß wenig anfangen. Für den FIA-Boss Jean Todt hatte er einen Rat übrig. „Jean sollte neben uns gesetzt werden, um ein paar Fragen zu beantworten“, empfahl Hamilton. „Die Botschaft, die ausgesendet wurde, bleibt die gleiche.“

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