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Nach Polens Pleite fließen Tränen

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Karolina Kudlacz-Gloc sitzt nach der Niederlage gegen Ungarn mit Tränen in den Augen am Spielfeldrand.  Foto: 

Die Enttäuschung musste raus: Nach der 28:31-Niederlage gegen Ungarn und dem vorzeitig verpassten Einzug ins Achtelfinale der Handball-WM flossen bei den polnischen Nationalspielerinnen Tränen – auch bei Karolina Kudlacz-Gloc, der Kapitänin. Dennoch stellte sich die Rückraumspielerin der SG BBM Bietigheim anschließend mit vom Weinen geröteten Augen auf der Pressekonferenz den Fragen der Medienvertreter. Und als sich dann die nächsten Tränen anbahnten, reichte ihr Pressechef Hartmut Binder rasch ein Taschentuch. „Ich bin sehr traurig, denn unsere Mannschaft hat viel in sich. Wir sind ein gutes Team und eine gute Truppe. Ich bin sehr enttäuscht, dass wir unser Ziel nicht erreicht haben.“

Nach nur einem Sieg aus den ersten vier Partien und 2:6 Zählern ist der Traum vom Achtelfinale für Polen bereits ausgeträumt. Das letzte Gruppenspiel an diesem Freitag (14 Uhr) gegen den ebenfalls gescheiterten und noch punktlosen Gruppenletzten aus Argentinien ist letztlich bedeutungslos. Beide Mannschaften müssen mit dem „President’s Cup“ vorliebnehmen, quasi der Trostrunde.

Kudlacz-Gloc war am Donnerstagnachmittag einmal mehr die beste polnische Akteurin auf dem Feld und steuerte acht Treffer bei. Drei davon erzielte sie sogar nach einer fast zehnminütigen Verletzungspause: Denn in der 45. Minute hatte die 32-Jährige bei einem groben und mit Rot bestraften Foul von Anett Kisfaludy einen Schlag auf die Schläfe bekommen – mit der Folge, dass Kudlacz-Gloc zu Boden ging und dort liegen blieb. Beim Aufstehen sackte sie gleich wieder zusammen. Schließlich wurde die 1,77 Meter große Polin sichtlich benommen vom Feld geführt.

SG-Trainer Martin Albertsen, der das Duell auf der Tribüne verfolgte, wird der Schreck in die Glieder gefahren sein. Denn ein weiterer schwerwiegender Ausfall nach dem Kreuzbandriss von Kim Naidzinavicius (siehe auch Meldung unten) wäre für den deutschen Meister und Champions-League-Teilnehmer aus Bietigheim-Bissingen der Super-GAU gewesen.

Doch Kudlacz-Gloc bewies nach dem Knockout Nehmerqualitäten. Die Frau mit der Nummer 14 kehrte für die letzten sechs Minuten aufs Feld zurück und warf prompt noch drei Tore. „Ein Risiko gibt es im Handball immer. Ich bin eine Person, die bis zur letzten Sekunde kämpft, solange sie auf der Platte steht, egal ob ein Risiko besteht oder nicht“, sagte Kudlacz-Gloc später. „Es war für mich keine Frage, dass ich noch mal zum Einsatz komme. Ich bin immer bereit ­– egal, welches Ergebnis gerade auf der Tafel steht.“ An eine Beeinträchtigung oder gar eine Gehirnerschütterung verschwendete sie dagegen  keinen Gedanken:  „Man hört ja: Ich spreche ziemlich rational. Darum hoffe ich, dass alles gut ist.“

Mutter und Handball-Profi

Obwohl während der 60 Minuten die ungarischen Fans auf den Rängen den Ton angaben, habe sie einen Heimvorteil gespürt. „Meine Familie ist bei den Spielen immer dabei und unterstützt mich –  und ich habe meinen Sohn oft gesehen“, meinte Kudlacz-Gloc. Erst Anfang Juli hatte sie ihr erstes Kind, Jakub, bekommen. Drei Wochen nach der Geburt trainierte sie bereits wieder, zunächst allerdings noch für sich und erst später dann mit dem Bietigheimer Team. Ende August feierte sie dann beim Lotto-Cup in Ludwigsburg ihr Comeback im Trikot der SG BBM. Die Doppelrolle als Mutter und Handball-Profi füllt sie seither mit einer erstaunlichen Leichtigkeit aus. Ihr Credo: „Ich versuche, die Konzentration auf die Spiele zu legen. Wenn Business-Time ist, ist Business-Time.“

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