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Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim gewinnen in Tarp mit 30:24

Den Weg, den der Mannschaftsbus ab Freitag auf der Landkarte eingeschlagen hatte, vollzog die SG BBM Bietigheim auch in der Tabelle: immer nach oben. Nach dem 30:24 (17:13)-Erfolg bei der HSG Tarp-Wanderup hat der Vorjahres-Vierte die Tabellenführung der Zweiten Handball-Bundesliga übernommen.

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Timo Salzer in Tarp auf dem Weg zum 5:5-Ausgleich für die SG BBM Bietigheim, der in dieser Phase ein 6:0-Lauf von 2:5 auf 8:5 gelang.  Foto: 

15 Kilometer vor Dänemark, dort wo sich die Treene in ihr kleines Tal einbettet, wissen die Handball-Fans nun, was man sich unter einer württembergischen Festlaune vorstellen kann. In Tarp dröhnten nach Spielschluss Party-Kracher aus der Gästekabine, immer wieder durchsetzt mit süddeutsch angehauchten Gesangsbrocken. Kurz zuvor hatten die Bietigheimer Zweitliga-Handballer schon zwei Siegestänze auf das Spielfeld gezaubert. "Wir waren unglaublich erleichtert, dass wir diese weite Reise mit zwei Punkten abschließen konnten", erklärte Rechtsaußen Christian Schäfer. Der fast unendliche Nord-Trip hatte ein Happy-End, die Rückfahrt ein stimmungsvolles Fundament und musste nicht wie die Hintour mit Taktik-Besprechung, Filmen und einigen Poker-Partien aufgelockert werden.

"Verpokert" hatten sich die SG-Akteure nur in der Anfangsphase. Die rechte Angriffsseite mit Christian Schäfer und Hannes Lindt produzierte aus guten Positionen nicht weniger als vier Fahrkarten. Hinten ließ sich die Abwehr von dem forsch startenden Aufsteiger das eine oder andere Mal überrumpeln. 5:2 hieß es nach knapp zehn Minuten.

"Wir sind nicht mit 100 Prozent ins Spiel gekommen und haben uns selbst etwas unter Zugzwang gesetzt", erklärte Trainer Hartmut Mayerhoffer seine frühe Auszeit. "Da mussten wir etwas umstellen." Danach übernahm Timo Salzer das Zepter in der Rückraum-Zentrale. Tim Coors und Robin Haller bekleideten nun die Halbpositionen.

Und auch durch die Deckung ging ein Ruck. "In der Abwehr haben wir nicht mehr isoliert gestanden, sondern kompakter und so den Druck erhöht", bemerkte Timo Salzer. Prompt tappten die Hausherren in die Falle. Die SG startete zu einigen Gegenstößen durch. Auch Christian Schäfer taute nun auf und freute sich über einen glänzenden Lauf. Das 5:8 (16.) und auch das 7:12 (19.) nach einem sehenswerten Querpass von Linksaußen Andre Lohrbach durch den gegnerischen Kreis gingen auf seine Kappe. Die Bietigheimer kontrollierten nun so souverän das Geschehen, dass der Eindruck einer lockeren Angelegenheit entstand. "Das war harter Kampf. Gegen diese Mannschaft kann man nicht locker spielen", widersprach Timo Salzer, räumte aber zugleich ein: "Es war sicherlich ein Vorteil, dass wir in dieser frühen Phase der Saison hier gespielt haben. Aufsteiger machen bekanntlich immer einen Akklimatisierungs-Prozess durch."

Das sah sein Trainer ähnlich. "Hier werden noch einige andere Mannschaften die Punkte liegen lassen", sagte Mayerhoffer. "Im Vergleich zum ersten Tarper Spiel in Leutershausen, das wir auf Video analysiert haben, zu heute sehe ich eine klare Entwicklung."

Das bestätigte auch Christian Voß, der Coach der Nordlichter: "Wir haben inzwischen eine Abwehr, die zweitligatauglich ist, zumindest über den Großteil eines Spiels." So glückte den Gastgebern kurz nach Wiederbeginn eine Balleroberung, die zum 15:17 führte.

Letztmals flackerten in der Treenehalle die Hoffnungen auf eine Überraschung (Voß: "Die Punkte wären ein Bonus gewesen, Bietigheim landet zwischen Platz eins und sechs") auf. Dann formierte sich die Bietigheimer Deckung wieder, während die Brüder Timo und Thorsten Salzer zum 15:19 vollstreckten. Spätestens als der Tarper Linkshänder Marc Blockus nach einem Gesichtstreffer gegen Timo Salzer mit einer Roten Karten (37.) ausschied und der routinierte SG-Keeper Jan Kulhanek einen Siebenmeter abwehrte, standen die Zeichen auf Vorentscheidung. Bereits beim 16:24 (44.) war der größte Vorsprung erreicht - und die Rückfahrt gerettet. "Im Bus kann ich nicht schlafen", verriet Timo Salzer eine Abneigung gegen nächtliches Reisen. Zumindest herrschte diesmal beste Laune.

"Christian Heuberger mit seinen sechs Toren, Timo Salzer, der vor allem in der ersten Halbzeit ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht hat, Christian Schäfer und Torhüter Kulhanek mit einer erneut sehr guten Leistung waren schon maßgeblich am Erfolg beteiligt", benannte Trainer Mayerhoffer ein stark spielendes Quartett, das sich noch etwas abhob von der guten Mannschaftsleistung.

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