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Stehende Ovationen nach Aufholjagd

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SG-Torhüter Jürgen Müller glänzte gegen Rimpar mit zahlreichen Paraden. Hier stellt er sich Patrick Schmidt entgegen.  Foto: 

Was für eine Aufholjagd, was für eine Stimmung, was für ein Ende: Die SG BBM Bietigheim und die DJK Rimpar Wölfe zeigten am Sonntag in der Ludwigsburger MHP-Arena ein mitreißendes Zweitliga-Duell mit zwei grundverschiedenen Spielhälften. Die Bietigheimer kämpfen sich nach einem verkorksten ersten Durchgang und einem 8:15-Rückstand zur Pause zurück und holten dank einer grandiosen Aufholjagd noch ein 26:26. Mit dem Remis bleibt die Spielgemeinschaft daheim ungeschlagen, musste allerdings den ersten Punktverlust hinnehmen. In der Tabelle steht das Team aus dem Enztal weiter auf Rang zwei.

Mit stehenden Ovationen wurden die SG-Spieler nach dem Handball-Krimi gefeiert. Auch die Protagonisten schwärmten nach der Schlusssirene von der Gänsehaut-Atmosphäre, die während des schwäbisch-fränkischen Kräftemessens geherrscht hatte.  „Es war gigantisch, wie die Halle heute mitgegangen ist. Das muss man erst mal schaffen, wenn man nicht in der Viadukthalle spielt, sondern in einer der großen Arenen“, sagte Max Emanuel und sprach von dem „bisher emotionalsten Spiel in dieser Saison“.  Der 23-jährige Rückraum-Kanonier steuerte fünf Treffer zum Remis bei. Zum Topwerfer der Partie avancierte Gerdas Babarskas mit sechs Toren.

Im ersten Durchgang brachten die SGler kein Bein auf den Hallenboden. Sie agierten unkonzentriert, erlaubten sich leichtfertige Ballverluste und verballerten vorne  ihre Chancen. Es schien so, als ob die Mannschaft ihr Pulver bereits am Freitag beim 36:32-Sieg in Konstanz verschossen habe. Auch in der Abwehr hatten die Bietigheimer mit dem Rimparer Angriff um die treffsicheren Steffen Kaufmann und Lukas Siegler Riesenprobleme. Dazu passte, dass auch der in dieser Saison bisher so starke Torhüter Domenico Ebner kaum einen Ball abwehrte und nach einer frühen Auszeit von Jürgen Müller zwischen den Pfosten abgelöst wurde (12.). Auf der Gegenseite lief Wölfe-Schlussmann Max Brustmann zur Galaform auf und vereitelte immer wieder hochkarätige Chancen der Hausherren. „Der hält wie der Teufel. Da müssen sich unsere Jungs etwas einfallen lassen“, entfuhr es Hallensprecher Michael Kloiber nach einer der vielen Brustmann-Paraden fast schon etwas desillusioniert. Nur sieben Feldtore brachten die sonst so offensivstarken Bietigheimer bis zur Pause zustande. Nach 30 Minuten schien die Partie beim Stand von 15:8 für die Gäste fast schon entschieden.

Offensive Deckung fruchtet

Doch schon in der Vorsaison hatte die SG  in Rimpar einen hohen Rückstand zur Pause wettgemacht und noch einen Zähler geholt. Auch diesmal zähmte Bietigheim die Wölfe nach dem Seitenwechsel. Das Heimteam versuchte es nun mit einer offensiven Deckung und den früh attackierenden Jan Döll und Jan Asmuth. Die Unterfranken kamen mit dieser Abwehrformation gar nicht klar. Ihr Gegenrezept, Brustmann bei Ballbesitz rauszunehmen und mit einem siebten Feldspieler anzugreifen, ging regelmäßig nach hinten los und wurde schnell wieder ad acta gelegt. Mit einem 6:1-Lauf verkürzte die SG auf 14:16 (37.) und blieb den Wölfen fortan dicht auf den Fersen.

Selbst nachdem die DJK wieder auf vier Tore und  23:19 enteilt war (50.), behielten die Schwaben einen kühlen Kopf und bäumten sich mit viel Leidenschaft auf – und im Tor glänzte Müller mit einigen schier unglaublichen Paraden. Längst hatte sich die MHP-Arena in einen brodelnden Hexenkessel verwandelt. Paco Barthe besorgte mit seinem Tor zum 24:24 den erstmaligen Bietigheimer Ausgleich (55.). Kapitän Patrick Rentschler und Babarskas warfen die SG sogar noch zweimal in Front. Zehn Sekunden vor Schluss rettete Benjamin Herth Rimpar mit  dem Treffer zum 26:26 zumindest noch einen Punkt in diesem denkwürdigen Duell.

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