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SG BBM erteilt harmlosen „Wikingern“ eine Lehrstunde

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Der Bietigheimer Neuzugang Felix König holt zum Wurf aus, sein Mitspieler Jan Asmuth geht zur Sicherheit lieber in Deckung. Christopher Klasmann (rechts) vom HC Rhein Vikings hebt abwehrend die Arme.  Foto: 

So sieht ein Traumstart aus: Mit einem 30:20 (15:8)- Heimsieg gegen die HC Rhein Vikings haben die Handballer der SG BBM Bietigheim am ersten Zweitliga-Spieltag gleich ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der von Experten mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Aufsteiger aus dem Rheinland hatte am Sonntagabend vor den 1692 Zuschauern in der EgeTrans-Arena nicht den Hauch einer Chance.

Die Gäste waren unter dem Namen Neusser HV in der Dritten Liga West mit 29 Siegen und einem Remis in 30 Partien Meister geworden und hatten seit April 2016 kein Punktspiel mehr verloren. Im Ellental zahlten sie bei ihrer Premiere in Deutschlands zweithöchster Spielklasse nun aber kräftig Lehrgeld. „Diese Liga ist brutal. Da muss man sich als Aufsteiger auch erst einmal hineinfinden“, sagte Trainer Hartmut Mayerhoffer mit Blick auf den überforderten Auftaktgegner. Mit der Leistung seiner Mannschaft sei er „mehr als hochzufrieden“ – und das Lob galt speziell auch den zu dieser Runde verpflichteten Verstärkungen.

Die vier eingesetzten Neuzugänge Martin Marcec, Dominik Claus, Felix König und Panagiotis Erifopoulos verewigten sich auf Anhieb in der Torschützenliste. „Sie haben gezeigt, dass sie zu uns passen und wichtig für die Mannschaft sind“, stellte Mayerhoffer fest. Nur Torhüter Jürgen Müller blieb das Zweitliga-Debüt im Bietigheimer Trikot verwehrt. Er saß 60 Minuten lang auf der Bank – weil Domenico Ebner, der Mann mit der Nummer eins, erneut einen Sahnetag erwischte, weshalb ihn der Coach auch durchspielen ließ.

SG BBM überrennt Aufsteiger

Die SG legte fulminant los und überrannte die „Wikinger“. Nach einer Viertelstunde führte sie schon mit 9:2. Mit der aggressiven und früh attackierenden Bietigheimer Abwehr kam der Neuling gar nicht zurecht. Immer wieder mussten die Vikings ihr Wurfglück aus ungünstigen Positionen versuchen und verzweifelten dann an Ebner, der allein in der ersten Hälfte acht Paraden zeigte. Hinzu kamen drei Lattentreffer der Rheinländer bis zur Pause – mit der Folge, dass Ebner den Ball in Durchgang eins nur achtmal aus dem Netz holen musste.

Bereits nach siebeneinhalb Minuten nahm HC-Aufstiegstrainer Ceven Klatt die erste Auszeit, wenig später folgte ein Torwartwechsel: Der Däne Mikkel Moldrup löste den glücklosen Kroaten Vladimir Bozic ab. Doch auch Moldrup stand gegen die zielsicheren SG-Angreifer auf verlorenem Posten, zumal seine Vorderleute ihn oft im Regen stehen ließen. Nur eine kurze Schwächephase erlaubte sich Bietigheim angesichts der klaren Führung, was der Fusionsklub aus Neuss und Düsseldorf prompt dazu nutzte, auf 7:11 zu verkürzen (25.). Ein Strohfeuer des Aufsteigers. Denn dann machten die Mayerhoffer-Schützlinge wieder kurzen Prozess mit den gar nicht gefährlichen Vikings und schraubten das Ergebnis zur Pause auf 15:8.

In der zweiten Hälfte setzte die SG ihre Handball-Gala nahtlos fort. Mit seinem sechsten Treffer zum 19:9 brachte Christian Schäfer das Heimteam erstmals mit zehn Toren in Front (36.). Spätestens jetzt ging es für die Vikings nur noch um Schadensbegrenzung. Immerhin die gelang einigermaßen. Der Bietigheimer Vorsprung schwankte fortan zwischen elf und acht Toren. Das Endergebnis von 30:20 spiegelte das Geschehen auf dem Parkett gut wider.

Dabei verteilten sich die SG-Treffer fast auf das gesamte Team. Rechtsaußen Schäfer führte das interne Ranking mit acht Toren an, gefolgt vom leicht angeschlagenen Rückraum-Ass Gerdas Babarskas und Kreisläufer Patrick Rentschler, die je viermal erfolgreich waren. „Wir haben von Anfang an gezeigt, wer der Herr im Haus ist und dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten“, sagte Top-Torschütze Schäfer, der acht seiner neun Würfe verwandelte. Eine Quote, die zur perfekten Bietigheimer Saisonpremiere passte.

Die Topfavoriten Bergischer HC und HBW Balingen-Weilstetten haben sich am ersten Zweitliga-Spieltag keine Blöße gegeben und ihre Heimspiele gewonnen. Der BHC bezwang den Aufsteiger HC Elbflorenz Dresden nach einem harten Kampf mit 26:23. Die Balinger landeten mit dem 42:28 gegen Tusem Essen gar einen Kantererfolg und sind nun der erste Spitzenreiter in dieser Saison. Nur der HSC 2000 Coburg, der dritte Absteiger aus der Ersten Bundesliga, schwächelte beim Saisonstart. Das Team um den Ex-Bietigheimer Romas Kirveliavicius verlor beim VfB Lübeck Schwartau mit 22:25. In Coburg tritt die SG BBM am Samstag (19.30 Uhr) zum ersten Auswärtsspiel an. ae

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