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SG BBM legt feurigen Auftritt hin

Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim haben die von ihrem Trainer Dago Leukefeld geforderte Trotzreaktion gezeigt: Sie zeigten im Bundesliga-Heimspiel gegen die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern eine beherzte Vorstellung und gewannen verdient mit 32:22.

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Die Bietigheimerin Julia Behnke tankt sich am Kreis durch und erzielt gleich einen ihrer insgesamt fünf Treffer. Nadja Zimmermann (rechts), die Spielmacherin der Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern, kommt zu spät.  Foto: 

Nach dem 28:36-Debakel bei der TuS Metzingen hatte Trainer Dago Leukefeld den Handball-Frauen der SG BBM Bietigheim die Leviten gelesen. In einem minutenlangen Monolog führte der Trainer seinem Team schonungslos all die Defizite und Versäumnisse vor Augen, die ihm im schwäbischen Bundesliga-Derby aufgefallen waren - und die er fein säuberlich auf einem Zettel notiert hatte. Nach der Abrechnung zerriss Leukefeld dann das Papier. Vergessen, abgehakt - so lautete die symbolische Botschaft des 50-jährigen Thüringers an seine Mädels.

Offensichtlich ist Leukefelds Predigt auf fruchtbaren Boden gefallen. Denn beim 32:22-Heimsieg gegen die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern legten nicht die Gäste einen feurigen Auftritt hin, sondern die Bietigheimerinnen. Sie waren gegenüber dem Metzingen-Spiel nicht wiederzuerkennen und in ihrem Tatendrang kaum zu bremsen. Die SG BBM verteidigte mit einer enormen Leidenschaft, kämpfte um jeden Ball und ging aggressiv in die Zweikämpfe. Mit ihrer Energie kauften die Bietigheimerinnen dem spürbar beeindruckten Tabellennachbarn aus Rheinland-Pfalz den Schneid ab.

Einen Schönheitspreis gewann der Aufsteiger allerdings nicht. Dazu lag in den 60 Minuten dann doch einiges im Argen. Viele Fehler warfen, mitunter wirkten die Aktionen etwas ungestüm und chaotisch, so als ob die Spielerinnen mit dem Kopf durch die Wand wollten. "Frauenmannschaften leben von der Energie, die sie hinten aufbauen", sagte Leukefeld, der sich trotz der vielen Fehler nachsichtig zeigte und behutsam eingriff - weil er die Power seiner Mannschaft nicht abwürgen wollte.

Nach einem 4:4-Zwischenstand in der zwölften Minute riss die SG BBM vollends das Heft an sich und warf bis zur Halbzeitpause eine beruhigende 15:10-Führung heraus. Nach Wiederanpfiff erhöhten Nastja Antonewitch und Helena Frank gleich auf 17:10, so dass erstmals ein Bietigheimer Sieben-Tore-Vorsprung auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Die Vulkan-Ladies versuchten den Schwung der SG mit mehreren Abwehrvarianten zu brechen, doch dies misslang. Auf mehr als sechs Treffer ließ die SG BBM den Gegner nicht mehr herankommen. Letztlich bejubelten die Leukefeld-Schützlinge einen verdienten 32:22-Heimerfolg.

Gerade Kreisläuferin Julia Behnke bewies in der zweiten Hälfte Vollstreckerqualitäten - die 20-Jährige erzielte vier ihrer fünf Treffer nach der Pause. Von außen schlug Kira Eickhoff und Simona Pileková gemeinsam zehnmal zu und hatten am Ende ebenfalls jeweils fünf Tore in der Statistik stehen.

Sogar die angeschlagenen Linda Mack und Ania Rösler erwiesen sich als Aktivposten, obwohl sie wegen eines Magen-Darm-Infekts unter der Woche nicht trainiert hatten. Mack stand in der Abwehr ihre Frau und scheute keinen Zweikampf. Und Rösler bereicherte das Offensivspiel und erzielte aus dem Rückraum dank ihrer Wurfgewalt vier Tore. "Wie sie ihre Krankheit beiseitegeschoben haben, hat mir sehr gut gefallen", lobte Leukefeld die beiden Rückraumspielerinnen.

Die Handballerin des Abends war allerdings eine andere: das Geburtstagskind Ann-Cathrin Giegerich. Die SG-Torfrau passte sich an ihrem 22. Geburtstag nahtlos an die starke Bietigheimer Abwehrleistung an und zeigte zahlreiche Paraden. Am Ende hatte Giegerich das Torhüterduell gegen ihre Koblenzer Kolleginnen Branka Zec und Evelien Grob haushoch für sich entschieden. Kein Wunder also, dass Leukefeld sie durchspielen ließ.

Mit nun 12:16 Punkten scheint die achtplatzierte SG BBM ihr Saisonziel, den Klassenerhalt, nun bereits vorzeitig erreicht zu haben. Der Vorsprung auf den Tabellenletzten HSG Bensheim/Auerbach, bei dem die Bietigheimerinnen am Mittwoch (19.30 Uhr) zu Gast ist, beträgt bereits stattliche zehn Zähler.

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