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Klinsmann hält Elfmeter: Hertha holt 1:1 zum Europa-Abschied

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Jonathan Klinsmann zeigte gegen Östersund ein starkes Debüt. Foto: Annegret Hilse  Foto: 

Nach dem letzten Akt in der Europa League lief Hertha-Coach Pal Dardai direkt auf Jonathan Klinsmann zu und herzte den Torwart mit dem prominenten Namen.

Der 20-Jährige hat bei seinem Profidebüt einer Berliner Bubi-Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 23,36 Jahren zum Abschied zumindest ein Unentschieden gerettet. Im letzten Gruppenspiel gab es gegen Östersunds FK ein 1:1 (0:0).

Die Führung der Gäste aus Schweden durch Sotirios Papagiannopoulos (58. Minute) glich Peter Pekarik (61.) aus. Drei Minuten vor dem Ende hielt Klinsmann einen Foulelfmeter von Brwa Nouri. Von den treuesten der Hertha-Fans wurde er dafür nach dem Abpfiff besonders gefeiert. Das Weiterkommen in die K.o.-Runde hatte der Fußball-Bundesligist allerdings bereits vorher verspielt. Mit nur fünf Punkten wurde Hertha in Gruppe J Letzter, während Athletic Bilbao als Erster und Östersund in die nächste Runde einzogen.

„Dass ich den Elfmeter gehalten habe, war toll für mich. Die Fans standen hinter mir, das war unglaublich“, sagte Klinsmann, der die richtige Ecke ahnte: „So wie er angelaufen ist, habe ich mir gedacht: Ich probiere es links.“ Klinsmann sei vor dem Spiel „richtig nervös“ gewesen: „Nachdem ich den Ball das erste Mal berührt habe, war es dann besser.“

Schon die Aufstellung verriet, dass Trainer Pal Dardai dem Ligaspiel am Sonntag beim FC Augsburg die Priorität einräumt. Bis auf Youngster Maximilian Mittelstädt wechselte er in der Startelf im Vergleich zum jüngsten 1:2 gegen Eintracht Frankfurt alle Spieler aus. Dardai bot dabei die bislang jüngste Mannschaft unter seiner Regie auf. Zu seinem Profi-Debüt kam Klinsmann. Der Sohn des einstigen Weltmeisters und Bundestrainers war im Sommer von der Berkeley-Universität aus den USA nach Berlin gekommen, hatte bisher aber nur für das Regionalligateam gespielt.

Erstmals stand in einem Pflichtspiel auch Dardai-Sohn Palko (18) von Beginn an auf dem Platz, nachdem er Anfang November gegen Luhansk für elf Minuten eingewechselt worden war. Gegen die Ukrainer war Hertha der einzige Sieg (2:0) beim Europa-League-Comeback nach acht Jahren gelungen. Dardai junior setzte vor 15 686 Zuschauern im gähnend leeren Olympiastadion das erste Zeichen. Nach einer abgewehrten Ecke hämmerte das Talent den Ball aus 18 Metern an die Latte (18.).

Auch danach blieb Palko Dardai gegen die in Bestbesetzung angetretenen Schweden gefährlich. Gleich zweimal scheiterte er in aussichtsreicher Position an Östersunds Keeper Aly Keita (28., 30.). Klinsmann musste erst nach einer halben Stunde erstmals eingreifen und parierte einen Schuss von Papagiannnopoulos stark.

Die völlig neu zusammengestellte Berliner Mannschaft bestimmte klar die Partie, wirkte im Dauerregen engagiert und spritzig, auch wenn einige Ungenauigkeiten dabei waren. Mit einer Mischung aus weiteren Jungprofis wie Jordan Torunarigha (20) und Spielern wie Ondrej Duda und Genki Haraguchi, von denen Dardai mehr verlangt als in dieser Saison bisher gezeigt, wollte sich Hertha ehrenvoll von der internationalen Bühne verabschieden.

Das Spiel schien schon fast ein Spiegelbild der gesamten Gruppenphase, denn die Gastgeber belohnten sich lange nicht und wurden durch Papagiannopulos bestraft. Die Abwehr der Berliner agierte nicht energisch genug, kurz darauf bereiteten Dardai und Mittelstädt allerdings mustergültig den Ausgleich durch Oldie Pekarik (31) vor.

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