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Jan Kulhanek wird zum Spielverderber

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Max Emanuel (rechts) erzielte in Coburg sechs Tore für die SG BBM. Hier verbaut ihm Philipp Barsties den Weg.  Foto: 

Dass ein Spieler gegen seinen ehemaligen Klub zur Bestform aufläuft, kommt im Sport häufig vor. Am Samstagabend waren die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim bei ihrer 27:33-Niederlage die Leidtragenden. Denn der frühere Torhüter der Spielgemeinschaft Jan Kulhanek war nach seiner Einwechslung in der 22. Minute beim Stand von 12:11 einer der Erfolgsgaranten der Oberfranken. Der 36-jährige Tscheche wartete mit einigen Glanzparaden auf und kam am Ende auf eine Fangquote von 35 Prozent. Zum zweiten Matchwinner avancierte Tobias Varvne, der die Freiräume, die ihm die SG-Deckung gewährte, zu zehn Treffern nutzte. Ebenfalls zehnmal schlug HSC-Rechtsaußen Florian Billek zu. Auf der Gegenseite waren Max Emanuel und Gerdas Babarskas mit jeweils sechs Toren die Aktivposten. Romas Kirveliavicius, ein weiterer Ex-Bietigheimer im Team der Gastgeber, musste sich dagegen mit einem Treffer begnügen.

„Der Coburger Sieg ist letztlich verdient, aber um ein paar Tore zu hoch ausgefallen. Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben“, sagte Hartmut Mayerhoffer nach der ersten Saisonniederlage im zweiten Punktspiel. Mit „Kleinigkeiten“ meinte der Bietigheimer Trainer zum einen die Topleistungen von Kulhanek und HSC-Rückraumspieler Varvne, zum anderen aber auch die Defizite bei seiner eigenen Mannschaft. So erlaubten sich die SG-Handballer im Vergleich zur Heimgala eine Woche zuvor beim 30:20 gegen den HC Rhein Vikings wesentlich mehr technische Fehler und waren längst nicht so ballsicher und abschlussstark wie noch zum Zweitliga-Auftakt.

Mayerhoffer nahm bereits in der dritten Minute nach einem verschlafenen Start seines Teams und einem 1:4-Rückstand die erste Auszeit. Die Ansprache fruchtete offenbar, denn die SG egalisierte bis zur fünften Minute zum 4:4. Insgesamt fünfmal gelang den Gästen vor den 1976 Zuschauern in der HUK-Coburg-Arena der Ausgleich, zuletzt in der 20. Minute, als Kreisläufer Panagiotis Erifopoulos zum 11:11 vollstreckte. Doch selbst gingen die Bietigheimer während der gesamten Begegnung nie in Führung.

SG BBM bleibt lange dran

Der Bundesliga-Absteiger lag fortan zwar immer wieder mit bis zu vier Toren vorne, aber das Mayerhoffer-Team ließ sich nicht abhängen. Als Valentin Schmidt auch seinen zweiten Siebenmeter versenkte und auf 26:28 verkürzte, war die Spannung auf dem Siedepunkt (55.). Doch das Spiel kippte in der Schlussphase nicht mehr. Billek per Strafwurf und Benedikt Kellner warfen für Coburg bis zur 58. Minute wieder einen Vier-Tore-Vorsprung heraus – das war die Entscheidung.

Emanuel nährte mit seinem sechsten Tor zum 27:30 noch ein letztes Mal die Bietigheimer Hoffnung auf einen Punktgewinn. In den verbleibenden 140 Sekunden riskierte die SG BBM noch einmal alles. Sie versuchte es mit einer offensiven 5:1-Abwehr und griff mit einem siebten Feldspieler an, aber Coburg ließ sich nicht mehr übertölpeln. Im Gegenteil: Mit drei Treffern am Stück eilten die Oberfranken in den letzten zwei Minuten auf 33:27 davon und machten den ersten Saisonerfolg perfekt. Am ersten Spieltag hatte der HSC 2000 beim VfL Lübeck-Schwartau noch eine 22:25-Niederlage bezogen.

„Es war ein Kampf mit offenem Visier auf beiden Seiten. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht und eine gute kämpferische Leistung gezeigt“, bilanzierte Mayerhoffer. Am Freitag (19.30 Uhr) erwartet die SG mit Tusem Essen einen angeschlagenen Gegner in der EgeTrans-Arena. Der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet hat die ersten zwei Saisonspiele gegen Balingen-Weilstetten (28:42) und Lübeck-Schwartau (28:29) jeweils verloren. 

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